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Tupac Shakur wurde nur 25 Jahre alt. Der neue Film über sein Leben dauert über ...
 
... 2 Stunden und möchte uns diesen widersprüchlichen Menschen und Künstler näher bringen.
 
Beginn
 
Zu Beginn des Films sehen wir Tupacs Mutter, ein Mitglied der „Black Panthers“, wie Sie 1971 nach mehreren Monaten hochschwanger aus der Haft entlassen wird. Das Bild ist stark, der Dialog noch stärker und Danai Gurira (bekannt vor allem aus „The Walking Dead“) spielt Tupacs Mutter als zornige, schwarze Madonna. Der Film geht nicht darauf ein, dass die „Black Panthers“ bereits in den späten 60ern wegen ihrer Gewaltbereitschaft und ihrer kriminellen Handlungen auch bei Afroamerikanern umstritten waren. Das ist die erste von vielen Auslassungen des Films.
 
Kindheit
 
Wir sehen den kleinen Tupac zunächst zusammen mit seiner Schwester bei seiner Mutter aufwachsen. Die Familie wird ständig überwacht. Tupacs Stiefvater, ein führendes Mitglied der Panthers wird wegen Banküberfalls gesucht. Man sieht die Familie mit dem Stiefvater Weihnachten feiern und gleich am nächsten Tag Opfer einer brutalen illegalen Hausdurchsuchung werden. Nach diesen beiden Szenen hat der Film die schwierige Kindheit des Künstlers abgeschlossen. Erst in späteren Szenen wird im Dialog erwähnt, dass Tupac ohne männliche Bezugsperson aufwachsen musste. Jugend Auf der High School ist Tupac (nun bereits vom bisher unbekannten Demetrius Shipp Jr. gespielt) der Star seiner Theatertruppe. Die junge Jada Pinkett (Kat Graham) ist seine beste Freundin.
 
Als er sich wegen eines Umzugs von ihr trennen muss, berührt uns das nur wenig. Das liegt nicht an den beiden jungen Darstellern, die ihre Sache sehr gut machen. Aber wie betroffen soll uns ein Abschied zwischen zwei besten Freunden machen, die zuvor nur eine einzige kurze Szene gemeinsam hatten? Das Drehbuch hat es überhaupt sehr eilig mit Tupacs schwieriger Kindheit und Jugend.
 
Bereits in der nächsten Szene ziehen er und seine Schwester zunächst ohne Mutter nach Kalifornien und werden dort Zeugen der Gewalt in den Slums (dass sie zuvor in einer angenehmen, bürgerlichen Wohngegend in Baltimore gelebt hatten, wird im Film nicht deutlich). Und bereits eine Szene später ist Tupacs Mutter wieder da. Aus der zornigen Revolutionärin ist eine Drogenabhängige geworden. Wie und warum erfahren wir nicht. Aber auch in Kalifornien ist Tupac schnell der Star einer Gruppe von Underground-Poeten und wird dadurch wiederum bereits in der darauffolgenden Szene Mitglied der bekannten Hip-Hop-Band „Digital Underground“. 2 Szenen später hat er seinen ersten Solo-Hit bei der Gruppe.
 
Ruhm
 
Der Film läuft gerade mal 20 Minuten und der Held bekommt bereits seinen ersten Solo-Plattenvertrag bei „Interscope Records“. Gerade diese Geschwindigkeit ist es, die es einem schwer macht, Verständnis für die Hauptfigur zu haben. Wir sehen einen jungen Mann, der bereits in jungen Jahren unverschämtes Glück hatte. Mit gerade mal 20 Jahren erscheint seine erste Soloplatte und wird sofort ein Hit. Worüber ist Tupac bitte die ganze Zeit so wütend? In einer Szene möchte die Plattenfirma ein Lied mit kontroversem Text nicht veröffentlichen. Tupac belehrt die Bosse kurz über die Wichtigkeit des Themas sexueller Missbrauch und schon sind diese einverstanden. Worüber muss sich unser Held also aufregen?
 
 
Seine Mutter lässt sich von ihrem Sohn in eine Entzugsklinik bringen und hat danach für den Rest ihres Lebens kein Problem mit Drogen mehr. Was belastet Tupacs also so sehr? Und woher kommt sein Hang zur Gewalt? In einer Szene beginnt der Star eine Prügelei an deren Ende ein unbeteiligtes Kind erschossen wird. Ein andermal lässt Tupac seine Limousine anhalten und schießt auf zwei weiße Männer, die einen Schwarzen zusammenschlagen. Der Film geht danach gar nicht mehr darauf ein, dass diese Tat für ihn keinerlei Konsequenzen haben wird, obwohl die beiden Männer Polizisten in Zivil waren. Erst nachdem eine junge Frau in seiner Hotelsuite vergewaltigt wurde, wird Tupac zu 18 Monaten bis 4 Jahren Gefängnis verurteilt.
 
Diese Gefängnisstrafe bildet den Rahmen für die ersten zwei Drittel des Films. Trotzdem wird nicht deutlich, dass Tupac tatsächlich gerade mal 11 Monate dieser Strafe absitzen musste. Eine weitere Platte erscheint noch während seiner Haft und wird auch prompt ein Hit. Nach der Entlassung wird er der Star von „Death Row Records“ und seine Plattenverkäufe brechen alle Rekorde. Trotzdem bleibt Tupac unzufrieden, wütend und gewalttätig. Nach einer weiteren Auseinandersetzung wird er im Auto seines Freundes Suge Knight erschossen und der Film ist zu Ende.
 
Wer Tupac Shakur war, was ihn angetrieben hat und was ihn zu einem großen Künstler und schwierigen Menschen werden ließ, erfahren wir nicht.
 
Nicht „gangsta“ genug
 
Aber nicht nur der wahre Tupac wird kaum gezeigt. Auch was das Phänomen „Gangsta-Rap“ ausmacht, erfahren wir in diesem Film nicht wirklich. Waren das wirklich nur zornige, junge Männer die bei jeder Gelegenheit gleich zuschlagen oder sogar zur Waffe greifen mussten? War das wirklich nicht mehr als Hass auf die Polizei und Frauenfeindlichkeit? Wenn man von den Körpern vieler junger Nebendarstellerinnen absieht, zeigt uns der Film nämlich nicht viel mehr.
 
 
Fazit
 
Die guten Darsteller sehen ihren Vorbildern teilweise täuschend ähnlich. Das alleine reicht aber nicht. Drehbuch und Regie lassen die Schauspieler über zwei Stunden in der Luft hängen. Kinogänger die mit Gangsta-Rap vertraut sind, bekommen nichts Neues geboten. Allen anderen bietet der Film zu wenig um als Drama zu funktionieren.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Walter Hummer
  • Regisseur: Benny Boom
  • Drehbuch: Steven Bagatourian
  • Besetzung: Demetrius Shipp Jr., Danai Jekesai Gurira
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