deensvtr

Bad Times at the El Royale - Kinostart: 11.10.2018

Artikel bewerten
(3 Stimmen)
Was passiert eigentlich, wenn Regisseure zum Kult werden ...
 
... und andere Regisseure versuchen ihnen nachzueifern? Dann entstehen beispielsweise Filme wie „Bad Times at the El Royale“. Drew Goddard („The Cabin in the Woods“, „The Martian“) hat sich für seine Hommage dabei keinen geringeren als Alt-Meister Quentin Tarantino ausgesucht. Und das Ergebnis kann sich trotzdem durchaus sehen lassen.
 
Verschachtelte Story mit Schockgarantie!
 
Es beginnt wie immer bei solchen Filmen alles ganz harmlos. Sieben Fremde treffen zufällig in einem Hotel am Lake Tahoe im El Royale zusammen. Charaktere, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Vom Priester bis zum angeblichen Staubsaugervertreter ist alles dabei.
 
Doch nicht nur das Hotel besitzt ein dunkles Geheimnis, auch die vermeintlichen Gäste führen ein Doppelleben. Eine Kombination, die ihnen schon bald zum Verhängnis wird. Soweit die Story in der Kürze. Auf der Leinwand ist sie allerdings vielschichtiger, als man zunächst annehmen möchte.
 
Ein Tarantino-Fanboy!
 
Wer Tarantino-Filme wie „The Hateful 8“ kennt, dem wird sofort auffallen, dass sich „Bad Times at the El Royale“ ganz stark an dessen Dramaturgie anlehnt. Herausragendes Merkmal ist dabei, dass der Regisseur, der im übrigen auch das Drehbuch verfasst hat, die einzelnen Handlungsstränge wie bei seinem Vorbild aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Dabei hat er sogar die Unterteilung in einzelne Kapitel übernommen.
 
Aber trotz dieser Übereinstimmungen beweist Drew Goddard ein Gespür für Dramaturgie. Deshalb gelingt es ihm nahezu perfekt, die Zuschauer zu fesseln und unerwartet zu schocken. Wir haben es hier also mit einem packender Thriller zu tun, der es durchaus mit den Werken des Altmeisters aufnehmen kann.
 
Top-Besetzung trotz Plagiat
 
Dazu trägt wohl ebenfalls das Ensemble hochkarätiger Schauspieler bei. Für das Projekt konnten nämlich unter anderem Jeff Bridges, Cythia Erivo, Jon Hamm, Dakota Johnson, sowie Thor-Darsteller Chris Hemsworth gewonnen werden. Letzterer beweist diesmal sogar eindrucksvoll, dass er nicht nur strahlende Superhelden verkörpern kann, sondern sogar das Zeug zu einem Antagonisten hat, dem man besser nicht nachts begegnen möchte.
 
 
Ein hervorragendes Schauspiel liefert aber vor allem Jeff Bridges als getarnter Bankräuber ab. Er verleiht seinem Charakter im schizophrenen Wechsel sowohl emotionale Tiefe als auch brutale Kälte.
 
Von Dakota Johnson hingegen bekommen wir größtenteils mal wieder das zu sehen, was man von ihr erwartet und kennt. Eine laszive, unnahbare, undurchsichtige Göre mit Schlafzimmerblick. Und dunklen Geheimnissen! Sowie einem Vokabular, dass sicher dazu beigetragen hat, dass die Jugendschützer dem Film eine höhere Altersfreigabe geben mussten.
 
Jon Hamm darf sich als verdeckter Ermittler, getarnt als Staubsaugervertreter, unter die Gäste mischen. Nur schade, dass er das nicht allzu lange tun darf. Seine Figur hätte nämlich durchaus dafür sorgen können, dass mehr Gäste des Hotels überleben. Aber die Drehbuchautoren haben das wohl anders gesehen.
 
Ach ja und dann wäre da noch Cythia Erivo. Wenn man nicht wüsste, dass dies der Film „Bad Times at the El Royale“ ist, könnte man zunächst annehmen, dass wir die Geschichte der jungen Tina Turner zu sehen bekommen.
 
Trotzdem schafft auch sie die Gradwanderung ihrer Figur sowohl unschuldige, naive Charakterzüge, sowie in brenzligen Situationen einen knallharten, wachen Geist einzuhauchen.
 
Über den Pagenboy kann und darf sich gerne jeder seine eigene Meinung bilden. Aber keine Sorge, bei der Besetzung dieser Rolle haben die Casting-Agenten ebenfalls ein gutes Gespür gehabt.
 
 
Fazit
 
Einigen könnten die offensichtlichen Ähnlichkeiten zu den Meisterwerken von Quentin Tarantino in den ersten Minuten womöglich negativ aufstoßen. Aber das legt sich schnell.
 
Denn spätestens ab der Mitte des Films bleiben keine Zweifel mehr offen, dass wir es hier mit einem Meisterwerk zu tun haben. Der Alt-Meister kann also stolz auf Drew Goddard und seine Hommage an ihn sein.
 
 
Unterstütze CinePreview.DE:
                                                                                                                                        
 
 

Ähnliche Kritiken

Ready Player One - Kinostart: 05.04.2018 Steven Spielberg präsentiert uns einen Film über Teenager im Jahr 2045 ...   ... für Teenager im Jahr 2018 und füllt ihn mit Zitaten aus den 1980er-Jahren. Das funktioniert. Das funktioniert sogar sehr gut. Das funktioniert aber nur weil die Zuseher mit so unglaublich vi...
Unsane Steven Soderberghs neuer Film ist zuerst ein Psychothriller über eine ...   ... junge Frau die das Opfer des gleichgültigen Systems einer psychiatrischen Anstalt wird. Dann wird er zum Horrorfilm in dem die junge Frau gegen einen gefährlichen Stalker kämpfen muss.  ...
Abgeschnitten - Kinostart: 11.10.2018 Der neue Film von Christian Alvart („Antikörper“) nach einer Vorlage von ...   Sebastian Fitzek und Michael Tsokos muss den Vergleich mit thematisch ähnlichen Hollywoodfilmen nicht scheuen. Trotzdem ist der Film kein Popcorn-Kino. Popcorn aber auch Nachos oder amerikan...
Grenzenlos - Kinostart: 02.08.2018 Wim Wenders hat im Laufe seiner Karriere nicht nur einige großartige Spielfilme ...   ... und Dokumentationen gedreht, sondern auch über 80 Werbefilme. Das sieht man in seinem neuen Film an vielen Stellen deutlich. Sonst sieht man nicht viel.   „Ich liebe den Ge...

Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Mark Wrede
  • Regisseur: Drew Goddard
  • Drehbuch: Drew Goddard
  • Besetzung: Jeff Bridges, Dakota Johnson
hnews hbfm18
Freddie Mercury, der legendäre Rocksänger der Siebziger und Achtziger Jahre, wurde heute vor zweiundsiebzig Jahren auf der Insel Sansibar (heute…
hnews tg2c
Jennifer Conelly soll neben Tom Cruise die weibliche Hauptrolle im "Top Gun" - Sequel spielen, welches 2019 in die Kinos kommen wird. Und zwar eine…
hnews dumbo tburton
Diese Woche hat Disney den Teaser-Trailer für seine neueste Live-Action-Adaption eines animierten Klassikers veröffentlicht: Dumbo. Basierend auf dem…
hnews 007ds
Daniel Craig wird als 007, der legendäre britische Geheimagent, zurückkehren. Und der mit dem Oscar® ausgezeichnete Regisseur Danny Boyle (Slumdog…
hnews 2019
2019 scheint gefühlt noch ziemlich weit weg zu sein, aber in Hollywood ist man schon jetzt damit beschäftigt, die nächsten Blockbuster zu…
hnews i5ds
Regisseur Steven Spielberg höchstpersönlich hat in seiner Dankesrede am 18.03.2018 bei den „Rakuten TV Empire Awards“ bestätigt, dass die…
hnews oscar2018
Die Oscars haben ihren 90. Geburtstag gefeiert. Und das politisch sehr korrekt und anfangs auch noch ziemlich unterhaltsam, doch dann wurde die…
bp mag header
Fans auf der ganzen Welt können Tom Cruise nun so nah sein wie nie zu vor, denn ab sofort betreibt er seinen ersten offiziellen Instagram-Channel…
hnews mm wof
Am 22. Januar 2018 ehrte die Handelskammer von Hollywood Disneys Minnie Maus offiziell mit einem Stern auf dem Hollywood „Walk of Fame“. Zu den…
hnews tdca
Was für eine Knaller-Besetzung! Wie das US-Branchenblatt "Variety" schreibt, soll Leonard DiCaprio im neuen Film von Quentin Tarantino mitspielen.…
gg018 mag header
Die Golden Globes 2018 waren so politisch wie noch nie zuvor. Fast alle Gäste trugen schwarz und einen "Time'sUp"-Anstecker. Damit zeigten sie sich…
hnews mdamon trauer
"Kent Damon hat den langen Kampf gegen den Krebs verloren!" Diese weniger erfreuliche Mitteilung veröffentlichte Matt Damon´s Pressesprecher…
hnews jgblum
„Wenn man älter wird, geht ein Sommer nur so vorbei – bomb-ding, bomb-dang. Und dann ist es plötzlich September – bam-dat sca-dat – wissen Sie, was…
hnews hsolo rh
Ron Howard ist der Regisseur des immer noch titellosen “Star Wars”-Ablegers zu Han Solo. Dank Howard und dessen Twitter-Konto wissen wir, dass die…
hnews br 1
Am 27. Dezember 2018 kehrt eine der größten Musik-Ikonen aller Zeiten auf die große Leinwand zurück! In BOHEMIAN RHAPSODY verkörpert Rami Malek („Mr.…