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Life

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Der Weltraum, unendliche Weiten. Halt, das trifft es nicht. Also noch einmal: Im Weltraum hört dich niemand schreien. Ja, damit kommt man der Sache ...
 
... schon näher, denn wenn alles gesagt und getan ist, dann erweist sich „Life“ als ein Film, der die „Alien“-DNS in sich trägt, auch wenn das Monster weniger monströs als vielmehr natürlich erscheint. So natürlich es eben ist, wenn eine Spezies auf eine andere trifft und der Kampf ums Überleben beginnt.
 
Es lebt
 
Von einer Marsmission wird eine Probe zur ISS geschickt. Es handelt sich um eine Zelle, die gehegt und gepflegt wird – bis sie zum Leben erwacht und sich entwickelt. Man tauft den „Marsianer“ Calvin, der langsam wächst, ohne dass die amorphe Gestalt irgendetwas ähneln wurde, das der Mensch kennt. Die Lebensform scheint weder intelligent noch besonders aktiv zu sein. Die Tage und Wochen vergehen, bis ein Unfall im Labor geschieht. Das Wesen scheint sich daraufhin im Tiefschlaf zu befinden. Einer der Wissenschaftler versucht, es mit Elektroschocks zu animieren, doch das Wesen sieht das als einen Angriff an und verteidigt sich.
 
Schon bald geht es an Bord der ISS nicht mehr nur ums nackte Überleben, sondern auch darum, zu verhindern, dass es Calvin gelingt, auf die Erde zu kommen …
 
Gravity meets Alien
 
Wirklich neu ist an der Geschichte von „Life“ eigentlich nichts, das hat man schon unzählige Male gesehen, nur die Machart hebt Daniel Espinosas Film dann doch von vielen ähnlich gelagerten Streifen ab, zumal gerade früher im Fahrwasser von „Alien“ allerhand billiger Monsterquatsch auf die Zuschauer losgelassen wurde. Billig ist an „Life“ hingegen nichts, denn der Film schafft es, das Leben an Bord der Raumstation authentisch nachzubilden. Das heißt, hier gibt es keine künstliche Schwerkraft, so dass die Astronauten innerhalb der Station schweben.
 
 
Die entsprechenden Sequenzen erinnern an „Gravity“. Auch eine spätere Action-Sequenz, bei der einiges zu Bruch geht, sorgt für Reminiszenzen an den Sandra-Bullock-Film. Aber dann hat man auch noch das „Alien“-Element, das mit dem an einen Oktopus erinnernden Calvin einhergeht. Das Interessante hieran ist, dass die Kreatur nicht als blutrünstiges Monster gezeichnet wird, das um des Tötens willen tötet, sondern eher als ein Tier, das aufs eigene Überleben bedacht ist.
 
Dabei offenbart die Kreatur immer mehr Intelligenz, die aber auch so gestaltet sein könnte, dass Instinkt als solcher wahrgenommen wird. Das ist eine der essenziellen Fragen des Films: Wo endet Instinkt, wo beginnt Intelligenz. Aber: Es ist nicht Calvin, von dem die erste Aggression ausgeht. So dass der Film auf eher subtile Art auch untersucht, welche Kreatur denn die verabscheuungswürdigere ist: der Mensch oder Calvin. Die Antwort darauf ist nicht unbedingt schön …
 
Der erste Kontakt
 
„Life“ funktioniert vor allem deswegen, weil er ein Gefühl dafür gibt, wie es sein könnte, wenn außerirdisches Leben entdeckt wird, weil man eben nicht auf intelligentes Leben trifft, mit dem man wie auch immer kommuniziert, sondern alles mit einer Zelle beginnt. So würde es wohl auch in Wahrheit ablaufen. Was danach folgt, geht dann aber schon eher in Richtung Horrorkino. Der Film gibt sich anfangs vor allem wissenschaftlich, der Spannungsaspekt tritt erst später zu Tage. Damit einher geht ein leichter Erzählbruch, der aber locker in Kauf zu nehmen ist.
 
Die Figuren bleiben eher unterentwickelt, dienen aber als Funktionsträger und treiben die Handlung voran. Jake Gyllenhaal, der zuletzt einige großartige Leistungen abgeliefert hat, bleibt hier aber deutlich unterfordert.
 
Die Effekte sind erstklassig – sowohl was das Innenleben und das Exterieur der Raumstation betrifft, als auch Calvin selbst. Bisweilen wirkt Calvin bedrohlich, oftmals aber auch wie ein Tier, das nur dann agiert, wenn es selbst in Gefahr ist.
 
 
Fazit
 
Originell ist die Geschichte von „Life“ sicherlich nicht, die Umsetzung hebt ihn jedoch von ähnlich gelagerten Filmen ab und bietet eine etwas clevere Version der typischen Alien-Geschichte.
 
Weil hier auch Wert auf die Authentizität des Lebens an Bord einer Raumstation gelegt wird und der Film einen anfangs wissenschaftlichen Unterbau erhält. Danach geht er mehr in Richtung Spannungskino, was diese Mixtur aus „Gravity“ und „Alien“ ziemlich gut zur Geltung bringt – inklusive des knackigen Endes, nach dem man gerne noch mehr sehen würde.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Peter Osteried
  • Regisseur: Daniél Espinosa
  • Drehbuch: Rhett Reese
  • Stars: Jake Gyllenhaal, Rebecca Ferguson
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