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Everest: Ein Yeti will hoch hinaus - Kinostart: 26.09.2019

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Yetis und ähnliche Gestalten – der amerikanische Verwandte, der Bigfoot ...
 
... haben in letzter Zeit Hochkonjunktur, und das vor allem im Animationsfilm. Erst letztes Jahr gab es „Smallfoot“, dieses Jahr kam „Mister Link“ in die Kinos und mit „Everest – Ein Yeti will hoch hinaus“ wird das Triumvirat des Schneemenschen zum (vorläufigen?) Ende geführt. Alle Filme haben etwas sehr Eigenes an sich. Sie überzeugen durch originelle Ansätze, die dem Schneemenschen mehr Variation zugestehen, als das der Horrorfilm, der sich über einige Jahrzehnte hinweg der Kreatur angenommen hat, je getan hat. Die Welt der Animation ist eben einfach bunter und vielseitiger.
 
Auf der Flucht
 
Ein Yeti wurde gefangen genommen und wird in einer geheimen Anlage studiert, aber es gelingt der Kreatur zu entkommen. Ganz verängstigt läuft der Yeti über die Dächer der Häuser und versteckt sich dort, wo er von der kleinen Yi gefunden wird. Yi hat vor kurzem ihren Vater verloren, findet in dem Yeti, den sie Everest tauft, aber einen Freund, dem es ähnlich ergeht. Nur dass er sich auch noch danach sehnt, nach Hause zurückzukehren – auf den Mount Everest.
 
Mit Hilfe zweier Freunde setzt Yi nun alles daran, Everest nach Haues zu bringen, doch die Reise quer durch China und in Richtung des Himalayas ist alles andere als einfach. Sie ist sogar höchst gefährlich, denn die vier ungleichen Reisenden werden von den Häschern jener skrupellosen Firma gejagt, die den Yeti für Forschungszwecke einsetzen will. Aber Yi und Everest sind den fiesen Burschen immer eine Nasenlänge voraus. Hilfreich ist dabei, dass der Yeti ein wirklich magisches Wesen ist, das über unglaubliche Fähigkeiten verfügt …
 
Niedlich
 
Everest ist niedlich, der Film aber per se so schön gestaltet, dass man sich in dieser Welt verlieren kann. Die Geschichte ist natürlich nicht besonders originell. Im Grunde hat man die Story von „E.T. – Der Außerirdische“, nur dass es eben nicht um einen Außerirdischen, sondern eine Fabel-Kreatur geht. Der Film versteht es, aus gerade dieser Figur sehr viel zu machen, weil dem Yeti magische Fähigkeiten angedichtet werden, die der Film nicht nur nutzt, um seine Figuren aus aussichtslosen Situationen zu befreien, sondern auch, indem sehr surreale, aber schöne Momente erschaffen werden, die ausgesprochen phantasievoll sind.
 
Sehr beeindruckend ist dabei die Blaubeerenszene, die nicht nur herrlich schräg ist, sondern auch die Möglichkeiten der 3-D-Technik sehr gut zu nutzen weiß. Damit erweist sich „Everest – Ein Yeti will hoch hinaus“ als ein Film, der es endlich einmal versteht, diese oft brachliegende Technik ideal einzusetzen. Denn hier geht es nicht nur um die Erschaffung von Tiefe, man denkt auch nach vorne. Das zeigt sich nirgendwo besser als in dem Moment, als die riesigen Blaubeeren in die Luft geschossen werden und wie Wasserbomben einschlagen.
 
 
Melancholische Momente
 
Das Schöne an diesem Film ist auch, dass er nicht nur rasant eine Abenteuer-Geschichte erzählen will, sondern sich auch die Zeit nimmt für ruhige, sogar melancholische Momente. Der beste ist wohl, als Yis Geige, die sie von ihrem Vater bekommen hat, zerstört wird. Die Auflösung der Szene ist zu Tränen rührend und zeigt sehr schön, wie emotional auch ein Animationsfilm werden kann, der sich in erster Linie an Kinder richtet, aber Erwachsene eben so gut zu unterhalten versteht.
 
Die Figuren sind dabei sehr sympathisch, während die Schurken auf wundervolle Weise eindimensional erscheinen – es fehlt nur das Zwirbeln des nicht vorhandenen Schurkenbärtchens.
 
 
Fazit
 
„Everest – Ein Yeti will hoch hinaus“ ist ein sehenswerter Animationsfilm, der die 3-D-Technik effektiv einzusetzen versteht, aber auch inhaltlich punkten kann, weil er sehr rasante und lustige Szenen gleichberechtigt neben solche stellt, die eine gewisse Melancholie ausstrahlen. Das macht diesen Film, der auch deswegen ungewöhnlich ist, weil bei einer US-Produktion fast nur asiatische Figuren im Mittelpunkt stehen, zu einem rundum gelungenen Erlebnis für die ganze Familie.
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor/in: Peter Osteried
  • Regisseur: Jill Culton
  • Drehbuch: Jill Culton
  • Besetzung: Chloe Bennet, Albert Tsai
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