deensvtr

Die Unglaublichen 2 - Kinostart: 27.09.2018

Artikel bewerten
(58 Stimmen)
Sie sind zurück! Nach fast 14 Jahren kehrt die Familie von Superhelden ...
 
... endlich auf die Leinwand zurück. Und alle fragen sich: Wird die Fortsetzung genauso unglaublich werden wie Teil 1? Oder vielleicht noch unglaublicher?
 
„Sollen wir die Rettung der Welt den Männern überlassen?“
 
Teil 2 beginnt exakt wo Teil 1 aufhört. Die ganze Familie Parr verfolgt gemeinsam den Tunnelgräber. Leider geht dabei so viel zu Bruch, dass die Superhelden gleich wieder ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Da wenden sich die schwerreichen Industriellen-Geschwister Deavor an Lucius und das Ehepaar Parr. Mit einem großangelegten PR-Programm wollen die Deavors die öffentliche Meinung zugunsten der Superhelden beeinflussen. Die Deavors haben persönliche Gründe, den Superhelden zu ihrem Recht zu verhelfen …
 
Pixar ist anders als andere Filmstudios. Nicht nur ist jeder Film aus dieser Ideenschmiede originell und aufwendig gestaltet. Auch ihre Fortsetzungen gehen immer einen etwas anderen Weg. Wenn andere Studios uns regelmäßig Fortsetzungen präsentieren, die einfach nur neue Versionen vorangegangener Filme sind, sucht Pixar immer einen neuen Ansatz. In den Fortsetzungen zu „Cars“ oder „Findet Nemo“ wurden die Nebenfiguren der ersten Teile auf abenteuerliche Reisen geschickt und so zu den Hauptfiguren gemacht. Und so verschiebt sich auch im neuesten Film der Fokus vom Vater auf die Mutter. Weil Mr. Incredibles Methoden zu oft für Kollateralschäden sorgen, soll nun Elastigirl (warum eigentlich nicht Elastiwoman? Die Dame ist ja immerhin verheiratet und hat Kinder) das Aushängeschild für die Superhelden-PR-Aktion werden. Und während Helen Parr alleine auf Dienstreise geht, muss der Vater daheim bei den Kindern bleiben.
 
In einer Reihe herrlich komischer Szenen muss Bob seinem Sohn Dash bei den Hausaufgaben helfen („Warum ändern die Mathe? Mathe ist Mathe!“), seiner unglücklichen Tochter in ihrem Liebeskummer beistehen und vor allem auf das Baby aufpassen. Wir erinnern uns; wir haben im ersten Teil erfahren, welche Kräfte der kleine Jack-Jack hat. Die Eltern wissen davon am Anfang dieses Films aber noch nichts. Jeder weiß, wie anstrengend schon ein gewöhnliches Baby sein kann. Der gute Bob muss nun erfahren, dass sein Baby sich unter anderem spontan selbst entzünden und in andere Dimensionen verschwinden kann. Verständlich, wenn Papa nicht viel Schlaf bekommt.
 
Mit dem Publikum mitwachsen
 
Kein Filmstudio steht so gut in Kontakt zum eigenen Publikum wie Pixar. Im ersten Teil von „Toy Story“ hat der kleine Andy noch ständig mit seinen Spielsachen gespielt. 15 Jahre später, in Teil 3“ ging Andy aufs College und hatte keine Verwendung mehr für seine Freunde aus Plastik. Und auch wenn in der Welt der Familie Parr seit Teil 1 keine Zeit vergangen ist und Violett immer noch ein Teenager ist, hat Pixar wieder mal klug erkannt, dass auf diesen Film vor allem Leute warten, die 2004 noch Schulkinder waren und die nun junge Erwachsene sind. Daher ist der ganze Film auch deutlich erwachsener als sein Vorgänger.
 
Violetts Schwärmerei für einen Mitschüler ist nicht mehr bloß für zwei oder drei Gags gut. Ihr Schmerz und die Hilflosigkeit des Vaters im Umgang damit sind ein wesentlicher Bestandteil der Handlung.
 
Einige der Kinder die den ersten Teil im Kino gesehen haben, sind mittlerweile sicher selbst Eltern. Und so witzig die Szenen mit dem überforderten Mr. Incredible auch sind, so vermittelt es doch eine tiefe Einsicht, wenn ein Vater zugeben muss, dass er alleine an dieser Aufgabe scheitern würde. Und wieder ist es die großartige Edna Mode, die es auf den Punkt bringt: „Wenn man es richtig macht, ist Elternschaft eine heroische Leistung. Wenn man es richtig macht …“
 
 
„Wir müssen die Wahrnehmung der Menschen verändern …“
 
Pixar-Filme sind immer voll origineller Ideen und Konzepte. Wo andere Filme eine brauchbare Idee auf zwei Stunden Laufzeit auswalzen, muss man jeden Film an dessen Anfang die Lampe aufs „I“ hüpft mehrmals sehen, um ihn richtig würdigen zu können.
 
Die Actionsequenzen gehören zum Besten, was wir in dieser Art in letzter Zeit im Kino gesehen haben. Nicht nur die Macher der letzten Marvel-Filme sollten sich diesen Film dringend als Vorbild nehmen und endlich aufhören, uns zwei Stunden fast ununterbrochen mit Kampfszenen zu bombardieren, die keinerlei Bezug zu den Naturgesetzen mehr haben. Hier sehen wir grandios inszenierte Action. Trotz der enormen Geschwindigkeit und des fantastischen Settings, spürt man immer noch die Physik, die hinter allen Bewegungen steckt. So sehen wir in der Sequenz in der Mutter Helen einen führerlosen Zug aufzuhalten versucht, wie sie ihre Kräfte sinnvoll mit der Technik ihres Spezialfahrzeugs verbindet. Wir spüren aber immer auch die Bedrohung, die von der Masse und der Kraft des Zuges ausgeht. Zwischen diesen hervorragend gemachten Actionszenen bietet man uns aber immer wieder jede Menge Witz, Drama und sogar ein bisschen Gesellschaftskritik, sodass am Ende eine herrlich ausgewogene Mischung entsteht.
 
 
Der Look des Films ist wieder genial. Viele witzige kleine Einfälle schaffen eine ganze fantastische Welt. Ein Wolkenkratzer hebt sich von dem Rest der Skyline ab, indem er über die Wolken hinausragt. Ein hochtechnisiertes Designer-Eigenheim wird zum Alptraum, wenn man die falschen Knöpfe drückt. Eine Luxusjacht ist ein halbes U-Boot und dann doch wieder ein gigantisches Schnellboot. Ein Kampf in einer Art Faraday’schen Käfig hinterlässt eines der stärksten Bilder des Films. Eine neue Gruppe ganz unterschiedlicher Superhelden trägt mit ganz unterschiedlichen Kräften zu der großartigen Mischung aus überraschenden Gags und fantastischer Action bei, die diesen Film wieder ganz besonders macht.
 
Ein oder zwei klein Wermutstropfen müssen die Fans aber schlucken: Dash liefert zwar in der ersten Hälfte des Films einige großartige Gags. Ansonsten haben die Drehbuchautoren ihn aber ein bißchen links liegen lassen. Er ist eben das mittlere Kind und bekommt daher am wenigsten Aufmerksamkeit. Und auch wenn man als Filmemacher den Fans nicht immer genau das geben soll, wonach sie verlangen, so muss doch jedem klar sein, dass das Publikum auf „die höchste Gewalt“ aus Teil 1 gewartet hat.
 
WICHTIGER HINWEIS: Wer zu spät kommt, den bestraft nicht nur das Leben, sondern er verpasst auch den besten und erwachsensten Pixar-Vorfilm der letzten Jahre.
 
 
Fazit
 
Der neue Film rund um die Superheldenfamilie Parr bietet fast alles, worauf wir fast 14 Jahre gewartet haben und noch einiges mehr. In mancher Hinsicht ist er dem ersten Teil sogar überlegen. Auf jeden Fall ist dieser Film erwachsener als sein Vorgänger.
 
 
ddu2 gewinn banner
 
 
Unterstütze CinePreview.DE:
                                                                                                                                        
 
 

Ähnliche Kritiken

Early Man - Kinostart: 26.04.2018 Die Macher von „Wallace & Gromit“ und „Chicken Run“ bescheren uns ...   ... einen halbwegs lustigen kleinen Animationsfilm, der nach wenigen Minuten aus den falschen Gründen plötzlich sehr interessant wird.   Steinzeit oder Bronzezeit, Haupt...
Vaiana - Das Paradies hat einen Haken Vaiana ist das neueste Animationsabenteuer von Walt Disney, ein solider Film mit vielen schönen Momenten, lustigen Figuren und exotischen Inseln im weiten Ozean.   Die magische Verbindung von Musik und Walt Disney Walt Disney wusste von Anfang an um die Macht der Musik in Filmen. Bere...
Sherlock Gnomes - Kinostart: 03.05.2018 Die Fortsetzung der Animationskomödie „Gnomeo und Julia“ sieht putzig aus, ...   ... erzählt aber eine wenig aufregende Geschichte mit halbherzigen emotionalen Zwischentönen.   Wo sind all die Zwerge hin?   Shakespeares bekannte Tragödie um zwei...
The LEGO® NINJAGO® Movie Nach „The Lego Movie“ und „The Lego Batman Movie“ kommt nun der dritte ...   ... Lego-Spielfilm in die Kinos. Doch der unterscheidet sich in mancher Hinsicht von seinen beiden Vorgängern.   Empfohlen für 6 - 14 Jahre   „The Lego Movie&ld...

Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Walter Hummer
  • Regisseur: Brad Bird
  • Drehbuch: Brad Bird
  • Besetzung: Markus Maria Profitlich, Emilia Schüle
hnews hbfm18
Freddie Mercury, der legendäre Rocksänger der Siebziger und Achtziger Jahre, wurde heute vor zweiundsiebzig Jahren auf der Insel Sansibar (heute…
hnews tg2c
Jennifer Conelly soll neben Tom Cruise die weibliche Hauptrolle im "Top Gun" - Sequel spielen, welches 2019 in die Kinos kommen wird. Und zwar eine…
hnews dumbo tburton
Diese Woche hat Disney den Teaser-Trailer für seine neueste Live-Action-Adaption eines animierten Klassikers veröffentlicht: Dumbo. Basierend auf dem…
hnews 007ds
Daniel Craig wird als 007, der legendäre britische Geheimagent, zurückkehren. Und der mit dem Oscar® ausgezeichnete Regisseur Danny Boyle (Slumdog…
hnews 2019
2019 scheint gefühlt noch ziemlich weit weg zu sein, aber in Hollywood ist man schon jetzt damit beschäftigt, die nächsten Blockbuster zu…
hnews i5ds
Regisseur Steven Spielberg höchstpersönlich hat in seiner Dankesrede am 18.03.2018 bei den „Rakuten TV Empire Awards“ bestätigt, dass die…
hnews oscar2018
Die Oscars haben ihren 90. Geburtstag gefeiert. Und das politisch sehr korrekt und anfangs auch noch ziemlich unterhaltsam, doch dann wurde die…
bp mag header
Fans auf der ganzen Welt können Tom Cruise nun so nah sein wie nie zu vor, denn ab sofort betreibt er seinen ersten offiziellen Instagram-Channel…
hnews mm wof
Am 22. Januar 2018 ehrte die Handelskammer von Hollywood Disneys Minnie Maus offiziell mit einem Stern auf dem Hollywood „Walk of Fame“. Zu den…
hnews tdca
Was für eine Knaller-Besetzung! Wie das US-Branchenblatt "Variety" schreibt, soll Leonard DiCaprio im neuen Film von Quentin Tarantino mitspielen.…
gg018 mag header
Die Golden Globes 2018 waren so politisch wie noch nie zuvor. Fast alle Gäste trugen schwarz und einen "Time'sUp"-Anstecker. Damit zeigten sie sich…
hnews mdamon trauer
"Kent Damon hat den langen Kampf gegen den Krebs verloren!" Diese weniger erfreuliche Mitteilung veröffentlichte Matt Damon´s Pressesprecher…
hnews jgblum
„Wenn man älter wird, geht ein Sommer nur so vorbei – bomb-ding, bomb-dang. Und dann ist es plötzlich September – bam-dat sca-dat – wissen Sie, was…
hnews hsolo rh
Ron Howard ist der Regisseur des immer noch titellosen “Star Wars”-Ablegers zu Han Solo. Dank Howard und dessen Twitter-Konto wissen wir, dass die…
hnews br 1
Am 27. Dezember 2018 kehrt eine der größten Musik-Ikonen aller Zeiten auf die große Leinwand zurück! In BOHEMIAN RHAPSODY verkörpert Rami Malek („Mr.…