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Pirates of the Caribbean 5

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Eigentlich war die Luft nach dem letzten Film schon raus, doch Walt Disney lässt Jack Sparrow ...
 
... noch einmal über die Leinwand torkeln. Was kann man vom Fluch der Karibik in seiner mittlerweile fünften Fortsetzung überhaupt erwarten?
 
Irgendwas mit Piraten und Schiffen und Schätzen
 
Ein ordentlicher Piratenfilm braucht einen sagenumwobenen Schatz, einen finsteren Widersacher, eine hoffnungslose Liebesgeschichte und zu guter Letzt ein paar lustige Nebencharaktere. Nach dieser Erfolgsformel sind alle Teile von Fluch der Karibik gestrickt und auch dieses Mal sind alle Zutaten vorhanden. Henry, der mittlerweile erwachsene Sohn von William Turner, will seinen Vater von dem Fluch des Fliegenden Holländers befreien, um endlich eine ganz normale Familie zu haben.
 
Dazu braucht er den Dreizack von Poseidon, der mit seiner Macht alle Flüche des Meeres brechen kann. Den Weg dorthin weisen die Sterne anhand einer verschlüsselten Karte, die der jungen Wissenschaftlerin Carina von ihrem Vater vermacht wurde. Leider soll diese als Hexe hingerichtet werden, wo sie zufällig auf den ebenfalls vor der Hinrichtung stehenden und wie immer ziemlich abgehalfterten Jack Sparrow trifft. Beide kommen jedoch mit der Hilfe von Henry und der alten Crew der Black Pearl gerade rechtzeitig frei.
 
Soweit klingt die Geschichte ganz entspannt, doch weil Jack Sparrow in der Not seinen Kompass verkauft hat, wird am anderen Ende der Welt sein ärgster Feind von einem Fluch befreit. Dieser Salazar ist ein erklärter Piratenjäger und scheucht auf der Suche nach Sparrow unter anderem Kapitän Barbossa auf. Der sieht sich daraufhin gezwungen auch bei der Suche nach dem Dreizack mit einzusteigen und so gibt es wieder allerlei Verfolgungsjagden zu See und lustige Sprüche zwischen den einzelnen Kontrahenten.
 
Wie ein Klassentreffen auf hoher See
 
Seit dem ersten Film sind nun knapp 15 Jahre vergangen und aus dem jugendlichen Überraschungshit ist ein gealtertes Filmfranchise geworden. Trotz einiger Versuche auch andere Piratenfilme mit dem gleichen Erfolg zu vermarkten, bleibt Fluch der Karibik jedoch ein Phänomen mit Alleinstellungsmerkmal. Das liegt vermutlich an Jack Sparrow. Er stolpert wie immer vollkommen desinteressiert durch die Handlung und macht sich keinerlei Mühe zur Lösung beizutragen, doch trotzdem fügt sich alles wie es soll.
 
Eine Figur so ikonisch wie Harrison Ford als Indiana Jones. Zumindest auf der Leinwand schaut Johnny Depp auch noch relativ frisch aus, erst durch einige digital bearbeitete Rückblenden in seine Jugend werden einem die Spuren der Zeit so richtig bewusst. Es ist wirklich erstaunlich wie gut diese Charaktere nach all der Zeit noch funktionieren und irgendwie vertraut wirken. Neben Barbossa haben sogar William Turner und Elizabeth Swann einen kurzen Auftritt. Das neue junge Liebespärchen hat dagegen neben all dieses alten Stars nur sehr wenig Platz und scheint auch optisch nur dazu da, die alte Geschichte zwischen William und Elizabeth zu spiegeln.
 
 
Ein weiterer erwähnenswerter Cameo-Auftritt gebührt Sir Paul McCartney, der nun nach Keith Richards als Vater zumindest einen Onkel von Jack Sparrow spielen darf. Leider muss man sagen, dass dem durchaus gewitzten Beatles-Musiker wohl einige Flaschen Whiskey fehlen, um zur trunkenen Eleganz seiner Verwandtschaft aufzuschließen. Javier Bardem wiederum gibt wie immer sein Bestes um als Bösewicht ausreichend Bedrohungspotential aufzubauen, doch nach so vielen durchaus furchterregenden Gegenspielern fällt das trotz gelungener Computereffekte zunehmend schwer.
 
Verändere nie ein funktionierendes Prinzip
 
Natürlich ist auch inhaltlich etwas die Luft raus. Alle Geschichten sind schon erzählt, alle möglichen Variationen durchgespielt. Es werden trotzdem höchst motiviert altbekannte Motive aneinander gereiht um dem Zuschauer zu gefallen. Allein die große Verfolgungsjagd, wo Jack Sparrow auf einem ganzen Haus vor seiner Hinrichtung flieht, ist grandios durchkomponiert und voller kleiner Gags und schöner Momente. Alle Spezialeffekte sind wie immer erstklassig und alle Schauspieler geben überzeugend ihre vertrauten Charaktere.
 
Das lässt bezüglich des Unterhaltungsfaktors wenig Wünsche offen, obwohl man sich etwas mehr Mut gewünscht hätte, nun mit einem Paukenschlag endlich einen Schlussstrich unter all die Abenteuer der einzelnen Figuren zu ziehen. Doch anstatt eines emotionalen Fazits, einer letzten Verbeugung, vielleicht sogar einem dramatischen Abgang mit Todesfolge, öffnet die Szene nach den Credits die Türe für eine weitere Fortsetzung. Wie lange sich dieses perpetuierende System als Blockbuster noch weiter melken lässt, bleibt also abzuwarten.
 
 
Fazit
 
Solider Film, nette und über weite Strecken gute Unterhaltung. Mit Popcorn und einer Cola wird daraus ein gelungener Kinoabend. Zumindest in dieser Rolle scheint nach etlichen mittelmäßigen Filmen wieder der alte Johnny Depp durch.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Sascha Fersch
  • Regisseur: Joachim Rønning & Espen Sandberg
  • Drehbuch: Jeff Nathanson
  • Stars: Johnny Depp, Orlando Blum
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