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Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen

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Hidden Figures ist ein sehr befriedigender Film auf allen Ebenen. Die Protagonisten sind liebenswert, ...
 
... die Geschichte zeugt von Mut und Courage, basiert dabei auf wahren Begebenheiten und noch dazu geht es um Gleichberechtigung und Menschlichkeit.
 
Nicht noch ein Raumfahrtabenteuer
 
Ein einer Zeit in der die Traumfabrik einen Weltraumfilm nach dem anderen produziert, die sich alle an Bombast und Spezialeffekten überschlagen, ist es wunderschön auch einmal eine andere Perspektive präsentiert zu bekommen. Anders als bei Star Trek, Star Wars, Interstellar, Gravity oder Guardians of the Galaxy geht es hier um die harte Realität der Anfänge des Menschen im Weltall. Es geht um die ganzen Hürden bei dem Versuch diesen Planeten mit Raketenkraft zu verlassen und dabei auch die Hindernisse in der eigenen Gesellschaft aus dem Weg zu räumen.
 
Am Anfang steht immer die graue Theorie, in diesem Fall komplexe Mathematik an Tafeln in Kreide handgeschrieben. Drei afroamerikanische Frauen mit einem besonderen Talent für Zahlen und enormer Willenskraft fristen am Anfang der 60er Jahre ein Dasein am Rande einer nach wie vor rassistisch geprägten Gesellschaft. Selbst auf dem Gelände der fortschrittlich denkenden Weltraumbehörde NASA befindet sich ihr Arbeitsplatz in einem Kellerloch am Rande des Areals. Erst durch die großen Fortschritte der Russen bei dem Kampf um die Vorherrschaft im Weltall bietet sich den drei Frauen endlich die Gelegenheit ihr Können unter Beweis zu stellen.
 
Es geht darum, für die Astronauten lebenswichtige Wiedereintrittskoordinaten und -winkel zu berechnen, die brandneu entwickelten Rechenmaschinen mit den richtigen Daten zu füttern und nebenbei die Mauern in den Köpfen der weißen, männlichen Wissenschaftler einzureißen. Dabei zeigen sie den Herren der Schöpfung wer die eigentlichen Genies sind, kämpfen gleichzeitig für Gleichberechtigung und gegen den alltäglichen Rassismus. Das alles tun sie mit einer menschlichen Fröhlichkeit und Willenskraft dass es eine wahre Wonne ist, ihrem Siegeszug beiwohnen zu dürfen.
 
Historische Ereignisse ins rechte Licht gerückt
 
Jeder kleine Erfolg erfüllt einen mit einer unbeschreiblichen Genugtuung und man verdrückt sogar ein paar Tränen, wenn diesen tollen Frauen endlich die Ehre zuteil wird die sie ohne Frage verdient haben. Das amerikanische Raumfahrtprogramm wird eigentlich bis heute als hauptsächlich männliche Domäne wahrgenommen, dass jedoch bereits in den 60er Jahren alles gescheitert wäre, hätte es diese Frauen nicht gegeben, ist für viele Zuschauer bestimmt eine völlig neue Erkenntnis. Inwieweit deren Leistungen im Zuge der Verfilmung zusätzlich zugespitzt dargestellt wurden, spielt dabei keine Rolle.
 
Es ist großartig den drei Hauptdarstellerinnen (Taraji P. Henson, Octavia Spencer, Janelle Monáe) beim Agieren zuzusehen. Die Nebencharaktere sind mit Kevin Costner und Kirsten Dunst ebenfalls hochkarätig besetzt, man sieht sogar Jim Parsons in seiner Paraderolle als eitler und leicht sexistischer Wissenschaftler, ausnahmsweise mal ohne einen einzigen Gag. Was dem Film jedoch bei aller politischen Dringlichkeit und gesellschaftskritischem Unterton eine fröhliche Note verleiht, ist die wie immer stilsichere Musik von Pharrell Williams, die mit ihrer Leichtigkeit einen schönen Kontrast schafft.
 
 
Für den durchschnittlichen deutschen Kinogänger scheint das Thema des Films zunächst vielleicht fremd oder sogar irrelevant. Doch diese bezwingende Mischung aus einer wahren Geschichte mit herzensguten Menschen, die um Anerkennung ihrer Leistung kämpfen, vor dem Hintergrund dieser historisch bedeutsamen Ereignisse, macht aus diesem Stoff ein wunderbares Kinoerlebnis. Auch die Balance zwischen den persönlichen Schicksalen der einzelnen Figuren und deren beruflichen Errungenschaften ist durchweg gelungen.
 
 
Wenn man einfach glücklich aus dem Kino kommt
 
Es gibt weder handwerklich noch erzählerisch etwas zu bemängeln an diesem Film, sowohl die Kameraarbeit (Mandy Walker) als auch die unaufdringliche Regie (Theodore Melfi) setzen ein geradliniges Drehbuch um (Allison Schroeder), wie es das Leben noch immer am besten schreibt. Die Geschichte basiert auf den Recherchen von Margot Lee Shetterly, deren Buch die stille Beteiligung der Frauen am Erfolg der NASA Raumfahrt-Missionen näher beleuchtet.
 
Ein Vorwurf sei den Filmemachern trotzdem gemacht: nach diesem emotionalen Hammer aus dem Kino in die graue Wirklichkeit zu wanken ist nicht leicht. So gut es tut, dass diesen Frauen, wenn auch spät, nun zumindest filmisch ein Denkmal gesetzt wird, so sehr schmerzt es doch zu wissen, dass nach wie vor so viel Ungerechtigkeit und Unterdrückung in der Welt herrscht. Auch vor dem Hintergrund der letzten US-Wahlen hoffen wir der Film kommt rechtzeitig um den einen oder anderen zum Nachdenken zu bringen.
 
Fazit
 
Unbedingt anschauen und dann weiterempfehlen. So viele verschiedene Facetten bekommt man selten in einem Film geboten. Für Männer wie Frauen ein gelungener Kinoabend, unaufgeregt und ohne unnötiges Spektakel erzählt.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Sascha Fersch
  • Regisseur: Theodore Melfi
  • Drehbuch: Allison Schroeder
  • Stars: Taraji P. Henson, Octavia Spencer, Janelle Monáe
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