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Bad Hair - Heim-Kinostart: 25.06.2021

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Diese abgedrehte Horror-Satire wird wohl vor allem Frauen das ...
 
... Fürchten lehren. Denn es geht um Frisuren! Und zwar welche, die sich selbstständig machen und versuchen andere zu töten! Was wie ein völlig neuer Ansatz klingt, wurde von Regisseur und Drehbuchautor Justin Simien allerdings ganz im Stile der 80iger Jahre Genreklassiker inszeniert.
 
Where is my Hairspray?
 
Angesiedelt während der glorreichen (und Style-besessenen) Ära von MTV, will eine ambitionierte Afroamerikanerin endlich ihre VJane-Karriere starten. Doch trotz bester Qualifikationen und vollem Engagement steht ihr neben ihrem Geschlecht und ihrer Hautfarbe schlussendlich vor allem eines im Weg: Die falsche Frisur!
 
Mit ihrem letzten Geld setzt sie schließlich alles auf eine Karte und lässt sich im angesagtesten Salon der Stadt eine aufwändige Haarverlängerung machen um kameratauglicher zu werden. Die schmerzhafte Prozedur scheint sich auszuzahlen und schon bald folgen erste berufliche und private Erfolge. Doch die Haare lassen sich nicht so leicht zähmen, sondern entwickeln ein mörderisches Eigenleben …
 
Achtziger Jahre Flashback
 
Doch bis wir uns gruseln dürfen, vergeht eine ganze Weile. Justin Simien, der unter anderem die Netflix-Serie „Dear White People“ realisiert hat, katapultiert uns zunächst erstmal zurück in die achtziger Jahre. Und das nicht nur modisch, stilistisch und musikalisch, sondern leider auch dramaturgisch. Der Film erinnert schnell an Streifen wie The Fog (1980) oder Fürsten der Dunkelheit (1987). Schon damals langatmige Aufreger, heute eher nur noch nostalgiebehaftete Genreschinken.
 
In den ausgiebigen, meist belanglosen, Dialogphasen dreht sich aber zumindest alles um das Kernthema des Films: Haare! Eigentlich nur um das. Die Protagonisten befinden sich alle in einer Blase, in der es keine anderen Probleme zu geben scheint. Sowie unterschwellig um die Diskriminierungserfahrungen von afroamerikanischen Frauen in den USA.
 
Selbst als es um die Beförderung der Hauptdarstellerin geht, stehen die Haare im Mittelpunkt. Dass es sich bei Bad Hair um einen Horrorfilm handelt wird uns erst wieder bewusst, als sie ihre Haarverlängerung verpasst bekommt. Mit gekonnt gesetzten Einstellungen und Geräuschen werden wir Zeuge dieser schmerzhaften, blutigen Angelegenheit. Viele Frauen werden es sich nach dem Film mit Sicherheit überlegen, sich jemals wieder einer solchen Prozedur zu unterziehen.
 
 
Unterstützt durch einen coolen End-80er New Jack Swing-Sound werden wir schließlich Zeuge, wie die soeben gewonnene Haarpracht ein mörderisches Eigenleben entwickelt. Nur eben nicht so, wie wir uns das bei einem Horrorfilm wünschen würden. Zwar stellenweise blutig, aber stilistisch und leider auch dramaturgisch angepasst an die Zeitepoche des Films. Was wiederum im kompletten Gegensatz zu den heutigen Sehgewohnheiten und Erwartungen bei den Zuschauern führt.
 
Umherwedelnde Haare, die sich anschließend zur perfekten Frisur formen oder ihrer Trägerinnen dadurch Hinweise geben, untermalt mit Flüstergeräuschen, erzeugen heutzutage nicht mehr wirklich Gänsehaut. Vor allem dann nicht, wenn es so aussieht, als stehe jemand im Hintergrund mit einem riesigen Fön am Set.
 
So richtig blutig wird es auch nie. Oftmals sind die mörderischen Taten sogar sehr albern inszeniert. Das liegt wohl hauptsächlich daran, dass man bei der visuellen Umsetzung der Effekte augenscheinlich auf die alten Methoden aus den achtziger Jahren zurückgegriffen hat. Oder aus budgetären Gründen keine andere Möglichkeit hatte. Erst in der letzten Viertelstunde nimmt der Film doch noch einigermaßen Fahrt auf. Wenn auch eher gewollt, als dass es der Geschichte dienlich gewesen wäre.
 
 
Fazit
 
Echte Gruselstimmung kommt bei Bad Hair größtenteils leider nicht auf. Dafür ist der Film, gemessen an heutigen Maßstäben, einfach zu altmodisch gemacht. Unterhaltsam ist er trotz seiner dramaturgischen Schwächen aber trotzdem. Vor allem wer 80iger Jahre Streifen des Genres liebt, wird garantiert auf seine Kosten kommen.
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor/in: Max Wrede
  • Regisseur: Justin Simien
  • Drehbuch: Justin Simien
  • Besetzung: Elle Lorraine, Jay Pharoah