Auf Verfilmungen erfolgreicher Games muss man sich nur selten freuen.
Die Fälle, in denen sowohl die harten Fans, als auch die Gelegenheitszuschauer befriedigt werden, kann man fast an einer Hand abzählen. Aber es gibt hin und wieder auch freudige Überraschungen. UNCHARTED ist eine solche.
Auf Schatzjagd
Die Geschichte spielt vor den Games. Entsprechend sieht man einen jungen Nathan Drake (Tom Holland), dessen Bruder schon vor Jahren verschwunden ist, und der nun von dem Glücksritter Sully (Mark Wahlberg) angesprochen wird. Denn der hat mit Nathans Bruder zusammengearbeitet. Man suchte die Schlüssel, die zu einem sagenumwobenen Schatz führen. Sully glaubt, dass Nathan ihm beim Auffinden dieser Schlüssel behilflich sein kann. Aber er erzählt ihm nicht alles, was sich bisher zugetragen hat.
Ein weiteres Problem: Die Zwei sind nicht die Einzigen, die es auf den Schatz abgesehen haben. Es wird somit nicht nur ein Wettlauf gegen die Zeit. Mehr noch: Es wird ein haarsträubender Kampf, um an das Milliarden Dollar wertvolle Gold zu kommen …
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Der junge Nathan Drake
Über Jahre hinweg versuchte man, UNCHARTED zu verfilmen. Damals dachte man noch danach, die Geschichte des ersten Games umzusetzen. Mark Wahlberg hätte die Hauptrolle spielen sollen. Mittlerweile ist Wahlberg etwas zu alt, und der Fokus veränderte sich. Besser schien es, vor den Games einzusteigen. So kam Spider-Man Tom Holland zum Zug, während Wahlberg seinen älteren Partner spielt. Die Besetzung ist knackig. Zwischen beiden herrscht eine gute Chemie, auch und gerade dann, wenn sie nicht am selben Strang ziehen oder alle Schatzsucher einander misstrauen.
Man geht hier den Weg des TOMB RAIDER-Films mit Alicia Vikander, indem man den Boden für das bereitet, was die Leute aus den Games kennen. Bei UNCHARTED funktioniert das aber besser, auch und gerade, weil der Film größer, wuchtiger und spektakulärer ist.
Wuchtiges Abenteuer
UNCHARTED fängt gleich mit einer knackigen Actionsequenz an. Das lässt dem Zuschauer gar keine Zeit zum Luftholen, wobei dann an einen früheren Zeitpunkt der Geschichte zurückgekehrt wird und man herausfindet, wie es zu dem Kampf hoch in den Lüften kam. Schon bei der Sequenz sieht man aber: Es gibt nicht nur spektakuläre Action, sondern auch eine gute Portion Humor. Das könnte man nach seinen Abenteuern als Spider-Man auch als so etwas wie das Markenzeichen von Tom Holland ansehen, der ein unwahrscheinlicher, aber überzeugender Actionheld ist.
Wie einst bei Indiana Jones führt die Schnitzeljagd quer über den Globus. Das sorgt für Exotik, aber auch für reichlich Dynamik. Der Film kommt praktisch nie zum Stillstand, emotionale Momente werden nebenher abgearbeitet und sind gerade ausreichend, die Figuren greifbar zu machen. Die Mischung stimmt hier einfach.
Dazu kommt halsbrecherische Action, die mit Bildern aufwartet, die man so noch nicht gesehen hat – man denke nur an die Verfolgungsjagd mit den Schiffen. Hier hatten die Macher auch richtig Spaß. Man zitiert Piratenfilme und hat eine ganz eigene, sehr coole Form des Enterns zu bieten. Die ist – wie alles in diesem Film – ausgesprochen rasant. Das mag nicht immer logisch sein, angesichts der guten Laune, die der Film verströmt, ist das aber nebensächlich.
Fazit
UNCHARTED ist ein perfektes Beispiel für eine gelungene Spieladaption, weil die Figuren gut getroffen sind, die Chemie passt, der Humor vorhanden ist, die Action aber alles übertrumpft. Dazu merkt man, dass Sony hier auf ein Franchise schielt. Die ersten Einspielergebnisse aus den USA geben dem auch Recht. Entsprechend darf man das Kino keinesfalls vor dem Abspann verlassen.
Wie bei Marvel baut man hier für die künftigen Filme vor. Es gibt zwei Abspannsequenzen. Die eine bietet Hintergrund für den nächsten Film, die andere endet mit einem harten Cliffhanger. Das macht Lust auf mehr. UNCHARTED hat das Zeug, sich zum echten Franchise auszuwachsen. Es könnte sogar die Game-Reihe übertrumpfen.
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