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Dogman - Kinostart: 18.10.2018

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Dogman ist ein Film, der große Erwartungen weckt: Inszeniert vom bereits ...
 
... mehrfach ausgezeichneten Regisseur Matteo Garrone (Gomorrha, Das Märchen der Märchen) brachte das Drama auch dem Schauspieler Marcello Fonte seine ersten Preise, unter anderem die goldene Palme für den besten Hauptdarsteller beim Filmfestival in Cannes.
 
Der herzensgute Marcello trifft auf das Böse in Person, Simone
 
Der Film spielt in einem kleinen Dorf in Italien und erzählt die Geschichte des Hundefriseurs Marcello. Er ist bei allen Nachbarn beliebt und auch als Zuschauer kann man nicht anders als den naiven, hilflosen aber gutherzigen Menschen sympathisch zu finden. Da Marcello es sich mit niemandem verderben möchte, ist er auch freundlich zu denen, die es weniger gut mit ihm meinen und hilft so immer wieder dem ehemaligen Boxer Simone bei kriminellen Machenschaften, obwohl dieser das komplette Dorf mit seinen launischen Aktionen tyrannisiert. Eines Tages geht Simone dabei zu weit und stiehlt Marcello dabei das Ansehen der restlichen Dorfbewohner. Somit beginnt Marcello, Rachepläne zu schmieden und der friedliche Hundenarr wird von Simone über die moralische Trennungslinie auf die Seite des Bösen gezogen.
 
Italien mal nicht als Urlaubsparadies
 
Wer hier erwartet, das Italien auf der Kinoleinwand zu sehen, das er aus dem Urlaub kennt, der sitzt im falschen Film. Hauptspielort ist Marcellos Friseursalon, der sich in einer heruntergekommenen, ärmlichen Gegend befindet. Dennoch ist die Straße belebt und direkt neben dem Hundefrisör befindet sich ein Spielplatz, der stets von einer aufgeweckten Meute Kindern betobt wird, die einen interessanten Gegensatz zu der kriminellen Umgebung bilden. Diese Szenerie wirkt äußerst real - nicht zuletzt auch wegen der talentierten Schauspieler.
 
Der Farbfilm ist inhaltlich in schwarz-weiß Tönen gehalten
 
Marcello Fonte (Marcello) und Antagonist Edoardo Pesce (Simone) spielen ihre Rollen einwandfrei. Der eine bedient die Palette des naiven, kleinen Mannes so perfekt, dass man die Entscheidung der Jury in Cannes gut nachvollziehen kann. Marcello wird als liebender Vater und Hundenarr gezeigt, der keinem etwas zu Leide tun kann. Beispielsweise kehrt er nach Beihilfe eines Raubes nach vollendeter Tat noch einmal zum Einbruchsort zurück, um dort einen Hund, den seine Kollegen aus Angst heraus, geschnappt zu werden, in die Tiefkühltruhe gelegt haben, wieder herauszuholen und zu retten.
 
Simone könnte man wohl als sein komplettes Gegenteil bezeichnen: Er hegt für niemanden Gefühle, außer vielleicht für Kokain, Motorräder und billige Frauen. Selbst als ihn seine Mutter anfleht und unter Tränen anschreit, doch bitte mit dem Drogenkonsum aufzuhören, reagiert er kühl.
 
 
Es liegt nicht an den Darstellern, sondern an dem Drehbuch und der Inszenierung, dass diese schwarz-weiß Einstufung in „der Gute“ und „der Böse“ im Laufe des Filmes unglaubwürdig wird. Für Simones Verhalten wird nie eine Erklärung gezeigt, als Zuschauer muss man einfach hinnehmen, dass der Mensch, wie ein personalisierter Teufel, jedem nur Böses möchte.
 
Auch Marcellos Taten sind irgendwann nicht mehr nachvollziehbar, ihm wird mehrfach eine Chance gegeben, sich gegen Simone zu wehren, jedoch nutzt er sie nie – grundlos, sondern entwickelt sich selbst zum Bösen. Zwar sind diese letzten Szenen gut gespielt, jedoch fehlen sämtliche Zwischenstufen auf dem Weg dorthin, um das Innenleben Marcellos verstehen und verfolgen zu können. So kommt der Umschwung zu plötzlich und wirkt deswegen übertrieben, anstatt den Zuschauern Mitgefühl und Anteilnahme zu entlocken.
 
 
„Und jetzt?“
 
Abschließend lässt sich sagen, dass man bei dem Film merkt, dass er von Profis gedreht wurde, die ihr Handwerk verstehen. Es gibt brillante Aufnahmen, die alle von einer eigenen, besonderen Atmosphäre durchzogen sind und lange im Kopf hängen bleiben. So werden gewalttätige Szenen oft nicht im Detail gezeigt, sondern verschlüsselt – bei einem Kampf zwischen Simone und zwei Drogendealern sieht man beispielsweise nur eine Puppe, gegen die irgendwann einer der Getroffenen fällt und an deren Schläfe deswegen schließlich Blut herunterrinnt.
 
Auch unterhaltsame Momente sind in Dogman zu finden, meist in Kombination mit den Hunden, die von Marcello frisiert werden. So verpasst er zum Beispiel einem Pudel auf einem Wettbewerb einen extravaganten Haarschnitt, wie ihn vermutlich nur Harald Glööckler tragen würde oder entlockt den furchteinflößensten Hunden die glücklichsten Geräusche, während er sie mit einer großen Bürste in einer Badewanne abschrubbt.
 
Dennoch wirkt die Geschichte unglaubwürdig und der extreme Wendepunkt am Ende zu plötzlich und zu wenig durch Begründungen gestützt, sodass man emotional leider keinen Zugang zu dem Streifen findet. Deswegen bleibt man im Abspann nur mit dem Gedanken „Und jetzt?“ im Kinosessel sitzen. Schade eigentlich, denn mithilfe des talentierten Teams hätte man mit einem anderen, besseren Drehbuch sicherlich ein fesselndes Drama auf der Leinwand zeigen können.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Katharina Mühl
  • Regisseur: Matteo Garrone
  • Drehbuch: Ugo Chiti
  • Besetzung: Marcello Fonte, Edoardo Pesce
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