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Der dunkle Turm

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Der dunkle Turm basiert auf einer Romanreihe von Stephen King, die Handlung fesselt ...
 
... den Zuschauer, lässt aber auch viele Fragen offen. Eine Geschichte zu groß für einen Film.
 
Wenn Kinder und Narren die Wahrheit sagen
 
Es ist oft so, dass Kinder eine rege Fantasie haben, vor allem nach einem traumatischen Ereignis hilft ihnen die moderne Maltherapie dabei, diese Erinnerungen zu verarbeiten. Doch was wäre, wenn die Alpträume nur Teil einer anderen Realität sind? Jake (Tom Taylor) versucht seine Mutter und seinen Stiefvater zumindest davon zu überzeugen. Doch als der ihn in ein besonderes Therapiezentrum schicken will, muss er erkennen, dass die Wesen aus seinen Träumen längst auch in dieser Welt angekommen sind. Er beschließt zu flüchten und auf eigene Faust nach dem einzigen Mann zu suchen, der ihm eventuell helfen kann. Der Revolvermann.
 
Dieser Revolvermann heißt Roland Deschain (Idris Elba) und ist der letzte seiner Art, gefangen in einem ewigen Kampf mit Walter O’Dim, auch bekannt als der Mann in Schwarz (Matthew McConaughey). Der Junge findet sich schließlich in der Mittwelt wieder, wo die Kräfte des Bösen bereits nahezu die komplette Zivilisation ausgerottet haben. Jake merkt, dass der Revolvermann auch mit seiner eigenen Vergangenheit zu kämpfen scheint und vor seiner eigentlichen Aufgabe resigniert hat. Erst als der Mann in Schwarz ganz aktiv Jagd auf seinen letzten Widersacher und dessen neuen Freund macht, beginnen Rolands Lebensgeister wieder zu erwachen.
 
Als Jake jedoch entführt wird und in die Fänge des Bösewichts gerät, scheint der dunkle Turm endgültig zu fallen, und mit ihm die Welt ins Chaos zu stürzen. Diese klassische Geschichte über den Kampf zwischen Gut und Böse ist zunächst einmal universell verständlich und fesselt über weite Strecken den geneigten Zuschauer. Doch viele Mechanismen rund um den dunklen Turm bleiben auch nach dem Abspann höchst mysteriös und viele Fragen bleiben unbeantwortet. Es wird also hoffentlich weitere filmische Umsetzungen dieser achtteiligen Buchserie geben, die etwas mehr Licht ins Dunkel bringen.
 
Endlose Schlachten zwischen Gut und Böse
 
Stephen King ist ja bekannt für seine sehr ausgefallenen und wendungsreichen Erzählungen. Es ist neben einer leicht morbiden Fantasie aber auch sein besonderer Schreibstil, der die Leser in aller Welt begeistert. Das wird einem auch bei anderen Buchverfilmungen oftmals schmerzlich bewusst, wenn man das jeweilige Endprodukt auf der Leinwand betrachtet. Auch die Magie von Harry Potter oder Der Herr der Ringe kann eben nur ein Stück weit in eine konkrete filmische Realität übertragen werden. Viele Hürden, allein schon produktionstechnisch, stutzen der Fantasie die Flügel. Dazu kommen finanzielle Beschränkungen und dramaturgische Bedenken der Studiobosse. Und natürlich der Blick auf das richtige Marketing.
 
Die Menschheit scheint aber auch nach all den Jahren des Kinokonsums keinesfalls gesättigt zu sein, was den erfolgreichen Kampf gegen das Böse betrifft. Problematisch ist allerdings, dem Bösen keine klare Agenda zu geben. Matthew McConaughey spielt den Bösewicht zwar so intensiv wie man es von ihm gewohnt ist. Und streckenweise erinnert er dabei an die großartige Performance von Heath Ledger als Joker in The Dark Knight, doch zu dessen fast schon philosophisch anmutendem Nihilismus, fehlt leider ein kleines Quäntchen Chaos und Absurdität. Es bleibt fraglich, ob die Buchvorlage das nicht hergibt, oder schlicht auf jüngere Zuschauer Rücksicht genommen wurde. Sollte das so sein, war es wiederum ein kluger Schachzug, den Jungen mehr noch als im Buch  in den Mittelpunkt der Handlung zu rücken.
 
 
Erstens spielt Tom Taylor trotz seines jungen Alters sehr souverän, um Längen besser als zum Beispiel als Daniel Radcliffe im selben Alter. Zweitens dient Jake als Bezugsperson für den unbedarften Zuschauer und führt ihn sanft an die Materie heran. Trotzdem ist dieser Film natürlich kein Kinderfilm im klassischen Sinne, dafür gibt es dann doch zu viele Momente, die der düsteren Handschrift von Stephen King und seinen abgründigen Einfällen Rechnung tragen. 
 
Wer weiß wohin die Reise noch geht
 
Es hängt nun sicherlich sehr stark vom Erfolg des ersten Teiles ab, ob es überhaupt eine Fortsetzung geben wird. Sicherheitshalber haben die Filmemacher die Handlung so weit abgeschlossen, dass niemand direkt auf die Barrikaden gehen wird, sollte diese Geschichte nicht weitererzählt werden. Doch gerade für Fans der Buchvorlage ist es bestimmt schmerzhaft, so unbefriedigt nach Hause zu gehen und diese Welt nicht länger erkunden zu können. Die Welt von Mittelerde bringt es ja mittlerweile inklusive aller Extended Cuts auf mehr als 20 Stunden Spielzeit.
 
Da wäre es natürlich eine Verschwendung, dieses ebenfalls sehr reichhaltige Universum in zwei Stunden mal schnell abzuhandeln. Gott sei Dank liegt es ja nun ganz basisdemokratisch in den Händen der einzelnen Zuschauer, dafür zu sorgen, dass genügend Einnahmen an den Kinokassen erzielt werden. Zumindest die Marketingkampagne lief bisher sehr erfolgreich und auch die zwei Hauptdarsteller sind sicherlich gute Gründe zumindest an ein gutes Startwochenende zu glauben. Auch die Leser der Bücher sind natürlich ein großer potentieller Kreis an Zuschauern. Ob sich auch über mehrere Wochen die Leute mit diesem komplexen Stoff auseinandersetzen wollen, bleibt abzuwarten. Für meinen ganz persönlichen Geschmack ist die im Kino dargebotene Geschichte leider etwas zu dünn, um mich nachhaltig zu fesseln.
 
 
Fazit
 
Dieser Film ist gut gemacht und punktet mit hervorragenden Darstellern. Die Geschichte ist spannungsreich erzählt und hat sicherlich das Potential für eine erfolgreiche Filmreihe, kratzt aber bislang gerade mal an der Oberfläche.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Sascha Fersch
  • Regisseur: Nikolaj Arcel
  • Drehbuch: Nikolaj Arcel
  • Stars: Idris Elba, Matthew McConaughey
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