Minions & Monster - Kinostart: 01.07.2026

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Der neue Film rund um die kleinen gelben Helfer des einfach unverbesserlichen Gru wird wohl ...
 
... niemanden in irgendeiner Hinsicht überraschen …
 
Pata, Carbonara, Lasagna
 
Aus der Einladung zur Pressevorführung: „MINIONS & MONSTER erzählt die abgefahrene, aberwitzige und natürlich absolut wahre Geschichte von den Minions und wie sie Hollywood erobern, Filmstars werden, alles verlieren, Monster auf die Welt loslassen und sich dann heldenhaft daranmachen, den Planeten vor genau dem Chaos zu retten, das sie selbst angerichtet haben.
 
2010 erlebte das Publikum eine angenehme Überraschung. Mit „Ich – Einfach unverbesserlich“ kam ein origineller Animationsfilm, voller schräger Einfälle und doch auch voller Herz, in die Kinos, der perfekte Unterhaltung für die ganze Familie bot. 2015 folgte die nächste angenehme Überraschung: in „Minions“ bekamen die fleißigen gelben Kerlchen in ihren blauen Latzhosen ihren ersten eigenen Film und konnten ihre herrlich überdrehte Komik in einer flott geschriebenen Story voll interessanter Charaktere und witziger historischer Easter-Eggs ausleben.
 
Aber bereits die erste Fortsetzung „Minions: Auf der Suche nach dem Mini-Boss“ bereitete uns 2022 eine etwas unangenehme Überraschung. Oberflächlich betrachtet folgte man dem Rezept des Films von 2015. Aber irgendwie waren die Figuren nicht mehr so witzig und die populärkulturellen Easter-Eggs wollten nicht mehr so richtig ins Gesamtbild passen. Die Handlung war dünn und auch nicht besonders witzig, was auch den Machern aufgefallen war, weshalb sie die knappe Laufzeit mit unergiebigen Nebenhandlungen zu strecken versuchten. Der erste post-pandemischen Einsatz der Minions konnte kaum noch überzeugen. Wir bekamen bloß eine typische Fortsetzung eines Erfolgsfilms zu sehen, die uns einfach nur nochmal mehr von dem lieferte, was wir schon kannten, bloß eben leider in minderer Qualität.
 
„MINIONS & MONSTER“ bereitet uns nun vier Jahre später keine wirklich unangenehme Überraschung. Nicht etwa, weil der dritte Film der gelben Overachiever besser wäre als der zweite. Er fällt tatsächlich in Summe geringfügig besser aus, aber das ist fast vernachlässigbar. Nein, ich denke, wir als Publikum haben - besonders im Lauf der letzten Jahre - gelernt, nicht mehr zu viel zu erwarten. Und so bekommen wir hier einen dritten Teil vorgesetzt, der an so viele passable dritte Teile von so vielen beliebigen Film-Franchises erinnert.
 
Um das klarzustellen, „MINIONS & MONSTER“ erinnert nicht an wirklich gelungene dritte Teile von Filmserien. Hier erinnert nichts an "Thor: Ragnarok“ oder „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“. Und ganz sicher erinnert nichts an „Goldfinger“ oder gar „Toy Story 3“. Der Film erinnert ja noch nicht einmal an „Rocky III“ oder auch nur „Der Pate 3“.
 
Nein, „MINIONS & MONSTER“ erinnert an „Police Academy 3“, insofern als auch hier ganz offensichtlich die damals verworfenen Ideen zu Teil Eins recycelt werden. Und weil diese Variationen des längst Bekannten ja auch nicht ganz schlecht ausfallen, kann man durchaus darüber lachen. Wir bekommen wieder eine Origin-Story der Minions, bloß diesmal die eines anderen Stammes. Und ja, diese Information war mir auch neu. Aber offensichtlich gab es im Laufe der Weltgeschichte eine Vielzahl von Minion-Stämmen. Also kann Illumination Entertainment uns demnächst noch viele weitere Origin-Stories der sympathischen Latzhosenträger produzieren.
 
Ich habe die perfekten Monster für Euch
 
„MINIONS & MONSTER“ erinnert an „Highlander III“, insofern als die allerschlimmsten Fehler von Teil Zwei nicht wiederholt werden und die Handlung des Vorgängers ignoriert wird. Das alles ist aber egal, weil die Handlung niemanden interessieren kann. Nicht einmal die beiden Drehbuchautoren Brian Lynch und Pierre Coffin. Das erste Monster erscheint erst bei ungefähr der Hälfte der, mit gerade mal 90 Minuten angenehm überschaubaren Laufzeit. Und selbst dann wird die zweite Hälfte des Films zwischen dem Handlungsstrang rund um die Monster und einer komplett witzlosen Pseudo-Liebesgeschichte aufgeteilt, die dann am Ende für einen der lächerlichsten deus-ex-machina-Momente der Filmgeschichte sorgt. Dieser plot-twist erinnert dann an „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“, technisch gesehen ein neunter Teil, aber tatsächlich Teil Drei der von Disney produzierten Trilogie.
 
Dieser Film erinnert auch an „Superman III – Der stählerne Blitz“ von 1983, weil er auch viel zu viele neue Themen liefert, die niemand gebraucht hätte (wieso sind die Minions plötzlich Filmstars und dann sogar Filmemacher?), aber nur wenig wirklich interessantes. Wie damals 1983 ist auch dieser Film viel zu „self aware“ und es fühlt sich an, als würden die Macher des Films ihrem Publikum ständig zublinzeln.
 
Und wenn wir schon bei Superheldenfilmen sind, die einem ständig zublinzeln: Wie in „Deadpool & Wolverine“ werden die vielen, vielen populärkulturellen Easter-Eggs irgendwann zu viel. Vor allem weil die Autoren hier, ihre Hausaufgaben gar nicht gemacht haben. So wird in diesem Film im Jahr 1927 für das Frauenwahlrecht demonstriert, das tatsächlich bereits 1920 eingeführt wurde. Wir sehen u.a. die Dreharbeiten zu „Modern Times“, „Citizen Kane“ und einem klassischen Detektivfilm der schwarzen Serie, die alle erst Jahre später gedreht wurden und so weiter und so schlampig.
 
„MINIONS & MONSTER“ erinnert an „John Wick: Kapitel 3“, weil auch hier ein Regisseur, der mit dem Franchise wohl vertraut ist, halbwegs kompetente Arbeit leistet und dabei gar nicht mehr versucht, neue oder originelle Einfälle umzusetzen. Die Qualität der Animation liegt wieder auf dem von Illumination Entertainment bekannten Niveau: gut, aber keineswegs sehr gut. Die Figuren zeigen nie die Ausdruckskraft, die Hintergründe nie den Detailreichtum und das Ganze nie den „Wow-Faktor“, den Disney und Pixar regelmäßig bieten.
 
Über die deutsche Synchronisation nur so viel: Christoph Waltz lässt seine Stimme teilweise wie eine Parodie klingen. Ob dahinter Absicht steckt oder einfach ein Mangel an besseren Regieanweisungen oder ein Mangel an Bock, lässt sich nicht feststellen. Falls Absicht dahinter stecken sollte, lässt sich wiederum nicht feststellen, was Waltz hier stimmlich parodiert. Vielleicht sich selbst und seine Synchronjobs in Animationsfilmen? Die Leistungen des Rests der Besetzung sind keine Erwähnung wert.
 
Am Ende erinnert „MINIONS & MONSTER“ auch ein bisschen an „Die Hard with a Vengeance“. Das ist alles nicht schlecht. Man wird unterhalten, bekommt viel Vertrautes zu sehen und es ist auch alles ganz nett geraten. Aber schnell wird offensichtlich, dass den Machern schön langsam die Ideen für Variationen des altbekannten Themas ausgehen. Die Luft ist fast raus und wird wohl kaum noch für einen halbwegs gelungenen Teil Vier reichen.
 
 
Fazit
 
Auf Überraschungen wartet man hier vergeblich. „MINIONS & MONSTER“ ist ein typischer halbwegs brauchbarer dritter Teil und bietet einfach passable Variationen dessen, was uns schon einmal gefallen hat.
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor:in: Walter Hummer
  • Regie: Pierre Coffin
  • Drehbuch: Brian Lynch
  • Besetzung: Christoph Waltz, Pierre Coffin