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Bo und der Weihnachtsstern

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Nach gut zweitausend Jahren bereichert Sony Pictures Animation nun die ...
 
... Weihnachtsgeschichte um sprechende Tiere. Sprechende Tiere sind nämlich witzig. Und weil sprechende Tiere witzig sind, lässt man sie in „Bo und der Weihnachtsstern“ ganz viel sprechen.
 
Still und starr ruht hier nichts
 
Vor fast 40 Jahren hat Disney den Kurzfilm „Der Esel von Bethlehem“ (im Original „The small one“) veröffentlicht. Weil er leider nur ein Kurzfilm war, ist dieses kleine Meisterwerk heute leider fast vergessen. In diesem Film konnten Tiere nicht sprechen. Dieser Film dauerte bloß eine knappe halbe Stunde. Aber er erzählte eine wunderschöne Geschichte und vermittelte auf unaufdringliche Weise den Geist von Weihnachten für die ganze Familie. In „Bo und der Weihnachtsstern“ spricht der Esel. Es spricht auch sein bester Freund, Dave die Taube. Die Kamele der drei Weisen sprechen. Die Hunde des bösen Kriegers sprechen. Es sprechen die Kuh, das Pferd und die Ziege im Stall.
 
Das Schaaf Ruth spricht und die Wüstenspringmaus spricht auch. So ziemlich jedes Tier, das in diesem Film vorkommt, spricht ebenfalls. Tatsächlich bekommt man außer sprechenden Tieren nicht allzu viel geboten in den 86 Minuten die dieser Film dauert. Nun sind sprechende Tiere weder ungewöhnlich noch für sich genommen etwas Schlimmes. Nemo und Dorie sprachen unentwegt während ihrer Suchen nacheinander. Aber die hatten auch witzige Dialoge. Über die Dialoge in „Bo und der Weihnachtsstern“ können nur sehr kleine Kinder lachen, wenn sie von Limo und Popcorn ein Zucker-High haben.
 
Als die Taube erklärte, „Nazareth kann mich an meinen Schwanzfedern küssen“ war nicht mal von den kleinsten Besuchern der Pressevorführung eine Reaktion zu hören. Und als die Kamele der drei Weisen statt „König der Juden“ doch tatsächlich „König der Schuhe“ verstanden haben, blieb es auch ruhig im Saal. Verständnislose Blicke erzeugen kein Geräusch.
 
… der Engel aber sagte, „Fürchtet Euch nicht“
 
Aber nicht nur die Tiere sprechen. Auch die heilige Familie hat viel zu besprechen. Bibelverfilmungen haben ja oft das gleiche Problem: Manches was in der Bibel steht, wirkt in einer ganz konkreten Darstellung oft profan oder sogar lächerlich. Aber selbst Peter O’Toole als gleich drei Engel in John Hustons Bibelverfilmung wirkt geradezu erhaben, verglichen mit der peinlichen Szene in diesem Familienfilm, wenn Maria einem verwirrten Josef erklären muss, warum sie am Hochzeitstag bereits schwanger ist. Vor und während der Herstellung eines Filmes wie „Bo und der Weihnachtstern“ finden Dutzende Meetings statt.
 
 
Es gibt Meetings zum Drehbuch, zur Produktion, zum Rohschnitt, zum Endschnitt, usw. Man muss sich wirklich wundern, warum nie jemand gefragt hat, ob man eine Szene, in der Josef bestürzt Marias Schwangerschaftsbauch entdeckt, wirklich unbedingt in einem Film zeigen muss, der ganz klar für kleine Kinder gemacht wurde. Dabei hätte man dann auch zur Sprache bringen können, ob Herodes‘ schwertschwingender Kindsmörder gar so oft gezeigt werden muss. Oder ob er wirklich so grausam enden muss. Einige der kleineren Kinder während der Pressevorführung waren selbst Minuten nach dieser Szene noch auffallend still.
 
Holder Knabe im lockigen Haar
 
Wir haben in diesem Film also viele sprechende Tiere. Aber wie sehen sie aus? Was animierte Tiere betrifft, sind die Kinogänger in den letzten Jahren einen gewissen Standard gewöhnt. Bei Pixar hat man es vor einiger Zeit sogar geschafft, Dories Vater eine überzeugende Halbglatze zu verpassen. Und der war immerhin ein Fisch. Die Animation von Bo und seinen Freunden ist nicht annähernd auf dem gleichen Niveau. Auch die Personen, die Gebäude und die Hintergründe wirken nicht überzeugend. Der Stall in dem die Krippe steht, wirkt trotz der Tiere darin seltsam unbelebt. Und warum bitteschön hat der neugeborene Jesus braune Augen?
 
 
Fazit
 
„Bo und der Weihnachtsstern“ ist ganz klar ein Film für ein sehr junges Publikum. Zu klein sollten die Kinder aber auch nicht sein, denn diese könnten von der einen oder anderen Sequenz überfordert werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, schaut sich mit seinen Kindern den Disney-Klassiker „Der Esel von Bethlehem“ im Internet an. Der ist tatsächlich für die ganze Familie geeignet.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Walter Hummer
  • Regisseur: Timothy Reckart
  • Drehbuch: Carlos Kotkin
  • Besetzung: Oprah Winfrey, Zachary Levi
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