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The Founder

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„Weitermachen“! Nichts auf der Welt ersetzt Beharrlichkeit! Talent nicht; denn nichts ist normaler als erfolglose ...
 
... Menschen mit Talent. Genie nicht; denn das verkannte Genie ist nahezu die Regel. Bildung nicht; denn die Welt ist voll von gebildeten Obdachlosen. Beharrlichkeit und Entschlossenheit allein sind allmächtig. (Motto der McDonald’s Corporation).
 
Anfang der 50er Jahre fährt Ray Crock (Michael Keaton) in seinem blauen Plymouth Belvedere kreuz und quer durch den mittleren Westen. Er ist ein ein kleiner, unbedeutender Vertreter Anfang 50, der versucht, Multimixer aus dem Hause Prince Castle zu verkaufen. Er träumt vom großen Erfolg. Doch dieser lässt leider auf sich warten. Kaum jemand möchte die Multimixer haben, bis ein ominöser Auftrag über gleich sechs Stück Crock aufhorchen lässt. Das kann doch nur ein Irrtum sein?
 
Doch bei genauerer Nachfrage stellt sich heraus, dass es kein Irrtum ist. die McDonald-Brüder Mac (John Carroll Lynch) und Dick (Nick Offerman) benötigen für ihr hervorragend laufendes Schnellrestaurant unbedingt eine Beschleunigung im Milchshake-Mixing-Department.
 
Ray Crock wird neugierig und sieht sich das Restaurant, das in San Bernardino in der Nähe von LA steht, aus der Nähe an. Und ist sofort begeistert. Die McDonald-Brüder zeigen ihm ihr ausgeklügeltes Küchen-System, mit dem sie qualitätvolles Essen in kürzester Zeit zubereiten können. Fast-Food vom Feinsten. Die Leute stehen Schlange. Sie lieben es.
 
Und Ray Crock sieht sich der Geschäftsidee des Jahrhunderts gegenüber. Und lässt nicht locker, bis sein Traum vom Erfolg erfüllt ist.
 
Goldene Bögen für die USA
 
Wer hat nicht schon einmal im bekannten Schnellrestaurant mit den goldenen Bögen, dem Clowns-Maskottchen und den Kinderspielplätzen gegessen, sich den Magen verdorben, Mitten in der Nacht Heißhunger auf Pommes gestillt oder vielleicht sogar einen Kindergeburtstag dort gefeiert? „McDonald’s ist Familie“ heißt es im Film. In den 50er Jahren wollte sich McDonald’s von all den anderen billigen Restaurants unterscheiden, die schlechtes Essen anboten und zwielichtiges Publikum anlockten. Um von einem kleinen Restaurant zu einem weltweiten Unternehmen zu expandieren, brauchte es aber die Ambition eines Mannes mit Visionen: Ray Crock.
 
Michael Keaton liefert mit der Figur des Ray Crock eine Glanzleistung ab. Überzeugend manipuliert, verkauft, verhandelt, grübelt und arbeitet er letztlich so lange, bis er sein großes Ziel - das er erst spät in seinem Leben gefunden hat - erreicht hat.
 
 
John Carroll Lynch und Nick Offerman bilden als McDonald-Brüder das ideale Gegenstück zum etwas undurchschaubaren, nach Erfolg lechzenden Ray. Ihre Simplizität und teilweise extrem zähe Verhandlungsart, wenn es um die Qualitätsstandards ihres Restaurants geht, machen sie liebenswert und nervig zugleich.
 
Die neue Amerikanische Kirche
 
Ray Crock ist ein talentierter Verkäufer. Und doch ist er nicht erfolgreich. Bis er etwas findet, das seines Verkaufstalentes würdig ist: McDonald’s. Es ist seine Geschichte, die hier erzählt wird. Die Gebrüder McDonald haben zwar die Idee, aber nicht den Weitblick für die nationale Expansion. In „The Founder“ wird Verkaufstalent und Weitblick einer guten Idee und Qualitätsbewusstsein gegenüber gestellt. Sowohl die eine als auch die andere Seite erweckt zugleich Sympathie und Abneigung.
 
Die Figur des Ray Crock beeindruckt mit seiner Beharrlichkeit. Er gibt einfach nicht auf. Langsam tritt aber eine Rücksichtslosigkeit zutage, vor der man zurückschreckt. Die McDonald Brüder hingegen wollen gutes Essen produzieren. Die Priorisierung der Qualität ihrer Produkte ist bewundernswert. Und doch erscheinen sie als zwei eher schlichte Naturen, die Träume haben, die sie nicht verwirklichen können. So schlittert der Zuschauer unwillkürlich zwischen Sympathie und Abneigung hin und her. Für alle Parteien.
 
 
Fazit - Eine fesselnde Interpretation der Geschichte der McDonald’s-Corporation
 
Regisseur John Lee Hancock liefert mit „The Founder“ ein rundum gelungenes Werk. Es wird ein intensives Gefühl für die 50er Jahre in den USA vermittelt.
 
Mit schönen Aufnahmen, tollen Kostümen und unvergleichlichen Autos wird das Publikum in die Zeit der Gründung einer der erfolgreichsten Unternehmen der Welt katapultiert. Die Story fließt lebendig von einem zum nächsten Ereignis und immer wieder geschieht etwas Unerwartetes. Ein sehenswerter Film!
 
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Vivien Neder
  • Regisseur: John Lee Hancock
  • Drehbuch: Robert D. Siegel
  • Besetzung: Michael Keaton
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