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Girls Trip

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Es gibt Komödien, bei denen fragt man sich nicht nur, wieso sie ins Kino ...
 
... kommen, sondern wieso sie überhaupt produziert wurden. Ersteres gilt vor allem, weil es in den USA ein neues, schwarzes Kino gibt, das auf ein farbiges Publikum abzielt, aber inhaltlich auch nichts bietet, was man nicht schon in hunderten anderer Filme gesehen hätte. Da die Stars wiederum auch keine Zuschauermagneten sind, wäre der Film hierzulande im Heimkino besser aufgehoben gewesen. Letzteres, weil „Girls Trip“ nicht nur eine Peinlichkeit ist, wegen der alle Beteiligten beschämt im Boden versinken sollten, sondern weil hier auch reichlich Fremdschämen geboten ist.
 
Partyhühner unterwegs
 
Einst waren Ryan (Regina Hall), Sasha (Queen Latifah), Lisa (Jada Pinkett Smith) und Dina (Tiffany Haddish) beste Freundinnen, aber dann merken sie, dass sie sich immer mehr aus den Augen verlieren. Inmitten von Karriereträumen, Familiengründungen und Beziehungskrisen ist es schwer, Freundschaften aufrecht zu halten. Die ehemaligen Partyqueens erkennen das auch, weswegen sie sich nach fünf Jahren, in denen sie sich nicht mehr gesehen haben, mal wieder richtig auf den Putz hauen wollen. Es soll ein Girls Trip werden, der zum Essence Festival in New Orleans führt.
 
Es soll die ganz große Party werden, mit heißen Typen, einem bombastischen Dance-Off und reichlich Alkohol und Absinth. Das sind die Zutaten, um ihre College-Zeit wiederaufleben zu lassen, doch die Party ihres Lebens kommt mit allerhand Problemen daher – bis hin zur Frage, ob es wirklich die Freundinnen sind, auf die man sich am meisten verlassen kann.
 
Etwas unterkühlt Vor kurzem hat man erst „Girls‘ Night Out“ gesehen. Auch dort trafen sich alte College-Freundinnen nach ewigen Zeiten wieder, aber da gab es wenigstens noch einen total überdrehten „Verdammt, wir haben den Stripper kaltgemacht“-Plot. Bei „Girls Trip“ muss man darauf verzichten und sich stattdessen mit einem Übermaß an klischierten Figuren und einem Humor begnügen, der weder clever noch amüsant, sondern nur eines ist: armselig.
 
Wer heute noch darüber lacht, wenn eine Figur mit Urin überschüttet wird, dürfte in seinem Leben noch nicht allzu viele Filme gesehen haben. Zumal das Thema des Wiedersehens nach vielen Jahren nun alles andere als neu ist. Nur dass es meistens Filme mit ein paar weißen Männern sind, die sich in die Kategorien „erfolgreich“, „erfolglos“, „merkwürdig“ und „nostalgisch“ aufteilen lassen. Das ist durchaus auch hier vorhanden und funktioniert im Grunde auch, denn gerade diese Reunion-Filme kann man ad infinitum produzieren, da die Klischees funktionieren.
 
 
Aber hier hat man vier unglaublich nervige Hauptfiguren, die von den teils ja durchaus bekannten Schauspielerinnen erstaunlich überzogen dargestellt werden. Aber nicht nur das: Es geht auch gewaltig unter die Gürtellinie.
 
Fucks Galore
 
Auffällig an „Girls Trip“ ist die extreme Häufung an Flüchen und sexuell konnotierten Schimpfworten. Das kommt in einer solchen Häufung, dass man den Figuren empfehlen möchte, es doch lieber als Matrosen zu probieren. Obwohl: Die könnten angesichts dieser Kaskade an „Fucks“ und ähnlichem vor Scham rot anlaufen.
 
 
Es gibt einfach keinen Grund, diesen Jargon in derartiger Häufung zu nutzen. Die Geschichte hätte sich auch anders erzählen lassen und wäre genau gleich gewesen. Aber stattdessen scheint man dadurch eine gewisse Kühnheit propagieren zu wollen, die der Film aber nicht besitzt. Er ist einfach nur unangenehm, weil die Figuren unsympathisch gezeichnet sind.
 
 
Fazit
 
„Girls Trip“ ist ein typischer Reunion-Film, in dem sich Freundinnen nach ewigen Zeiten wiedersehen. Was untypisch ist: Die blumige Sprache, derer sich das Quartett bedient. Gezielt eingesetzt, kann das durchaus wirkungsvoll sein, hier fängt es irgendwann an, nur noch zu nerven. Aber das kann man ohnehin dem ganzen Film unterstellen, der zum Fremdschämen peinlich und völlig unlustig ist.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Peter Osteried
  • Regisseur: Malcolm D. Lee
  • Drehbuch: Kenya Barris
  • Stars: Jada Pinkett Smith, Regina Hall
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