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Der geheime Club der zweitgeborenen Royals - Disney + - Start: 25.09.2020

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Um seinen Streaming-Dienst aufzuwerten, bietet Disney immer wieder ...
 
... exklusive Premieren, die nur dort zu sehen sind. Dieser Film ist eine davon. Trotzdem kommt uns alles sehr vertraut vor ….
 
Das kleinste Land in Europa ....
 
Samantha ist zwar die zweitgeborene Prinzessin eines kleinen Landes in Europa. Aber sie will lieber „Sam“ genannt werden, spielt E-Gitarre in einer Band, kleidet sich als würde sie in einer Teenie-Komödie aus den 80ern leben und demonstriert auf den Straßen der Hauptstadt des Königreiches gegen die Monarchie. Kurz bevor ihre Schwester zur Königin gekrönt werden soll, ändert sich aber auch Sams leben dramatisch …
 
Die Hauptfigur dieses Films weiß irgendwie nicht genau, was sie will. Einerseits lehnt sie die Monarchie ab. Andererseits ist sie ziemlich verwöhnt und unsympathisch. Sie will zwar mit ihrer „Band“ auftreten, schafft es aber weder rechtzeitig zum Auftritt, noch anzurufen um abzusagen. Und obwohl sie die Heldin dieser Geschichte ist, wird sie uns nie recht sympathisch. So hat sie eine Menge mit diesem Film gemeinsam.
 
Dieser Film weiß auch nicht genau, was er will. Einerseits möchte er eine Mischung aus „X-Men“, „Kingsman“ und „Wanted“ für Zwölfjährige sein. Andererseits wird dieser Film niemals auch nur halbwegs spannend. Das Ganze enthält zwar sämtliche Zutaten für eine Teenie-Komödie, inklusiver aller dafür benötigten Typen (der rebellische Teenager, die brave Schwester, der „beste Freund“, der Nerd, die eingebildete Zicke, …), schafft es aber keine zwei Mal, uns zum Lachen zu bringen. Und wie auch seine Heldin, wird uns der ganze Film in anderthalb Stunden nie recht sympathisch werden. Tatsächlich geht er uns bald genauso auf die Nerven, wie die Hauptfigur.
 
Das liegt zum einen daran, wie furchtbar schlecht der Film gemacht ist. Selbstverständlich hatte „Der geheime Club der zweitgeborenen Royals“ kein großes Budget. Aber „Zack & Cody – Der Film“ oder „Die Zauberer vom Waverly Place – Der Film“ mussten auch mit vergleichsweise kleinen Budgets auskommen und waren trotzdem witzige, unterhaltsame Filme für ihre Zielgruppe. Die Macher dieser Filme haben das Beste aus den Beschränkungen gemacht. Den Machern der „Zweitgeborenen Royals“ war offensichtlich alles egal.
 
Der Film spielt im „kleinesten Land Europas“. Leider spielt jede einzelne Szene in einer beeindruckenden, modernen Großstadt. Je nachdem welchen Film man zuletzt gesehen hat, erinnert diese Stadt an New York City („X-Men“, „The Incredible Hulk“, „Good Will Hunting“, …) oder Tokyo („Pacific Rim“) oder verschiedene Großstädte der Zukunft („Totall Recall“, „Robocop“, „Resident Evil: Afterlife“, …). Es ist nichts dabei, Filme in Toronto zu drehen, weil Kanada steuerliche und andere finanzielle Vorteile bietet. Aber der Drehort muss doch auch zum Film passen. Die kleinsten Länder Europas haben deutlich weniger als 50.000 Einwohner. Toronto hat mehr als Zweieinhalb Millionen Einwohner. Das sind zehnmal mehr als Monaco, San Marino Liechtenstein und Andorra zusammen.
 
 
So beeindruckend die Hauptstadt dieses Landes aussieht, so billig wirkt die Krönung. In einer Kirche von der Größe einer besseren Bushaltestelle sitzen ein paar Dutzend Statisten in mittelmäßigen Kostümen. Ich persönlich war schon auf Hochzeiten, die opulenter gefeiert wurden. Und ich habe keine Royals im näheren Freundeskreis. Offensichtlich hatte dieser Film auch für computergenerierte Effekte nicht viel Geld übrig. Aber müssen die wenigen CGI-Szenen wirklich so billig wirken? Man ist mittlerweile aus dem Werbefernsehen bessere Effekte gewohnt.
 
Die lieblos billige Machart des Films wäre verzeihlich, wenn der Film einige nette Ideen zu bieten hätte. Leider haben die Autoren Alex Litvak („Predators“) und Andrew Green („Hannah Montana“) ihr Drehbuch wahllos aus sehr viel besseren Filmen zusammengeklaut. Und auch Gags wollten ihnen keine einfallen. In einer Szene ist in der Galerie der zweitgeborenen Royals das Bild eines rothaarigen echten Prinzen zu sehen (ist er etwa deshalb in die USA gezogen?). Das bleibt der einzige halbwegs witzige Gag für die Dauer von über 90 Minuten.
 
Superkräfte, Geheimorganisation und irgendwas mit Monarchie, ...
 
Die Rolle der zweitgeborenen Prinzessin Sam ist wirklich nachlässig geschrieben. Und Regisseurin Anna Mastro („Lost Generation“) hetzt die Hauptdarstellerin Peyton Elizabeth Lee („Andi Mack“) uninspiriert von einer dummen Standardszene zur nächsten, ohne ihr Zeit zu geben, diese Figur und ihre Entwicklung auch darzustellen. Aber ähnliches galt auch für Ashley Tisdale in „High School Musical“ oder Brenda Song in „Hotel Zack & Cody“.
 
Trotzdem waren diese beiden Schauspielerinnen in ihren Rollen witzig und irgendwie sympathisch. Über die junge Peyton Elizabeth Lee lässt sich das leider nicht sagen. Skylar Astin war in „Pitch Perfect“ durchaus sympathisch. Hier wirkt er als Lehrer und Mentor einfach nur blass. Elodie Yung hat in „The Hitman’s Bodyguard“ keinerlei Eindruck hinterlassen. In ihrer Rolle als Königin und Mutter wirkt sie weder königlich noch mütterlich. Greg Bryk wirkte bedrohlich in „Shoot ´Em Up“ und „History of Violence“. Nichts vergleichbares gelingt ihm in diesem Film.
 
Die restlichen jungen Darsteller, die Prinzen und Prinzessinnen darzustellen haben, sind alle die typischen Absolventen der „Young Disney-Stars Schauspielschule“. Ihre Leistungen wirken alle recht nett, aber nicht vielversprechend.
 
 
Fazit
 
Wenn Disney die monatlichen € 6,99 auch von Leuten kassieren will, die nicht nur wegen „The Mandalorian“ zahlen, muss man sich dort aber mehr anstrengen. Dieser langweilige, uninspirierte Aufguss sehr viel besserer Filme lässt niemanden ein Abo abschließen oder auch nur verlängern.
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor/in: Walter Hummer
  • Regisseur: Anna Mastro
  • Drehbuch: Alex Litvak
  • Besetzung: Peyton Elizabeth Lee, Skylar Astin
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