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Rogue One - A Star Wars Story

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Rogue One: A Star Wars Story ist der nächste Schritt beim Neustart des Star Wars Franchises unter der Führung von Walt Disney.
 
Der Film ist unterhaltsam, actionreich und hält einige wohlkalkulierte Überraschungen bereit.
 
Nostalgie als oberstes Prinzip
 
Obwohl die Story einige Jahrzehnte früher spielt, fügt sich Rogue One in die selbe Ästhetik wie letztes Jahr auch schon Episode VII. Die Anleihen aus der Original-Trilogie treten in diesem Film sogar noch offensichtlicher zu Tage, da er zeitlich zwischen Episode III und IV angesiedelt ist und allein schon deshalb stilistisch relativ festgelegt, was die Uniformen und Raumschiffe angeht.
 
Innerhalb dieser Grenzen bleibt aber durchaus Spielraum für eine witzige und stringent erzählte Geschichte mit einigen Überraschungsmomenten. Es geht darum die Pläne des frisch gebauten Todessterns aus den Archiven des Imperiums zu stehlen. Wer könnte das besser als die Tochter des Architekten, Jyn Erso (Felicity Jones).
 
Als kleines Mädchen gewaltsam von ihrem Vater getrennt, wächst sie zunächst bei dem fanatischen Freiheitskämpfer Saw Gerrera (Forest Whitaker) auf um sich dann allein durchzuschlagen. Erst auf Umwegen und eher wiederwillig stößt sie zu der Allianz der Rebellen, verschreibt sich dann aber ganz ihrer Mission. Ihr zur Seite stehen dabei der Pilot Cassian Andor (Diego Luna) und ein umprogrammierter imperialer Droide (Alan Tudyk) mit einem sehr vorlauten Mundwerk. Den Hinweisen ihres Vaters Galen Erso (Mads Mikkelsen) folgend, kommt die Protagonistin schließlich zu einem sehr gut bewachten Planeten auf dem sich die Archive des Imperiums befinden.
 
Nur unter Aufbietung aller vereinten Bemühungen der Rebellen besteht eine Chance den endgültigen Sieg der dunklen Seite noch abzuwenden. Als sich das Blatt schon zugunsten der Widerstandskämpfer zu wenden beginnt, nimmt jedoch Darth Vader persönlich die Sache in die Hand und droht den Plan der Allianz endgültig zum Scheitern zu bringen.
 
Ein Klassentreffen sondergleichen
 
Es war im Vorfeld bereits klar, dass manche Figuren bereits aus Episode IV bekannt sein werden. Und tatsächlich hat man sich viel Mühe gegeben allerlei kleinere Auftritte und Cameos einzubauen. Dadurch fühlt man sich fast wie auf einem Klassentreffen, die Gesichter und sogar die Orte kommen einem bekannt vor, wenn man die alten Filme gesehen hat. Und obwohl der Fokus natürlich auf den neuen Charakteren liegt, bleibt für deren Ausgestaltung fast zu wenig Zeit. Das Arbeitspensum ist enorm und die Szenen reihen sich atemlos aneinander.
 
Zu gerne würde man manchmal mehr über die unbekannten Städte und Menschen erfahren die da im Vorbeigang vernichtet werden. Der mysteriöse heilige Tempel der Jedi und seine Bewacher sind dafür nur das prominenteste Beispiel. Der imperiale Droide wiederum vereint die brachiale Dynamik von Chewbacca mit dem spröden Charme von C-3PO und macht durchaus Lust auf mehr, leider muss er meistens im Raumschiff warten, was auch ihn selbst keineswegs befriedigt. Es gibt dennoch viele kleine Anspielungen die Spaß machen und von dem ungeheuren Facettenreichtum des Star Wars Universums zeugen.
 
Ansonsten werden die Kämpfe diesmal (fast) ganz ohne Laserschwert bestritten, eine Entscheidung die sicherlich schwergefallen ist, aber nur konsequent nach der Ausrottung der Jedi in Episode III. Dafür ist es vielleicht den modernen Sehgewohnheiten geschuldet, dem Drang nach hohen Schnittfrequenzen und spektakulären Schauplätzen, dass sich die optisch durchaus ansprechenden Monumentalbauten so sehr häufen, ohne dass man deren Potential wirklich nutzt. Der inflationäre Umgang mit Spezialeffekten ist man da noch leichter bereit zu verzeihen, die wirken wie schon letztes Jahr zumindest schön dreckig und analog.
 
Bewährte Rezepte und bekannte Strategien Wie schon bei Episode VII ist der Wille klar erkennbar, auf Bewährtes zurückzugreifen um alte Fans nicht zu vergraulen und trotzdem so viele neue Elemente wie nötig einzubauen, um auch junge Zuschauer anzusprechen. Leider fehlt es aber nach wie vor an Substanz um diese Geschichten wirklich mit Leben zu füllen, zu offensichtlich sind die Parallelen mit den alten Filmen.
 
Man trifft auf bekannte Figurenkonstellationen, wie der Pilot und sein Begleiter als lustiger Side-Kick, bekannte Aufgaben, wie die Abschaltung eines planetenumspannenden Schutzschildes, bekannte Motive wie das verlassene in der Einöde aufgewachsene Kind als Hoffnungsträger. Und natürlich, wie könnte es auch anders sein, wieder einmal, zum vierten Mal bereits sehen wir eine Variante des Todessterns, als obligatorische Manifestation der dunklen Bedrohung am Himmel stehen.
 
So befriedigend es sein mag, die Lücke zwischen der alten und der neuen Trilogie zu schließen, so limitiert bleibt aber das Storytelling, denn der Ausgang der Ereignisse ist bereits hinlänglich bekannt. Man kann nur hoffen die Verantwortlichen trauen sich in Zukunft auch einmal Geschichten abseits der großen Schlachten zu erzählen und nicht mehr nur auf ausgetretenen Pfaden zu wandeln.

Fazit
 
Wer nach dem Star Wars Wahnsinn letztes Jahr noch nicht vom Glauben abgefallen ist, kann jetzt entspannt einen handwerklich schön gemachten Film anschauen, mit viel Action, einer Prise Witz und einer solide erzählten Geschichte, vor langer Zeit in einer weit weit entfernten Galaxis.
 
 

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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Sascha Fersch
  • Regisseur: Gareth Edwards
  • Drehbuch: Chris Weitz
  • Besetzung: Felicity Jones, Diego Luna, Cassian Andor Ben Mendelsohn, Krennic Donnie Yen, Mads Mikkelsen
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