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A Quiet Place - Kinostart: 12.04.2018

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Verglichen mit den vielen pausenlos lärmenden Horrorfilmen, die es heutzutage ...
 
... ins Kino schaffen, ist John Krasinskis neue Regiearbeit eine echte Wohltat: Dank einer simplen, aber knackigen Prämisse und eines geschickten Spiels mit der Tonspur entwickelt der programmatisch betitelte Endzeitthriller „A Quiet Place“ eine enorme Intensität.
 
Sag‘ kein Wort!
 
An dystopisch-unheimlichen Stoffen mangelt es in letzter Zeit auf der großen Leinwand nicht. Erst im Januar 2018 erblickte hierzulande der minimalistische, aber dennoch konstant fesselnde Survival-Thriller „It Comes at Night“ das Licht der Welt, der den Zuschauer ohne große Erklärungen in ein postapokalyptisches Setting wirft. In eine ähnliche Kerbe wie Trey Edward Shults schlägt nun auch Regiekollege John Krasinski („Die Hollars – Eine Wahnsinnsfamilie“) mit seinem dritten Spielfilm „A Quiet Place“, dessen Einstieg bereits zu überraschen weiß.
 
Ausführliche Hintergrundinformationen sucht man vergeblich. Vielmehr begnügt sich der Endzeitthriller mit einer knappen Texteinblendung – „Tag 89“ – und den Aufnahmen einer verlassenen Straße. Die Zivilisation, wie wir sie kennen, gehört der Vergangenheit an. Was genau zum Zusammenbruch geführt hat, bleibt allerdings vorerst unklar. Ins Auge sticht hingegen die außerordentliche Vorsicht, mit der sich Überlebende durch die menschenleere Umgebung bewegen.
 
Gemeinsam mit ihren Kindern Regan (Millicent Simmonds), Marcus (Noah Jupe) und Beau (Cade Woodward) deckt sich das Ehepaar Evelyn (Emily Blunt) und Lee Abbott (gespielt von Regisseur Krasinski höchstpersönlich, der auch jenseits der Leinwand Blunts Gatte ist) in einem heruntergekommen Supermarkt mit Vorräten ein und achtet tunlichst darauf, keinen Laut von sich zu geben. Kommuniziert wird in Gebärdensprache. Nicht nur, weil Regan ebenso wie ihre Darstellerin gehörlos ist. Auch, weil es die Lebensumstände zu erfordern scheinen.
 
Nach einem tragischen Zwischenfall und einem größeren Zeitsprung klart das Bild en wenig auf. Offenbar wurde die Erde von aggressiven, vermutlich außerirdischen Monstern heimgesucht, die zwar blind sind, dafür aber ein übernatürlich scharfes Hörvermögen besitzen. Um der tödlichen Gefahr zu entgehen, haben sich die Abbotts auf ein altes Farmhaus irgendwo im Nirgendwo zurückgezogen und führen ein kärgliches Dasein in ständiger Stille. Dass Evelyn hochschwanger ist und kurz vor der Geburt steht, verstärkt die permanente Anspannung nur noch mehr. Immerhin stellt ein Baby in einer Welt, in der jeder Mucks lebensgefährlich sein kann, ein großes Sicherheitsrisiko dar.
 
Packender Überlebenskampf
 
Freunde deftig-krachender Genrekost könnten mit „A Quiet Place“ durchaus ihre Schwierigkeiten haben. Ungewöhnlich ist schon der Umstand, dass, abgesehen von einigen hingeflüsterten Sätzen, keine Dialoge zu hören sind. Einen Horrorfilm mit Untertiteln wird mancher für anstrengend halten. Lässt man sich auf Krasinskis Endzeitszenario ein, nimmt einen das clevere Wechselspiel zwischen absoluter Stille und plötzlich hervorbrechenden Geräuschen aber schnell gefangen. Gerade weil es viele ruhige Passagen gibt, sitzt man ständig auf der Kante des Kinosessels und erwartet jeden Augenblick einen unpassenden Laut oder das Auftauchen eines Angreifers. Gesteigert wird der Nervenkitzel nicht zuletzt durch den von Marco Beltrami komponierten, bedrohlich wummernden Score, der immer mal wieder das Geschehen begleitet.
 
 
Dass die räumlich begrenzte, nicht sonderlich komplexe Handlung unter die Haut geht, hängt auch mit dem genauen Blick für die Protagonisten und ihren beschwerlichen Alltag zusammen. Statt ihre Einführung hastig abzuwickeln, nimmt sich „A Quiet Place“ ausreichend Zeit, um die Überlebensstrategien der Abbotts, ihre Ängste und Frustrationen ans Licht zu holen, wobei die hochgradig spannende Figur der gehörlosen Regan etwas mehr Entfaltungsraum verdient gehabt hätte. Eindringliche Darbietungen – vor allem von Millicent Simmonds, Emily Blunt und John Krasinski – sorgen dafür, dass man mit der bedrängten Familie bedingungslos mitfiebert, was im Horrorkino keineswegs selbstverständlich ist.
 
Auch wenn der Regisseur eine Reihe markiger jump scares einbaut und in der zweiten Hälfte einige konventionelle Entscheidungen trifft, verkommt sein bedrückend-schweißtreibender Thriller nicht zu einem plumpen Survival-Trip. Die pathetischen Ausreißer im letzten Akt hätte sich der im Übrigen mit einem überzeugenden Monsterdesign aufwartende Film dennoch sparen können. Großartig ankreiden möchte man Krasinski diesen Makel jedoch nicht.
 
 
Fazit
 
Spannender, an den Nerven zehrender Endzeitstreifen, der mit einer starken Prämisse, guten Darstellern und einem cleveren Toneinsatz punkten kann.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Christopher Diekhaus
  • Regisseur: John Krasinski
  • Drehbuch: Bryan Woods
  • Besetzung: Emily Blunt, John Krasinski
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