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Bullyparade - Der Film

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Bully ist wieder da. Und diesmal bringt er sogar seine Kult-Figuren aus der ...
 
... gleichnamigen TV-Serie mit. „Bullyparade - Der Film“ kommt nach langem Warten und pünktlich zum 20jährigen Jubiläum endlich in die Kinos. Ein Film, bei dem er gleichzeitig auch noch einmal sein umfangreiches Können im Komödienfach unter Beweis stellt.
 
Fünf Filme zum Preis von einem
 
Nachdem die "Bullyparade" damals im Fernsehen zwar ein überaus erfolgreiches Format war, gab es doch etliche Zweifel, ob sich diese losen Sketche in einem Langfilm sinnvoll verbinden lassen. Die gute Nachricht ist jedoch, dass dies den Machern nahezu perfekt gelungen ist. Fünf Filmparodien wurden ausgewählt, die durchaus ein stimmiges Ganzes ergeben.
 
Die erste Episode beschäftigt sich mit den zwei Brüdern Jens und Jörg Kasirske, die unbedingt den Mauerfall rückgängig machen wollen. Dazu haben sie einen Trabi in eine Zeitmaschine verwandelt.
 
Als zweites kommt der Wilde Westen dran. Winnetou will endlich heiraten, doch seinem Trauzeugen Old Shatterhand ist ein Kopfgeldjäger auf den Fersen: der fiese Dr. Schmitz und seine Handpuppe Django. Ob die Hochzeit trotzdem stattfinden kann?
 
Als nächstes wollen Sissi und Franz ein neues Wochenendschloss kaufen, doch dort spuckt es gewaltig und der Feldmarschall hat alle Hände voll zu tun die bösen Geister abzuwehren. Lutz und Löffler hingegen haben Geldprobleme, weil Lutz beim Schwarzfahren in der U-Bahn erwischt wurde und eine Strafe zahlen soll. Am schnellsten lassen sich diese 60 Dollar an der Börse verdienen, deswegen fragen sie den Finanzmakler Mr. Moneymaker um Rat.
 
Zuletzt begibt sich der Film noch in die unendlichen Weiten des Weltraums. Dort muss ein Planet voller Frauen vor den bösen Klonen eines Jens Maul ähnlichen Bösewichts gerettet werden. Diese Aufgabe fällt natürlich Captain Kork, Mr. Spuck und Schrotty zu, die bei dem ganzen Östrogen in der Atmosphäre sichtlich die Haltung verlieren. Außerdem ist natürlich keine "Bullyparade" vollständig ohne die Outtakes am Schluss, derer es auch zahlreiche gibt. Dabei ist es wirklich unterhaltsam und irgendwie nostalgisch, diese ganzen Charaktere noch ein letztes Mal auf der großen Leinwand wiederbelebt zu sehen.
 
 
Ein bunter Strauß an Comedy und Talenten
 
Es gibt auch ein paar kleine, fast versteckte Gastauftritte bekannter Komiker und Schauspieler, die damit der "Bullyparade" noch einmal Respekt zollen, hat sie die deutsche Fernsehlandschaft damals doch entscheidend geprägt. Da tummeln sich neben Sky du Mont auch Elias M’Barek, Til Schweiger und Alexander Schubert aus der Heute Show. Hauptsächlich hampeln aber wie zu erwarten die drei Knallköpfe hinter dem Erfolgsformat in allerlei altbekannten Rollen über die Leinwand. Vor allem Rick Kavanian zieht wie immer alle Register seiner Wandlungsfähigkeit. Aber auch die Chemie zwischen Christian Tramitz und Michael Bully Herbig stimmt nach wie vor.
 
Der Film macht auch offensichtlich was Bully für die deutsche Filmlandschaft bedeutet. Er versteht es wie kein Zweiter, trashige Comedy mit hochwertiger Kameraarbeit (Torsten Breuer) zu kombinieren und so gelungene Parodien bekannter Formate zu schaffen. Er hat ebenso wenig Scheu davor, Tarantinos Django Unchained durch den Reisswolf zu drehen, ebensowenig wie die Neuverfilmungen der "Star Wars" und "Star Trek" Franchises.
 
 
Sogar der mit zahlreichen Oscars ausgezeichnete "Wolf of Wallstreet" wird in Bildsprache und langer Slowmo-Kamerafahrt nachempfunden. Diese Zitate aktueller Filme sind wirklich gelungen und unerwartet, sie geben einem aber ein Gefühl dafür was alles möglich wäre im deutschen Kino, wenn man wirklich kreativen Menschen öfter freie Hand lassen würde.
 
Trotzdem merkt man den einzelnen Figuren natürlich an, dass sie im Humor der späten Neunziger Jahre entstanden sind. Darüber können auch die modernen Bilder nicht hinwegtäuschen. Es bleibt also abzuwarten ob junge Comedians im deutschen Kino auch zukünftig die Parodie als Genre am Leben erhalten können, nachdem der Altmeister nun seinen Schlussstrich gezogen hat.
 
Auf zu neuen, unbekannten Ufern
 
Doch welches Projekt auch immer folgt, er hat sich längst seinen unsterblichen Platz in der deutschen Filmlandschaft gesichert und dieser Film ist seine Ehrenrunde. Mit sicherlich viel Spaß am Set und einem Augenzwinkern Richtung seiner Kritiker, die ihm „meistens doch gewogen waren“, verabschiedet sich Bully zum 20-jährigen Jubiläum der "Bullyparade" von seinen etablierten Figuren und macht sich auf zu neuen Ufern.
 
Dort schlürft er entweder entspannt einen Cocktail im Liegestuhl oder tüftelt an zukünftigen Erfolgen. Es wird sogar gemunkelt, dass Michael Herbig nun seine Grimassen endgültig an den Nagel hängt und sich der ernsthaften Kunst widmen will.
 
Dieser Wechsel im Rollenfach ist nur allzu verständlich. Doch selbst große Hollywood-Schauspieler scheitern regelmäßig an diesem Vorhaben. Bully hat immerhin einen Großteil seiner Karriere damit zugebracht die Untiefen des Humors auszuloten, darin liegt unbestreitbar seine große Stärke, was man im jetzigen Film nochmal in aller Pracht bewundern kann.
 
 
Fazit
 
Kein wirklicher Kinofilm, aber eine unterhaltsame, überlebensgroße Episode der "Bullyparade". Sowohl für Fans der ersten Stunde, als auch jüngere Zuschauer als zeitgeschichtliches Monument.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Sascha Fersch
  • Regisseur: Michael Herbig
  • Drehbuch: Alfons Biedermann
  • Stars: Michael Herbig, Rick Kavanian, Christian Tramitz
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