The Bye Bye Man

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Mit der Darstellung mythologisch angehauchter Monstergestalten ...
 
... kennt Doug Jones sich aus. Vor kurzem war er noch der Slenderman in „The Operator – Eine Marble Hornets Story“, nun spielt er den Bye Bye Man. Wie der Slenderman ist auch der Bye Bye Man eine Art urbane Legende. Drehbuchautor Jonathan Penner ließ sich von „The Bridge to Body Island“ von Robert Damon Schneck inspirieren. Es ist ein Kapitel in dem Sachbuch „The President‘s Vampire“ und erzählt eine angeblich wahre Geschichte, die Schneck passiert ist.
 
Bye Bye
 
Drei Freunde stoßen bei ihren Recherchen auf die unglaublichen Ursprünge des Bye Bye Man. Dabei entdecken sie die Wurzel allen Übels, wegen der unsägliche Gräueltaten vollbracht werden. Und es gibt nur einen Weg, wie man dem Fluch des Bye Bye Man entkommen kann: Denk nicht an ihn! Sprich nicht über ihn. Denn wenn er erstmal im Kopf seiner Opfer angekommen ist, gibt es kein Entkommen. Er übernimmt die Kontrolle und lässt sie Schreckliches tun …
 
Der Langeweile-Mann
 
Stacy Title, die 1994 für ihren Kurzfilm „Down the Waterfront“ für den Oscar nominiert war, träumte bei „The Bye Bye Man“ groß, denn eigentlich wollte sie Ryan Gosling für eine der Hauptrollen, aber natürlich bekam sie ihn nicht. Stattdessen müssen an bekannten Namen Faye Dunaway und Carrie-Anne Moss herhalten, die aber beide nicht viel zu tun haben. Genre-Fans dürfen sich darüber hinaus noch auf einen Auftritt von SAW- und INSIDIOUS-Macher Leigh Whannel freuen, aber das war es im Grunde auch schon.
 
Denn der Film hat ansonsten nichts zu bieten, außer einer gehörigen, alles lähmenden Portion Langeweile.
 
Stümperhaft
 
Man merkt „The Bye Bye Man“ schon an, dass hier ganz viele andere Filme als Inspiration dienten. Es ist so, als hätte man den Slenderman-Mythos mit „The Babadook“ kombiniert, aber nicht den Hauch einer Ahnung gehabt, warum diese Geschichten funktionieren. Stattdessen erweist sich Penner als nicht fähig, die Figuren auch nur minimal zu entwickeln. Sie bleiben ungreifbar, leblos und schlichtweg uninteressant. Entsprechend empfindet man auch keine Empathie, wenn sie es im Verlauf der Geschichte mit dem Bye Bye Man zu tun bekommen.
 
 
Inhaltlich ist der Stoff ganz und gar derivativ, aber das hätte noch funktionieren können. Gerade dieses Genre lebt auch davon, Zuvorgekommenes zu kopieren, aber hier geschieht dies mit einer narrativen Inkohärenz, die das einzig Furchterregende an „The Bye Bye Man“ ist. Denn echtes Gefühl von Angst kann dieser Film nicht heraufbeschwören, selbst in der Billigkategorie der jump scares bleibt er weit unter den Möglichkeiten.
 
Stattdessen hat man das Gefühl, ein Werk von Amateuren zu sehen, da sich nichts - vom Drehbuch über die Schauspieler bis hin zur Regie - so anfühlt, als sei dies ein Film, der es verdient hätte, ins Kino zu kommen. Dazu kommt eine unausgegorene Mythologie, die aber längst nicht das einzige Element ist, das den Film unfreiwillig komisch macht.
 
Insofern könnte man „The Bye Bye Man“ attestieren, dass hier durchaus etwas Unterhaltungswert vorhanden ist, aber es ist solcher, den die Macher sich wohl nicht erhofft hatten. Über diesen Film kann man lachen, sich gruseln kann man aber nicht.
 
 
Fazit
 
Geld verdient ist mit diesem armseligen Horrorfilm immer noch. Bei einem Budget von 7,4 Millionen Dollar machte er in den USA mehr als 22 Millionen Dollar.
 
Darum wird „The Bye Bye Man“ auch in weiteren Kinomärkten ausgewertet. Letzten Endes gilt aber für den Film, was auch für den Bye Bye Man gilt: Am besten denkt man nicht darüber nach - und zu viel sagen sollte man auch nicht. Dann verschwindet er vielleicht wieder in der Versenkung ...
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor:in: Peter Osteried
  • Regie: Stacy Title
  • Drehbuch: Jonathan Penner
  • Besetzung: Douglas Smith, Lucien Laviscount, Faye Dunaway