Boss Baby: Schluss mit Kindergarten - Kinostart: 21.10.2021

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Eigentlich hätte der Film schon etwas früher in die Kinos kommen sollen.
 
Bereits Ende letzten Jahres war er für die Weihnachtszeit angedacht gewesen, die Pandemie machte dem aber – mal wieder – einen Strich durch die Rechnung. Mit Verzögerung kommt er nun endlich in die Kinos. Die Zeit bis zum Kinostart hat man aber zumindest nutzen können, um die Serie, die den Originalfilm fortsetzt, bei Netflix zu sehen. Denn auf die bezieht sich BOSS BABY – SCHLUSS MIT KINDERGARTEN.
 
Erwachsen geworden
 
Die Brüder Tim und Ted sind mittlerweile erwachsen. Ted ist längst nicht mehr der Boss von Baby Corp., da er eben auch älter geworden ist. Ein Workaholic ist aber immer noch, weswegen er seinen Bruder und dessen Familie kaum noch sieht. Ted hat zwei Töchter und vermisst seinen Bruder, weiß aber auch nicht, wie er das noch ändern sollte.
 
Doch dann führt das Schicksal sie wieder zusammen. Oder besser gesagt: Es ist Tims Tochter Tina, die der neue Boss von Baby Corp. ist. Sie rekrutiert Tim und Ted, lässt sie jünger werden und schleust sie undercover ein, damit sie Dr. Armstrongs fiese Pläne von der Welteroberung vereiteln können. Aber dafür haben sie nur 48 Stunden Zeit.
 
Merkwürdiger Zeitsprung
 
Im Grunde ist es erstaunlich, wieso man sich dazu entschied, Tim und Ted so altern zu lassen. Die Geschichte hätte man im Endeffekt ähnlich erzählen können, wenn sie altersmäßig immer noch wie im Originalfilm gewesen wären. Aber vielleicht sah man sich dazu auch durch die gleichnamige Animationsserie bei Netflix genötigt, die die weiteren Geschichten des Baby Boss und seines siebenjährigen Bruders erzählt hat.
 
Aber das sind nur die äußeren Umstände. Was wichtig ist, ist der Kern der Geschichte. Der hat leider so einige Macken. Denn während der erste Teil einer jener Animationsfilme ist, die für jede Altersgruppe funktionieren und jeder eine eigene Form von Humor präsentieren, ist „Boss Baby 2 – Schluss mit Kindergarten“ ein Film, der wirklich nur auf ein junges Publikum abzielt.
 
Das zeigt sich einerseits an der eher schwachen Animation, die recht flach, wenig filigran und ziemlich fade daherkommt. Mehr aber noch an der überbordend schnellen Geschichte, die damit aber auch nicht verbergen kann, dass dies ein recht holpriger Erzählfluss ist.
 
 
Sensorischer Overload
 
Es gibt immer wieder Szenen, die lassen die älteren Zuschauer einfach hinter sich. Der Film ist dann inhaltlich, aber auch von dem, was er zeigt, höchst chaotisch und drückt dies auch in einem audiovisuellen Bilderrausch aus. Für Kids mag das sein, als ob sie einem Zuckerflash ausgesetzt wären, für Erwachsene ist das alles nur völlig überzogen. Man verliert schnell das Interesse an den Figuren und der eher lahmen Geschichte, was umso trauriger stimmt, weil das Original nicht schräg um des Schrägseins Willen war, sondern mit seinen stilistischen Anleihen bei einem Cartoon-Virtuoso wie Tex Avery auch einen Mehrwert bot, der sich jüngerem Publikum nicht erschloss.
 
Der neue Film verzichtet ganz darauf. Dies ist ein reiner Kinderfilm, dem der universelle, alle Altersgruppen abholende Charme wirklich großer Animationsfilme fehlt. Das ist schade, weil man weiß, dass bei diesem Franchise einfach mehr drin gewesen wäre.
 
 
Fazit
 
Im Grunde ist dies eines jener Sequels, die man einfach nicht braucht, zumal man auch sagen muss, das selbst die Fernsehserie besser war. Weil sich Geschichten wie diese in kurzem Folgenformat auch besser erzählen lassen. Beim Film wirkt das alles überladen und in die Länge gezogen. Die Highlights sucht man vergeblich. Außer, man ist ein großer Fan von James Marsden, der im Original Tim spricht, und eine schöne Gesangseinlage zu bieten hat. 
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor:in: Peter Osteried
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