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Underworld: Blood Wars

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Vampire, Lack und Leder - so lautet das einfache Konzept der “Underworld”-Reihe und dieses schien trotz miserabler Kritiken bei einer treuen Fangemeinde stets aufzugehen.
 
Wer braucht schon Logik, ein gutes Drehbuch, Handlung mit Substanz und Abwechslung im Kino, wenn es Kate Beckinsale in scharfem Lackfummel gibt?!
 
Mit "Underworld: Blood Wars" kommt bereits der fünfte Film der Fantasy-Reihe in die Kinos. Lang ist es her, dass Underworld-Schöpfer Len Wiseman 2003 und 2006 bei den ersten beiden Teilen Regie führte und eine Trilogie ankündigte. “Underworld” ist eine Geldmaschine, die auch nach drei Verfilmungen weiter die Produzentenkasse klingeln ließen.
 
Originell war bis jetzt keiner der Filme, in denen Vampire gegen Werwölfe einen niemals endenden Krieg führen. Auch “Underworld: Blood Wars” bietet handlungsmäßig nichts Neues, der Krieg geht weiter. Wer dachte, dass nach dem ersten Teil der Saga alles erzählt wurde, was es zu erzählen gab - der lag genau richtig!
 
Vampirsaga á la "Game of Thrones"
 
Selten war eine Vampirserie so uninspiriert. “Underworld” gehört bei weitem nicht zu den Glanzleistungen des Vampirkinos. Denkt man an Meisterwerke wie das Urgestein “Nosferatu” aus der Stummfilmzeit oder Coppolas intelligente Literaturverfilmung “Dracula”, kann man über die “Underworld”-Filme nur müde den Kopf schütteln. Dagegen sind selbst die Twilight-Schmonzetten-Filme erzählerische Meisterwerke. Den absoluten Tiefpunkt der hektisch geschnittenen Actionkracherreihe mit mittelmäßgen CGI-Effekten und plumpen Dialogen erreichte “Underworld: Awakening”. Der Erfolg bleibt ein Rätsel Ohnegleichen.
 
"Underworld: Blood Wars" knüpft chronologisch an den vierten Teil an. Selene (Kate Beckinsale) führt erneut Krieg gegen den Lykaner-Clan, angeführt von Werwolf Marius (Tobias Menzies). Unterstützung bekommt sie zum zweiten Mal von Vampir David (Theo James). Auch sein Vater Thomas (Charles Dance) verteidigt sie vor dem wütenden Vampirclan, der Selene als Verräterin ansieht. Neben den Lykanern kommt die eigentliche Bedrohung aus Selenes eigenen Reihen. Vampirkönigin Semira (Lara Pulver) setzt alles daran an Selenes Blut zu gelangen, die wiederum Zuflucht sucht bei dem mysteriösen Klan des Nordens, umgeben von schneebedeckten Bergen und frostiger Kälte.
 
Geballte Frauenpower
 
Hier lässt “Game of Thrones” grüßen. Der Klan im Norden verbarrikadiert sich hinter einer Festung, eine Mauer muss bestiegen werden, um an die Pforten klopfen zu können. Kostüm und Ausstattung spickte ausgiebig bei der erfolgreichen TV-Serie. Die nordischen Klanmitglieder erinnern mit ihren weißen Haaren und ihrem Modegeschmack stark an Daenerys Targaryen aus “Game of Thrones”. Ihr Einfluss auf Selene ist in der zweiten Hälfte des Filmes unübersehbar: mit blonden Strähnen und weißem Fellmantel durchbricht die Vampirin die irritierende und immerwährende schwarz-blaue Optik des Films.
 
“Underworld: Blood Wars” wirkt fast wie ein Meisterwerk im direkten Vergleich zu seinem Vorgänger “Underworld: Awakening”. Aber nur dann. Alleine betrachtet, ist auch der fünfte Teil der seelenlosen Fantasyreihe kein Grund für eine Kinokarte. Allerdings werden Fans auf ihre Kosten kommen und sich an geballter Frauenpower erfreuen. Die Produzenten setzten eine Bereicherung auf den Regiestuhl. Die deutschstämmige Anna Foerster verleiht “Blood Wars” eine willkommene weibliche Note.
 
Kate Beckinsale bekommt ordentlich Konkurrenz von Neuzugang Lara Pulver, die Anführerin Semira darstellt. Mit Dekolletés die tiefer als der Marianengraben sitzen stößt sie Selene in der ewig gleichen Lacklederkluft in Sachen Erotik vom Thron. Semiras Charakter erinnert stellenweise an die Blutgräfin Elisabeth Bathory: grausam und wunderschön lechzt sie nach dem reinen Blut von Selene und läßt diese auf einen eigens kreierten Apparat fast ausbluten.
 
Fazit
 
Auch “Underworld: Blood Wars” ist keine Offenbarung des Vampirkinos. Fans werden sicherlich ihre Freude haben, da es zum Vorgängerfilm wesentlich atmosphärischer zugeht.
 
Diverse starke weibliche Charaktere verleihen nicht nur der Optik, sondern auch der Story ein Upgrade. Wer bis jetzt allerdings noch keinen der “Underworld”-Filme gesehen hat, muss bei “Blood Wars” auch nicht anfangen.
 
 

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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Timea Sternkopf
  • Regisseur: Anna Foerster
  • Drehbuch: Cory Goodman, Kyle Ward
  • Stars: Kate Beckinsale, Theo James, Tobias Menzies
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