deensvtr

I Am Mother - Kinostart: 22.08.2019

Artikel bewerten
(2 Stimmen)
Neue Hoffnung nach dem Ende? In Grant Sputores Spielfilmdebüt wächst ...
 
... ein Mädchen nach der Auslöschung der Menschheit unter Aufsicht eines Androiden in einem Forschungsbunker auf, an dessen Tür irgendwann eine verletzte Frau hämmert.
 
Science-Fiction auf engem Raum
 
Zukunfts- und Endzeitstoffe scheinen aktuell, da die Welt in immer unruhigeres Fahrwasser gerät, zu boomen. Können wir unseren Planeten noch retten? Den Klimawandel aufhalten? Lassen sich die gesellschaftlichen Spannungen wieder abbauen? Und schaffen wir es, den internationalen Terrorismus einzudämmen? Fragen über Fragen treiben uns seit einigen Jahren um und finden in großem Maße Eingang in Filme, Serien und Bücher, die so manche düstere Vision an die Wand malen. Den Untergang der Menschheit nimmt auch der Australier Grant Sputore in seinem Debütwerk „I Am Mother“ ins Visier, das bereits aufgrund seines begrenzten Settings an Alex Garlands famoses Science-Fiction-Kammerspiel „Ex Machina“ erinnert.
 
Nach der Auslöschung allen Lebens auf der Erde beginnt in einem hochtechnisierten Forschungsbunker ein humanoider Roboter (in der Originalfassung gesprochen von Rose Byrne) damit, einen von zahlreichen aufbewahrten Embryonen auszuwählen und zu einem Baby heranzuziehen. Einige Zeit später ist aus dem Kleinkind ein Teenager (ihrer herausfordernden Rolle vollauf gewachsen: Clara Rugaard) geworden, der schlicht den Namen „Tochter“ trägt und ein komplexes Lernprogramm absolvieren muss.
 
„Mutter“, so nennt sich der Android, will aus dem Mädchen einen guten Menschen machen und sich erst dann, wenn sie erfolgreich war, um weitere Embryonen kümmern. Das vertrauensvolle Verhältnis innerhalb der hermetisch abgeriegelten Anlage wird allerdings auf eine harte Probe gestellt, als eines Tages eine verletzte Frau (Hilary Swank) vor der Luftschleuse erscheint und um Hilfe bittet. Offenbar ist die Außenwelt, anders als Mutter stets behauptet hat, doch nicht gänzlich unbewohnbar.
 
Drei sind eine zu viel
 
Dafür dass „I Am Mother“ ein Spielfilmerstling ist und nicht über ein exorbitantes Budget verfügte, sieht der in einigen Ländern bloß auf Netflix veröffentlichte Science-Fiction-Thriller erstaunlich ansprechend aus. Mit ihren langen Gängen und ihren hypermodernen, eleganten Forschungsräumlichkeiten ist die Bunkereinrichtung ein echter Hingucker, verströmt gleichzeitig aber auch etwas hochgradig Bedrückendes. Schließlich sind Mutter und Tochter Gefangene des Komplexes, weil draußen angeblich der Tod lauert. Aufregend ist zudem die Gestaltung der Roboter-Mama, in deren Erscheinungsbild menschliche Züge eingearbeitet sind.
 
Die intelligente Maschine präsentiert sich als fürsorgliches Wesen, legt in manchen Momenten allerdings eine fast schon furchteinflößende Entschlossenheit an den Tag. Etwa dann, wenn sie bei einem Sicherheitsalarm durch die Anlage sprintet, um schnellstmöglich alles unter Kontrolle zu kriegen. Liebevolle Mutter oder gefährlicher Bulldozer? Diese Frage stellt sich der Tochter nach der Aufnahme der verletzten Fremden irgendwann. Das Auftauchen der namenlosen Frau bringt das Weltbild des Teenagers ins Wanken und lässt sie immer kritischer auf ihr einziges Elternteil schauen.
 
 
Aus den sich verändernden Beziehungen und sporadischen gewaltsamen Konfrontationen schöpfen Regisseur Sputore und Drehbuchautor Michael Lloyd Green einiges an Spannung. Rückblickend hätten sie die Zerrissenheit des Mädchens aber gewiss noch stärker sezieren können. „I Am Mother“ wirft viele interessante Gedanken zur Künstlichen Intelligenz, zum Verhältnis zwischen Mensch und Technik auf, spinnt diese jedoch nicht immer zufriedenstellend weiter.
 
Manchmal scheinen den Machern die nicht geraden wenigen Wendungen ihrer Geschichte wichtiger als ein genauer Blick auf das Befinden der Charaktere. Ein kleiner Teil der geschickt aufgebauten intensiven Kammerspielstimmung geht überdies verloren, wenn der Film den Blick auf die Außenwelt erweitert. Der eingangs erwähnte „Ex Machina“ dekliniert sein minimalistisches Szenario konsequenter durch und hinterlässt auch deshalb einen – vor allem emotional – wuchtigeren Eindruck. Nichtsdestotrotz ist Sputore mit seinem Endzeitstreifen ein überzeugender Genre-Beitrag gelungen, der handfestes Interesse für seine nächsten Arbeiten weckt.
 
 
Fazit
 
Keineswegs fehlerfrei, aber doch spannend und visuell anziehend genug, um den Zuschauer knapp zwei Stunden lang zu unterhalten.
 
 
 
 
Unterstütze CinePreview.DE:
                                                                                                                                        
 
 

Ähnliche Kritiken

Justice League Im Jahre 1960 bekam die Justice League of America ihren ersten Auftritt im ...   ... DC-Comic „The Brave and the Bold” und auch wenn immerhin der Dunkle Ritter alias Batman 1989 seinen ersten richtigen Kinofilm bekam, dauerte es noch etwas länger bis zum Leinwanddeb&uu...
Deadpool 2 - Kinostart: 17.05.2018 Dass „Deadpool“ eine Fortsetzung erfahren würde, stand schon fest, bevor ...   ... der erste Teil in die Kinos kam. Nun kommt der zweitbeste … Verzeihung, … der zweite Teil in die Kinos.   Wolverine, Yentl, James Bond, ….   Deadpool i...
Dumbo - Kinostart: 28.03.2019 Disney bringt seit einiger Zeit immer mal wieder Realfilmversionen seiner ...   ... Zeichentrick-Klassiker auf die Leinwand. „Dumbo“ von 1941 scheint eine merkwürdige Wahl für eine solche Neuverfilmung zu sein. Und ausgerechnet Tim Burton scheint eine noch merkwür...
Mary Poppins Rückkehr - Kinostart: 20.12.2018 Disney hat sich mit der Fortsetzung seines Klassikers von 1964 große Mühe gegeben.   Die Frage lautet nun: hat all die Mühe sich gelohnt?   Ist das ein herrlicher Tag   Die Banks-Kinder sind erwachsen geworden. Michael (Ben Wishaw) ist mittlerweile selbst Vater...

Weitere Informationen

  • Autor/in: Christopher Diekhaus
  • Regisseur: Grant Sputore
  • Drehbuch: Michael Lloyd Green
  • Besetzung: Clara Rugaard, Luke Hawker
d23019 mag header
Am 24. und 25. August 2019 präsentierten die Walt Disney Studios bei der D23 Expo 2019 im kalifornischen Anaheim den nahezu 7000 Fans Star-gespickte…
hnews 007ds
Die James Bond Produzenten, Michael G. Wilson und Barbara Broccoli, haben heute den offiziellen Titel des 25. James Bond Abenteuers NO TIME TO DIE…
hnews marvel
Neuigkeiten aus dem Marvel Cinematic Universe: Der Siegeszug von AVENGERS: ENDGAME an den weltweiten Kinokassen ist bis heute nicht aufzuhalten. Am…
hbss hnews
Mit „Rocky“ und „Rambo“ avancierte er zur Actionlegende und auch vier Jahrzehnte nach seinem Durchbruch gehört er noch lange nicht zum alten Eisen:…
wss hnews
Das erste Filmfoto von Oscar®-Gewinner Steven Spielbergs WEST SIDE STORY wurde veröffentlicht. Die Adaption des Original Broadway Musicals WEST SIDE…
traffikant hnews
"Der Trafikant": Bruno Ganz' letzter Film feiert seine Los Angeles Premiere auf dem Jüdischen Filmfestival Es sollte seine letzte Rolle werden: Bruno…
hnews pa bond25
Die James-Bond-Produzenten, Michael G. Wilson und Barbara Broccoli, haben am 25. April 2019 angekündigt, dass die Dreharbeiten zum 25. offiziellen…
swc hnews
Greg Pak und Phil Noto werden ab Juli die monatliche Comic-Kernserie übernehmen. Auf der diesjährigen Star Wars Celebration wurden Details zu der…
os019 hnews header
Endlich wieder Glamour, endlich wieder Popcorn-Feeling, endlich wieder erfahren, welche Filme für die Academy besonders hervorgestochen sind – ja, es…
hnews gg019 header
In der Nacht zum 07. Januar 2019 fand in Los Angeles wie in jedem Jahr die Verleihung der „Golden Globes“ statt. Und das bereits zum 76. Mal.…
hnews moma
Bei einer Benefitzveranstaltung des Museum of Modern Art 2018 ehrten Robert De Niro, Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Emily Mortimer und weitere Stars…
hnews joker
Nachdem Alec Baldwin letzten Monat den Cast verlassen hatte, übernimmt Brett Cullen die Rolle von Thomas Wayne im kommenden "Joker"-Film. Joaquin…
hnews hbfm18
Freddie Mercury, der legendäre Rocksänger der Siebziger und Achtziger Jahre, wurde heute vor zweiundsiebzig Jahren auf der Insel Sansibar (heute…
hnews tg2c
Jennifer Conelly soll neben Tom Cruise die weibliche Hauptrolle im "Top Gun" - Sequel spielen, welches 2019 in die Kinos kommen wird. Und zwar eine…
hnews dumbo tburton
Diese Woche hat Disney den Teaser-Trailer für seine neueste Live-Action-Adaption eines animierten Klassikers veröffentlicht: Dumbo. Basierend auf dem…