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Plan B - Scheiss auf Plan A

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Was man „Plan B – Scheiß auf Plan A“ zumindest zugutehalten muss, ist der Umstand, ...
 
... dass hier versucht wurde, einen Film abseits der typischen deutschen Genres zu produzieren. Hier gibt es reichlich Action, kombiniert mit ein paar Gags – und das alles vermengt zu einer Hommage an die Action-Filme der 1980er Jahre, denen mit reichlich Zitaten gehuldigt wird.
 
Wannabes hauen drauf Can (Can Aydin), Phong (Phong Giang), Cha (Cha-Lee Yoon) und U-Gin (Eugene Boateng) sind beste Freunde und träumen seit Jahren davon groß rauszukommen. Die ersten drei sind begnadete Stuntmen, U-Gin ihr Manager. Als solcher soll er Gigs an Land ziehen, aber das ist alles andere als leicht. Dann erhält er aber einen Anruf. Seine Jungs sollen sich zu einem Casting einfinden. Die drei sind auch Feuer und Flamme, aber am angegebenen Ort stellt sich heraus, dass U-Gin die Nummer verwechselt hat. So stürmen die Vier direkt in ein Gangster-Meeting.
 
Denn Victoria, die Frau des Gangsterbosses Gabriel, wurde entführt. Ihre Entführer wollen von ihr die Hinweise darauf, wie sie den Safe finden, in dem Gabriel all seine Geheimnisse bewahrt, mit denen er andere erpresst. Da die vier Idioten gerade recht kommen, werden Can, U-Gin und Cha losgeschickt, um die Koordinaten des Safes zu besorgen. Gelingt ihnen das nicht bis 8 Uhr morgens, wird Phong sterben. Also legen die Möchtegern-Actionstars los …
 
Wie die Großen
 
Die Verbeugung vor den 1980er Jahren geht teilweise zu weit. Wenn die Hauptfiguren als Magermilchversionen von Bruce Lee, Marty McFly, Stallones Cobretti und Michael Jackson im Thriller-Outfit daherkommen, dann ist das schon fast schmerzhaft. Aber auch ansonsten eiert das Skript herum. Ständig werden Stallone-Filme zitiert, dann wiederum „Robocop“ und „Stirb Langsam“. Im Grunde ist nichts vor „Plan B – Scheiß auf Plan A“ sicher. Das zeigt sich auch schon an den Kapitelnamen, denn jede der vier Stationen, die die Freunde abklappern müssen, verbeugt sich vor großem Kino.
 
Das ist an sich zwar ganz nett, aber die Repetition ist ermüdend. Das große Problem dieses Films. Denn auch an der Action hat man sich irgendwann einfach sattgesehen.
 
 
Und noch ‘ne Prügelei
 
Die Kampfchoreographie ist wirklich gut. Die Inszenierung der entsprechenden Szenen hat Hauptdarsteller Can Aydin gleich selbst übernommen. Aber an der Variation mangelt es. Es ist beim ersten Mal cool, beim zweiten Mal auch noch, beim dritten erwartet man dann ein wenig Innovation, aber es gibt nur mehr vom Selben. Der Aufbau ist dabei auch immer gleich. Bei jeder der Stationen, die sie abklappern, müssen sie sich einen Kampf mit den Männern dort liefern.
 
Dabei scheut man auch vor ganz Abstrusem nicht zurück. Auf dem Friedhof (man suchte nach dem Grab von Frederick Krueger …) wird einer von einer Satanisten-Gruppe entführt und soll geopfert werden. Mitten in Berlin. Einfach so. Und dann wird natürlich wieder gekämpft. Weil jeder – ausnahmslos jeder – eben auch ein mit allen Wassern gewaschener Kampfsportler ist.
 
 
Gerade hier funktioniert der Humor so gar nicht. Das fällt aber häufiger auf. Bemüht, aber nicht auf den Punkt, das gilt für das Gros der Gags. Nur selten stellt sich ein echter Lacher ein. Dazu kommt, dass das Quartett der Hauptdarsteller schauspielerisch hinter den Erwartungen etwas zurückbleibt. Teils hat man einfach das Gefühl, einen Amateurfilm zu sehen, der mit mehr Geld als üblich produziert worden ist.
 
 
Fazit
 
Im Grunde ist „Plan B – Scheiß auf Plan A“ die Art Film, die man sich vorstellt, wenn man erwarten würde, dass eine Horde Halbstarker sich daranmacht, einen „einen richtig fetten, geilen Action-Film“ zu machen, aber „mit ganz viel zum Lachen“.
 
Das haut nicht wirklich hin. Auch wenn bei eingen Freude aufkommen könnte, dass die großen Actionstars der 80er noch von der heutigen Generation ihr Huldigung erhalten. Am Ende ist der Film bemüht, man erkennt seine Ambition an und die Stunteinlagen versetzen durchaus in Staunen. Doch weder sie noch die teils erfrischende Spontanität schaffen es, schauspielerische und erzählerisceh Defizite auszugleichen.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Peter Osteried
  • Regisseur: Ufuk Genc, Michael Popesku
  • Drehbuch: Rafael Alberto Garciolo
  • Stars: Can Aydin, Phong Giang, Cha-Lee Yoon
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