Stasikomödie - Kinostart: 19.05.2022

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Der renommierte Film- und Theaterregisseur Leander Haußmann ...
 
... präsentiert uns erneut eine Tragikomödie, welche diesmal die Stasi-Machenschaften ganz besonders aufs Korn nimmt. Hochkarätig besetzt – aber auch unterhaltsam?
 
Eine Stasi-Akte mit verhängnisvollem Geheimnis
 
Jörg Schüttauf, u.a. bekannt durch die Titelrolle in Egon Günthers LENZ, sowie als Frankfurter Tatort-Kommissar Fritz Dellow, darf darin Ludger, einen gealterten ehemaligen Stasi-Unteroffizier, verkörpern. Und der beantragt auf Drängen seiner Frau Corinna (Margarita Breuch) seine ehemalige Stasi-Akte. Bei deren Durchsicht mit der Familie kommt er allerdings in Bedrängnis, weil darin ein mysteriöser Liebesbrief zu finden ist. Was es damit auf sich hat, versucht der Film im Anschluss aufzuklären.
 
Ost-Legenden und renommierte Newcomer
 
Als sein jüngeres Ich ist in den folgenden einhundert Minuten David Kross (u.a. Der Vorleser, Krabbat) zu sehen. Und der kommt als Ludger zur Stasi wie die Jungfrau zum Kind. Die genauen Hintergründe erfährt der Zuschauer nämlich nicht. Nur das dies auf Wunsch eines Stasi-Offiziers geschieht, der von Ost-Schauspiellegende Henry Hübchen verkörpert wird. Weil vordergründig geht es in Haußmann´s Film um die Konflikte die sich daraus ergeben und wie Ludger diese versucht zu bewältigen.
 
Zunächst als Spitzel, der ein Liebespaar auseinanderbringen soll, was aber schlussendlich in einer eigenen Affäre endet, oder seiner Selbstfindung als Dichter, immer hin-und hergerissen zwischen Pflicht und Gewissen. Inszeniert als großes cineastisches Theaterstück, welches den Zuschauer stellenweise überfordern oder womöglich langweilen kann. Je nachdem, wie sehr man sich auf die Thematik des Films einlässt. Letzteres weil Haußmann es leider nicht schafft, ein perfektes dramaturgisches Timing aufrechtzuerhalten.
 
Nach SONNENALLE (1999) und NVA (2005) ist STASIKOMÖDIE bereits seine dritte Regiearbeit, in der er versucht, die DDR-Vergangenheit komödiantisch aufs Korn zu nehmen. Was dabei positiv hervorsticht sind die satirischen Spitzen, welche der Regisseur in seinem Film platziert. Die Figur Erich Mielke auf einem goldenen Stier reitend im Rahmen eines Opernballes und Henry Hübchens Charakter, der während er in Flammen aufgeht das Lied GUTE NACHT FREUNDE! trällert zählen zu den Highlights des Films.
 
 
Interessante Besetzung
 
Ansonsten merkt man vor allem Henry Hübchen die Spielfreude sichtlich an. Er ist einfach in seinem Element. David Kross hingegen verkörpert seinen Charakter so, wie er es in dutzend anderen Filmen davor schon getan hat. Ebenso Tom Schilling, der leider nur einen kurzen Auftritt im Film hat.
 
 
Generell liefern aber alle Schauspieler, die übrigens sehr bedacht von Haußmann bis in die kleinsten Nebenrollen hochkarätig besetzt wurden, einen passablen Job ab. Ihr Spiel geht oftmals nur leider in diesem überinszenierten Theaterstück ein klein wenig unter. Carsten Speck als Kellner einer Gay-Bar wird den Zuschauern aber trotzdem in Erinnerung bleiben. So wie Deleila Piasko (u.a. Luca tanzt leise) als Natalie. Der schweizer Schauspielerin ist die Figur des Love-Interest von Ludger nämlich wie auf den Leib geschrieben.
 
 
Fazit
 
Wer Filme wie FABIAN ODER DER GANG VOR DIE HUNDE mochte, der wird auch mit Leander Haußmanns STASIKOMÖDIE etwas anfangen können. Die breite Masse wird sich damit allerdings schwertun. Dafür fehlt dem Film die Leichtigkeit, sowie dramaturgische Dichte von SONNENALLEE oder DAS PUBERTIER. Aber eventuell zählt Leander Haußmanns Satire ja zu den Gewinnern des Deutschen Filmpreises 2022, für den er vier Nominierungen erhalten hat.
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor:in: Max Wrede
  • Regie: Leander Haußmann
  • Drehbuch: Leander Haußmann
  • Besetzung: David Kross, Henry Hübchen