Haps - Crime doesn´t Pay - Kinostart: 27.03.2025

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Das Ansinnen von Autor und Regisseur Ekrem Engizek ist ehrenwert.
 
Mit seinem Film möchte er Präventionsarbeit leisten und Jugendlichen zeigen, wohin die Reise führt, wenn sie den Weg des Verbrechens einschlagen. Er spricht aus Erfahrung, und das ist zumindest etwas, das man in HAPS: CRIME DOESN’T PAY schon spüren kann.
 
Hinter Gittern
 
Alex wird in eines der berüchtigtsten Gefängnisse Deutschlands gebracht. Er wird untersucht, bekommt Kleidung und wird mit anderen in eine Zelle gesteckt. Sein Zellennachbar will wissen, was er gemacht hat, da hier nur etwa zehn Deutsche einsitzen. Sieben sind Kinderficker, drei Drogenhändler. Ein Kinderficker ist Alex nicht, wie er sofort erklärt. Natürlich ist er unschuldig. Wie auch alle anderen im Knast.
 
Aber er muss seinen Weg finden, einen der gefährlich ist, weil er sich von seinen neuen Kollegen in ein zwar lukratives, aber auch mordsgefährliches Drogengeschäft hineinziehen lässt …
 
Botschaften mit dem Holzhammer
 
„Jeder Täter war einmal ein Opfer“, gibt Alex aus dem Off am Anfang des Films zum Besten. Mal davon abgesehen, dass das hanebüchener Quatsch ist, ist dies auch gleich ein Indiz für die Qualität der Dialoge, wir über die nächsten gut zwei Stunde zu hören bekommen. Ihnen allen ist gemein, dass sie ein Gespür für Authentizität vermissen lassen. Sie sind bedeutungsschwanger, mit simplen Botschaften getränkt, echt zum Fremdschämen.
 
Die düstere Stimmung des Films ist gelungen. Das Gefängnis sieht wirklich unangenehm aus. Hier wird ein Gefühl davon gegeben, was es heißt, eingesperrt zu sein. Aber dem gegenüber steht leider auch eine zu zähe Dramaturgie. Der Film mäandert, kommt oft nicht zum Punkt, ist zu häufig auf sich selbst konzentriert. Weniger wäre hier definitiv mehr gewesen.
 
Immer wieder gibt es Rap-Einlagen, deren Texte mit den Bildern korrelieren. Überhaupt versucht HAPS: CRIME DOESN’T PAY auch über die Musik das Zielpublikum zu erreichen.
 
Wie’s halt so ist im Knast
 
Das Problem des Films: Es mag so sein, dass das Leben im Gefängnis so ist, wie es hier dargestellt wird. Mit Gewalt, Vergewaltigungen, Gruppenbildung, Angst und Schrecken. Aber: Das wirkt alles wie aus der Klischeekiste. Sieht man sich den Film an, hat man das Gefühl, dass hier aus Dutzenden amerikanischen Gefängnisfilmen abgekupfert wurde. Nichts, aber auch wirklich gar nichts kommt mit einem Gefühl von Echtheit daher. Vielmehr stellt sich das Feeling eines Best-ofs ein.
 
Was gut ist: Die Schauspieler. Sie sind durch die Bank hervorragend, allesamt zwar eher unbekannt, aber in ihren Rollen so überzeugend, dass sie mitreißen. Da ist die Angst der Hauptfigur Alex, aber auch die Aggressivität seines Zellengenossen, der ihm das Leben alles andere als leicht macht. Dennoch: Die Schauspieler können nur im Rahmen dessen agieren, was die Klischees zulassen. Es bleibt darum immer das Gefühl, dass hier mehr drin gewesen wäre, aber Drehbuch und Regie letztlich gescheitert sind.
 
Die Kamera ist dafür sehr schön geführt, auch die Farbkomposition überzeugt. Denn beides zusammen schafft es immer wieder, ein bedrückendes Gefühl zu erschaffen. Wenn das Ziel des Films ist, Leuten davor Angst zu machen, in solchen Anstalten zu landen, dann muss man ihm zumindest attestieren, dass er damit Erfolg hat.
 
 
Fazit
 
HAPS: CRIME DOESN’T PAY ist ein durchwachsener Film. Die Off-Kommentare sind durch die Bank peinlich, gleiches gilt für einen guten Teil der Dialoge, bei denen immer Botschaft und Bedeutungsschwere miteinander kollidieren. Optisch durchaus überzeugend, inhaltlich aber ein Film, der anmutet, als hätte er kein Klischee des amerikanischen Gefängnisfilms ausgelassen.
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor:in: Peter Osteried
  • Regie: Ekrem Engizek
  • Drehbuch: Ekrem Engizek
  • Besetzung: Constantin von Jascheroff, Kais Setti