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Wonder Woman

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Im letzten Jahr gab es mit „Batman V Superman: Dawn of Justice“ das lang ersehnte Aufeinandertreffen ...
 
...der beiden wohl ikonischsten Superhelden, doch letztendlich stahl eine Heldin, die eher eine Randfigur war, den beiden Berühmtheiten die Show: Wonder Woman, verkörpert von Gal Gadot war eines der Highlights in einem insgesamt völlig verkorkstem Film.
 
Diese bekommt nun ihren eigenen Solo-Film unter der Leitung von Regisseurin Patty Jenkins und tatsächlich gelingt DC endlich mal ein solider Film mit einer funktionierenden Heldenfigur, die auch ihrer Heldenrolle gerecht wird. „Wonder Woman“ versucht gar nicht erst, ein Pseudokunstwerk wie Zack Snyders überambitioniertes „Batman V Superman“ zu sein, sondern will ganz konventionelle Superheldenkost bieten und schafft das auch, mehr aber auch nicht.
 
Prinzessin Diana (Gal Gadot) träumte schon von ihrer Kindheit an, für das Gute zu kämpfen. Doch ihrer Mutter Hippolyta (Connie Nielsen) untersagt ihr die Ausbildung zur Kriegerin, die sonst auf der von Amazonen (und auch wirklich nur von Frauen) bewohnten Insel Themyscira üblich ist.
 
Hippolytas starke und Schwester Antiope (Robin Wright) sieht das allerdings anders und bildet Diana heimlich aus, da sie in ihr die neue Hoffnung der Amazonen sieht, um eines Tages den gefürchteten Kriegsgott Ares zu besiegen. Eines Tages strandet plötzlich der Pilot Steve Trevor (Chris Pine) auf der Insel. Für Diana ist der erstmalige Anblick eines Mannes etwas ganz Erstaunliches und so möchte sie dem britischen Soldaten bei seiner Mission helfen, da in seiner Welt gerade der Erste Weltkrieg herrscht und Steve den Deutschen das Handwerk legen will. Und der Kampf gegen das Böse lag Diana ja schon immer im Blut. So begeben sich beide auf eine gefährliche Mission, die Diana in ihr eine völlig fremde Welt führt.
 
Anti-Kriegsfilm mit Situationskomik und Top-Besetzung
 
„Wonder Woman“ ist in seinem Plot scheinbar extrem pragmatisch, doch schneidet der Film einige verdammt interessante Aspekte an. So geht es prinzipiell um die Frage nach dem Unsinn des Krieges und um eine Figur, die in einer neuen Welt wie ein verlorener Fremdkörper wirkt. Wenn Diana Prince alias Wonder Woman ihre nur von weiblichen Amazonen mystische Insel verlässt und die graue triste Welt des Ersten Weltkriegs betritt (was erst nach dem ersten Drittel des Films geschieht), dann ist das jedoch vor allem verdammt lustig anzuschauen.
 
Unglaublich aber in einem DC-Film darf tatsächlich gelacht werden. Das liegt auch nicht nur an den einfach herrlich komischen Momenten, in denen sich Diana so ungeschickt anstellt (so betritt sie einfach ohne nachzudenken, das britische Parlament, was zu dieser Zeit für Frauen verboten war), sondern vor allem an den tollen Hauptdarstellern.
 
Gal Gadot, die vor „Batman V Superman“ zunächst nur in einer eher belanglosen Nebenrolle in den „Fast and Furious“-Filmen bekannt war, hat sich mittlerweile zu einer ernstzunehmenden taffen Schauspielerin gemausert, der die Rolle der legendären Wonder Woman einfach fantastisch liegt und Chris Pine war ja bereits in „Star Trek“ als Captain Kirk ein sehr sympathischer und charismatischer Akteur, dem man einfach nur gerne zusieht. Die Chemie der beiden passt einfach und genau das rettet auch den Film. Mit einer falschen Besetzung hätte das nämlich auch ganz anders aussehen können.
 
 
Optimistische Heldin im DC-Universum
 
Denn das Drehbuch glänzt nicht wirklich mit Einfallsreichtum. Abgesehen vom sehr unverbrauchten Szenario des Ersten Weltkriegs gibt es dramaturgisch wenig Originelles, die Geschichte läuft nach einem Hollywood-08-15-Prinzip ab, wie man es schon dutzende Male gesehen hat und das ist einerseits schade, weil hier mehr drin gewesen wäre, andererseits vielleicht auch besser so.
 
Denn während sich die bisherigen DC-Filme, speziell „Batman V Superman“, wo Wonder Woman bereits ihren ersten Auftritt hatte, an ihren übergroßen Ambitionen und ihren völlig verworrenen Geschichten scheiterten, versucht „Wonder Woman“ gar nicht erst, mehr zu sein, als es ist. Begrüßenswert ist in erster Linie die neue Tonart, die sich völlig von Zack Snyders Version unterscheidet.
 
Wonder Woman ist endlich mal eine echte Heldin im DC-Universum, die vor Optimismus nur so sprüht und einfach nur das Böse bekämpfen will und mit jeder Ader an das Gute glaubt – ein krasser Gegenentwurf zu Snyders Batman und Superman, die sich schier endlos mit ihren Selbstzweifeln und einem düsteren Pessimismus quälten. Die extrem ernste und einfach nur aufgesetzt wirkende traumatische Stimmung ist diesmal einer ganz konventionellen „Gut gegen Böse“-Story gewichen, die erstaunlich viel Humor, Heiterkeit und Situationskomik spendiert bekommen hat.
 
Würde Wonder Woman nicht wie bekannt zum DC Universum gehören, könnte man auch fast meinen, hier einen Marvel-Film zu sehen. So ist „Wonder Woman“ tatsächlich der bisher beste Film des DC Extended Universe und um Welten besser als zuletzt „Suicide Squad“, doch insgesamt bleibt der Film im Mittelmaß stecken, da er zwar diesmal die Ambtionen nicht zu hoch ansetzt und einfach nur unterhalten will aber auch nie mehr als das schafft.
 
CGI-Effekte im Überfluss
 
„Wonder Woman“ ist ziemlich oberflächlich sowie vorhersehbar und bietet weder einen spannenden Konflikt noch interessante Nebenfiguren. Das Setting des Ersten Weltkriegs ist zwar sehr interessant, die Gegenseite der Deutschen ist jedoch einfach zu überzeichnet geraten, gerade wenn man bedenkt, das damals die Deutschen eben noch keine Nationalsozialisten waren aber genau so dargestellt werden.
 
Ebenfalls unnötig ist der übertriebene Einsatz von CGI-Effekten, der gerade im Finale verwendet wird. Dieses ist eh wie so typisch für moderne Blockbuster so unnötig wie uninspiriert. Nach einem zunächst unspektakulären Endkampf wird der wahre Bösewicht enthüllt (eine wirklich unsinnige Szene ganz nach dem Deus Ex Machina-Prinzip, also wenn eine Figur nur des Selbstzwecks ohne jeder Logik auftaucht, um ein bestimmtes Ereignis auszulösen) und dann geht es nochmal richtig zur Sache.
 
Hier verspielt der Film leider endgültig seinen ganzen Charme, den er sich zuvor so mühevoll erarbeitet hat.
 
 
Fazit
 
„Wonder Woman“ ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits geht der Film genau in die richtige Richtung und ist viel besser als die bisherigen Filme des DC Extended Universe aber genau wie diese zuvor schöpft er sein Potenzial nicht aus und liefert ein schwaches viel zu überladenes Finale.
 
Doch immerhin geht Gal Gadot in ihrer Rolle voll auf und darf nach ihrem gelungenen Kurzauftritt in „Batman V Superman“ nun in die Vollen gehen und in einigen coolen (wenn auch zu hektisch geschnittenen) Kampfsequenzen zeigen, was sie kann. Die schwache Geschichte vergisst man dagegen schnell. Am Ende bleibt ein mittelmäßiger Film ohne Tiefgang, der dennoch ein Fortschritt im Vergleich zu den Vorgängern ist.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Alexander Friedrich
  • Regisseur: Patty Jenkins
  • Drehbuch: Allan Heinberg
  • Stars: Gal Gadot, Chris Pine
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