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Hellboy - Kinostart: 11.04.2019

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Der übellaunige Höllendämon mit der harten Rechten ist zurück. Ohne Ron Pearlman?
 
Ohne Abe Sapien? Ohne Guillermo del Toro? Ok, wir schauen mal rein...
 
Irgendwas mit Weltuntergang
 
…und vergessen zunächst mal alles, was wir durch die ersten beiden Filme zu wissen glauben, denn das hier ist ein Reboot. Das heißt „Alles auf Anfang“. Also, von vorne. Hellboy (David Harbour), eine Ausgeburt der Hölle und geheimer Ermittler in der noch geheimeren Organisation BPRD, soll sich seinem nächsten übernatürlichen Fall widmen und wird direkt nach England geschickt. Als sich herausstellt, dass der Auftrag lediglich eine Falle ist, um Hellboy zu töten, geht der rote Teufelskerl natürlich der Sache nach. Hinter allem steckt Nimue (Milla Jovovich), eine blutrüntsige Hexe aus der Zeit des legendären König Artus. Sie will die Welt beherrschen und die Menschheit vernichten. Hellboy und sein Team haben da aber auch noch ein Wörtchen mitzureden.
 
Soweit der Rahmen des Films - ohne zu spoilern. Die Story haut einen jetzt nicht vom Hocker, aber ey, es ist ein neuer Hellboy-Film. Allerdings ohne die zwei wichtigsten Männer am Set: del Toro und Pearlman. Und hier fangen die Probleme auch schon an…
 
Irgendwo zwischen Youtube und Transformers
 
Der Stil des Films ist so schwammig und unausgewogen, dass man fast schon seekrank im Kinosaal wird. Denn die Inszenierung ist sowas von B-Movie, die CGI-Effekte und Action-Sequenzen sowas von schrottig, dass ich mich teilweise richtig zusammenreißen muss, um nicht in Tränen auszubrechen. Soviele Ecken und Kanten im Green Screen habe ich in einem großen Blockbuster seit „Spiderman 2“ nicht mehr gesehen.
 
Am heimischen Bildschirm fällt das sicherlich nicht so auf, im Kino auf der großen Leinwand springen einen die Fehler in der Postproduction praktisch schon an. Auch ohne 3D-Brille. Der Schnitt des Streifens tut sein übriges und bringt mich manchmal an den Rand der Epilepsie. Dazu sind die Sets manchmal so offensichtliche Sets, dass ich mir fast ein bisschen verarscht vorkomme. Also da habe ich schon bessere Produktionen auf Netflix & Co gesehen. Der Soundtrack ist nerviger Einweg-Rock, der sich immer zu wiederholen scheint. Ich fühle mich eher wie in einem Hack & Slay-Videospiel à la „Devil May Cry“ oder „God of War“.
 
 
Und so zweidimensional sind auch Plot und Charaktere. David Harbour gibt zwar einen großartigen Hellboy, aber wie der Rest der Besetzung bekommt er aufgrund des schwachen Skripts nicht ausreichend zu tun. Die Chemie zwischen „Vater“ Professor Broom, diesmal von Ian McShane (John Wick, American Gods) dargestellt, und „Sohn“ Hellboy stimmt so garnicht. Mit einem weinenden Auge denke ich an die Performance von John Hurt als besorgter Vater und Boss von Hellboy im ersten Film. Von diesem subtilen Tiefgang ist leider in dem Reboot nichts zu finden. Stattdessen hat Hellboy nur Probleme mit sich selbst, der Rest der Charaktere sagt sein Sprüchlein auf, wie es das Drehbuch befiehlt.
 
Steig ein, ich erkläre es dir unterwegs
 
Habe ich „Sprüchlein“ gesagt? Nein, sorry, es wird GELABERT! Oh-ne En-de! Die Story entwickelt sich nicht organisch, sondern wird einfach erzählt und erzählt und erzählt. Dazu passiert alles einfach irgendwie. Charaktere werden wahllos ins Spiel gebracht und bringen so die Story weiter. Zu der faden Inszenierung gesellt sich dann auch noch der lahme Humor. Alle Jokes und coolen Sprüche sind so ohne Gefühl für Timing, wovon der Charakter des Hellboy alleine schon lebt. Leider absolut verschwendetes Potential hier. Vielleicht ist es aber auch nur an der deutschen Synchro…
 
 
Fazit
 
Hier wurde einfach nur purer Fan-Service betrieben. Ein Mischung aus allen Elementen der Comic-Serie lässt sicherlich das Nerd-Herz höher schlagen. Aber als Film ist es wirklich nur ein Trauerspiel. Der offensichtliche Versuch, hier ein Franchise nach dem Erfolgsrezept von „Deadpool“ (hey, beide sind rot, machen flapsige Sprüche und haben Knarren!) heraufzubeschwören, ist in meinen Augen kläglich gescheitert. Zuviel von allem und wenig wirklich gut. Also wenn man Guillermo del Toro (nach diesen zwei geilen Realverfilmungen des Höllenjungen) einen dritten Teil verwährt und stattdessen lieber ein paar B-Movie-Leuten 85 Mio. US-Dollar in die Hand drückt, dann macht mich das schon stutzig…
 
Aber ich schweife ab. Zurück ins Jahr 2019 und dem Hellboy-Reboot: Nein danke und bitte straight auf die Streaming-Plattformen, wo der Film höchstens hingehört.
 
 
 
 
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  • Kritik-Autor/in: Allan F
  • Regisseur: Neil Marshall
  • Drehbuch: Mike Mignola
  • Besetzung: David Harbour, Milla Jovovich
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