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Fast & Furious 8

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Wenn eine Filmmarke schon mehr als ein halbes Dutzend Sequels auf dem Buckel hat, heißt ...
 
... es meistens, es sei doch jedes Mal nur das Gleiche. Die „Fast & Furious“-Reihe jedoch hat mittlerweile nur noch wenig mit ihren Anfängen gemein. Was einst als speziell für Tuning-Fans zugeschnittenes B-Movie-Kino begann, ist mittlerweile ein großes Action-Franchise geworden, samt riesigen Budgets und noch riesigeren Einnahmen. Der Vorgänger „Fast & Furious 7“ belegt sogar den sechsten Platz der erfolgreichsten Filme aller Zeiten.
 
Doch nur wenige Filmreihen können nach so vielen Episoden qualitativ durchgehend überzeugen und auch beim abermals mit übertriebener Action und coolen Sprüchen vollgepackten achten Teil ist die Luft spürbar ziemlich raus. „Fast & Furious 8“ macht zwar nach wie vor Spaß, verfällt aber nun endgültig dem Prinzip einer Zitronenpresse.
 
Die Luft ist raus!
 
Eigentlich will Dominic Toretto (Vin Diesel) nur mit seiner Frau Letty (Michelle Rodriguez) ein bisschen Urlaub in Havanna machen. Doch plötzlich taucht eine mysteriöse blonde Frau (Charlize Theron) auf und behauptet, sie würde Dom überzeugen, ihn für sich arbeiten zu lassen. Es stellt sich heraus, dass es sich bei der mit Dreadlocks frisierten Dame um die Cyber-Terroristin Cypher handelt und plötzlich ist Dom tatsächlich auf ihrer Seite und kämpft unerklärlicher Weise gegen seine eigenen Verbündeten.
 
Im Vorfeld gab es bereits einige Spekulationen um den unerwarteten Sinneswandel von Vin Diesels verkörperten Dom. Der Film schafft es auch geschickt, diese Frage zunächst unbeantwortet zu lassen und erst in der Mitte den Grund für Doms Verrat aufzulösen. Dieser ist letztendlich dann doch zwar sehr vorhersehbar aber zumindest nachvollziehbar aber auch wie die anderen Wendungen der Geschichte vor allem einfach nur unlogisch. Das gesamte Gerüst der Handlung steht damit auf sehr wackeligen Beinen.
 
Ging es in den ersten „Fast & Furious“-Filmen noch eigentlich nur ums Rennen fahren, gilt es in Teil 8 nun gleich die ganze Welt vor einem Nuklearkrieg zu retten. Das klingt nicht nur bekloppt, das ist auch in der Praxis so.
 
Mischung aus James Bond und Speed
 
Allzu ernst nimmt sich der Film zum Glück dabei nicht, sonst würde das „Man mische James Bond mit Speed“-Konzept gnadenlos gegen die Wand fahren. Und seitdem Regisseur Justin Lin mit dem vierten Teil 2009 die Reihe in eine neue Richtung gelenkt hat, ist man ja den großen Nonsens, der mit jedem Sequel noch einmal gesteigert wird, gewohnt. Diesmal legt sich die Crew nicht nur mit einem Atom-U-Boot auf einem gefrorenen See an, zuvor hat sie es sogar in New York mit einer Armee aus durch Hacking Amok laufenden Autos zu tun.
 
 
Das Problem von „Fast & Furious 8“ ist, das der ganze Blödsinn zwar nett anzusehen ist aber weder im Gedächtnis bleibt, noch den Ästhetik-Faktor eines „Mad Max: Fury Road“ auch nur ansatzweise erreicht. Hier gilt Quantität statt Qualität. Dabei wird stets noch einer draufgesetzt und in der zweiten Filmhälfte fliegen dem Zuschauer die Explosionen fast pausenlos um die Ohren, stets untermalt mit lauten Beats und übertriebenen Zeitlupen. Das Ergebnis ist mehr Übersättigung als Unterhaltung. Und kaschieren kann der Film damit seine Logiklücken und sein mittelmäßiges Schauspiel auch nicht.
 
Oneliner statt echte Dialoge
 
Ein Vin Diesel kann nämlich auch 2017 mehr mit seinem Körper als seiner Mimik beeindrucken und von einer eigentlich so tollen Schauspielerin wie der Südafrikanerin Charlize Theron (Mad Max: Fury Road) als Antagonistin Cypher haben wir uns auch mehr versprochen. Ein weiblicher Gegenspieler ist zwar eine angenehme Abwechslung und Theron besticht durch ihre Präsenz, doch ihre Rolle ist meistens nur dabei, aus einer Einsatzzentrale heraus das Geschehen mit wirklich schlimm geschriebenen Zeilen zu kommentieren. Das Drehbuch ist dabei das richtige Stichwort.
 
„Fast & Furious 8“ beinhaltet nämlich keine wirklichen Dialoge sondern gefühlt fast nur aufgesetzt flotte Oneliner-Sprüche, die mal mehr und meist weniger gelungen sind. Von Running Gag Tyrese Gibson als Quasselstrippe Roman Pierce ist man das ja gewohnt, doch wenn fast jeder Dialog so aufgebaut ist, nervt das nicht nur, es fällt auch schwer, der Handlung emotional folgen zu können.
 
Nun wollen die „Fast & Furious“-Filme ja einfach nur unterhalten, doch mittlerweile ist die Reihe zu einer reinen Geldmaschine verkommen, deren Produkt wir nach dem achten Mal nicht mehr schlucken wollen. Eine Neuausrichtung wie 2009 täte dem Ganzen jedenfalls gut, denn Schluss ist bekanntlich noch lange nicht. Teil Neun und Zehn stehen schon in den Startlöchern.
 
 
Fazit
 
Teil 7 waren bereits erste Ermüdungserscheinungen anzusehen. In „Fast & Furious 8“ wird es nun deutlich: Die Filme können durch ihren puren Gigantismus nicht mehr überzeugen.
 
Eine misslungene Konstellation der Charaktere lässt diesmal zudem den Charme der Vorgänger vermissen und endlose Action allein reicht da nicht aus. Der Fan bekommt letztendlich natürlich genau, das was er erwartet, doch das bekommt auch der Kunde im Fast Food-Restaurant: Den gleichen Müll wie beim letzten Mal.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Alexander Friedrich
  • Regisseur: F. Gary Gray
  • Drehbuch: Chris Morgan
  • Besetzung: Vin Diesel, Dwayne Johnson, Jason Statham
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