Downton Abbey: Das grosse Finale - Kinostart: 18.09.2025

Artikel bewerten
(9 Stimmen)
Eine Ära geht zu Ende. „Downtown Abby: Das große Finale“ bildet den nostalgischen Abschluss ...
 
... des langwierigen Dramas.
 
Übergabe zwischen den Generationen
 
Die adlige Familie hat nach dem Börsencrash von 1929 finanzielle Einbußen zu befürchten und muss einige schwere Entscheidungen fällen. Doch wer diese Entscheidungen treffen darf bleibt offen, denn Familienoberhaupt Lord Grantham (Hugh Bonneville) kann sich nicht von seiner Machtposition trennen, welche eigentlich an Lady Mary Talbot (Michelle Dockery) übergehen sollte.
 
Diese ist nach ihrer Scheidung in Verruf geraten und wird von der anerkannten Gesellschaft ausgestoßen. Auch bei den Dienstleuten gibt es eine Übergabe zwischen den Generationen, denn Mrs. Hughes (Phyllis Logan) und Mr. Carson (Jim Carter) gehen in den wohlverdienten Ruhestand. Das Auftauchen des mysteriösen Finanzberaters Gus Sambrook (Alessandro Nivola) bringt den Familienalltag zusätzlich durcheinander…
 
Luxus und Reichtum
 
Im letzten Teil der Reihe führt Simon Curtis erneut Regie, welcher bereits den zweiten Teil (2022) zu verantworten hatte. Auch hier kann das Publikum sich wieder auf wunderschöne Sets freuen mit pompösen Schlössern, riesigen Rennbahnen und detaillierten Inneneinrichtungen. Auch die Kleidung kann sich sehen lassen, denn nicht nur Lady Mary erstrahlt in edlen Kleidern, auch der Rest der Familie kommt im gewohnten luxuriösen Stil daher. Wer für teure Mode schwärmt, ist hier also genau richtig.
 
Alles beim Gewohnten
 
Neben dem schönen Anblick gibt es vor allem viel Drama, Emotionen und sehr viele ausführliche Unterhaltungen. Doch obwohl viel geredet wird, bleibt der Konflikt relativ simpel und unspannend. Nach 7 Staffeln und 2 Spielfilmen, sind die privilegierten Probleme von adligen Personen dann eben doch auserzählt. Einige Momente schaffen es jedoch zu überraschen und bringen einen dazu sich im Kinostuhl nach vorne zu lehnen. Die rührseligen Verabschiedungen und Rückblicke bilden insgesamt auch ein sehr entspanntes und nostalgisches Ende. Im Großen und Ganzen bleibt es inhaltlich aber wenig schockierend.
 
Englischer Humor
 
Auch ein Tribut an Maggy Smith, die das Franchise maßgeblich beeinflusst hatte, darf nicht fehlen. Nach ihrem Tod, ist ihre Abwesenheit stark im Film zu spüren, denn ihre Sprüche und ihr Wesen waren immer ein Highlight der Geschichte. Der restliche Cast schafft es trotzdem regelmäßig einige freche, englische Sprüche zu bringen und sorgt damit für einige Lacher. Alle spielen ihre Rollen überzeugend und sehr sympathisch, denn die Chemie zwischen den Dienstleuten, aber auch in der Familie ist ansteckend. Zu beobachten, wie die Figuren mit den Veränderungen der Zeit umgehen, ist witzig und nachempfindbar.
 
Die Romantik der Unterdrückung
 
Doch auch wenn der Film ein gelungenes und emotionales Ende bietet, so bleibt die Botschaft oberflächlich und die Kritik an den gezeigten Dynamiken fehlt an vielen Stellen. Die Privilegien der Reichen und der Gehorsam der Dienstleute wird oft romantisiert und verherrlicht. Lady Mary wird von allen Seiten bemitleidet, weil sie nicht mehr zu Feiern eingeladen wird. Der gescheiterte Drehbuchautor Mr. Molesley (Kevin Doyle) wird jedoch von dem Film eher zur Witzfigur gemacht und sein Leid nicht ernstgenommen.
 
Und auch die Demütigung, dass die Dienstleute getrennt im Keller essen müssen, bietet Material für Witze, statt für eine unterschwellige Kritik. Klar ist aber: Downtown Abby war nie eine Plattform um Machtdynamiken zu hinterfragen. Es geht um dramatische Geschichten, schöne Orte und Kleider und den englischen Humor. Genau das bietet auch das große Finale.
 
 
Ein würdiges Finale
 
Auch ohne die 6 Staffeln oder die vorigen Filme gesehen zu haben, wäre dieses Finale gut zu verstehen. Das Publikum wird nicht überfordert, aber bekommt genau das, was es von Downtown Abby eben erwartet. Nach Maggy Smith fehlt es zwar etwas an den schroffen Sprüchen, aber an Nostalgie und herzzerreißenden Momenten fehlt es nicht. Für Fans ist auch das Finale natürlich ein Muss, für Neulinge aber trotzdem auch absolut schaubar und unterhaltsam.“ …
 
 
Unterstütze CinePreview.DE:
                                                                                                                                        
 

Ähnliche Kritiken

Emma - Kinostart: 05.03.2020
Emma - Kinostart: 05.03.2020 Jane Austens Roman EMMA wurde im Lauf der Jahre schon häufig für ...   ... Film und Fernsehen adaptiert. Stars wie Gwyneth Paltrow oder Kate Beckinsale haben die junge Intrigantin mit dem ganz eigenen Kopf schon gespielt, nun ist Anya Taylor-Joy dran &nd...
22 Bahnen - Kinostart: 04.09.2025
22 Bahnen - Kinostart: 04.09.2025 Caroline Wahls Bestsellerroman über zwei Schwestern, die vom Leben ...   ... gebeutelt werden, sich aber nicht unterkriegen lassen, hat es in die Kinos geschafft. Prominent mit Luna Wedler, Jannis Niewöhner, sowie Laura Tonke besetzt, wird die Geschichte nun sicher ...
Harriet: Der Weg in die Freiheit - Kinostart: 09.0...
Harriet: Der Weg in die Freiheit - Kinostart: 09.0... Denkt man an Biopics, so fallen einem in der Regel zumeist nur die ...   ... Geschichten weißer Persönlichkeiten ein. Es kommt selten vor, dass sich Hollywood hier divers verhält. Dabei gibt es so manche Geschichte, die es schon lange wert ist, erz...
Die Grundschullehrerin
Die Grundschullehrerin Aus Hollywood kam “Bad Teacher”. Hierzulande hat man Goethe bereits dreimal ...   ... gesagt, was man von ihm hält. Aber aus Frankreich kommt nun ein Film, der uns eine echte Lehrerin und ihren Alltag zeigt.   Der Ernst des Lebens   Fl...

Weitere Informationen

  • Autor:in: Melanie Fibich
  • Regie: Simon Curtis
  • Drehbuch: Julian Fellowes
  • Besetzung: Hugh Bonneville, Jim Carter