Ready Or Not 2 - Kinostart: 09.04.2026

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Samara Weaving probiert sich erneut als Scream-Queen und Überlebenskämpferin aus.
 
Versteckspiel mit Haken
 
Die Reichen sind verdorben und pflegen grausame Traditionen! Diese abgegriffene Vorstellung diente dem Regiegespann Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett (gemeinsam auch verantwortlich für „Scream“ von 2022 und „Scream VI“) in der 2019 veröffentlichten Horrorkomödie „Ready or Not - Auf die Plätze, fertig, tot“ als Aufhänger für einen knackig-kurzweiligen Überlebenskampf. In dessen Mittelpunkt: die von Samara Weaving verkörperte Grace, die eigentlich nur ihren Liebsten Alex Le Domas auf dem Anwesen seiner wohlhabenden Familie heiraten wollte.
 
Ehe sie sich versehen konnte, fand sie sich in ihrer Hochzeitsnacht jedoch in einem Versteckspiel wieder, bei dem ihre neuen Verwandten plötzlich mit schwerem Gerät Jagd auf sie machten. Warum das Ganze? Weil die feinen Herrschaften einst einen Teufelspakt mit einem gewissen Mr. Le Bail geschlossen hatten. Grace erwies sich allerdings als zähe Widersacherin, wuchs langsam über sich hinaus und schaffte es, bis zum Morgengrauen nicht zu sterben. Die Konsequenz: Gemäß den Regeln der satanischen Vereinbarung explodierten daraufhin die noch lebenden Le-Domas-Mitglieder.
 
Der kleine, betont schwarzhumorige Schocker mit Kammerspielcharakter holte erstaunlich viel aus seiner absurden Prämisse heraus und wirkte am Ende in sich geschlossen, schrie also keineswegs nach einer Fortsetzung. Nichtsdestotrotz legen Bettinelli-Olpin und Gillett nun, sieben Jahre später, ein Sequel vor. Diesem geht der raue, unfertige Charme des ersten Teils allerdings spürbar ab. Alles ist eine Spur größer, deftiger, aber deshalb nicht automatisch interessanter oder unterhaltsamer.
 
Inhaltlich geht es genau dort weiter, wo der Vorgänger den Schlusspunkt setzte: Unsere Heldin sitzt, blutüberströmt und rauchend, auf den Stufen des Le-Domas-Landhauses. Als die ersten Rettungskräfte eintreffen, bricht Grace zusammen und wird ins Krankenhaus gebracht. Nur wenig später erhält sie in der Klinik Besuch von ihrer entfremdeten Schwester Faith (Kathryn Newton), die ihr noch immer übelnimmt, dass Grace sie vor Jahren bei ihrer Pflegefamilie zurückgelassen hat.
 
Noch mehr reiche Jäger
 
Für einen kurzen Augenblick sieht es so aus, als wolle „Ready or Not 2“ ein wenig auf die traumatischen Erfahrungen der Protagonistin in ihrer Hochzeitsnacht eingehen. Doch schnell ist es mit der Ruhe vorbei. Denn das nächste tödliche Versteckspiel wirft seine Schatten schon voraus. Wie es dazu kommt? Ganz einfach: Der Le-Domas-Clan ist nicht die einzige elitäre Sippe mit Kontakten zu Mr. Le Bail. Da Grace unerwartet gewonnen hat, müssen die anderen, rund um den Globus verteilten Familien die Angelegenheit wieder ins Lot bringen. Und noch dazu treten sie in einen Wettstreit ein um einen Ring, der seinem Besitzer große Macht verleiht. Bis kurz vor dem Start der neuen Treibjagd war er in Händen der Danforth-Dynastie, deren Oberhaupt (gespielt von Regielegende David Cronenberg) mal eben mit einem kurzen Telefonanruf einen Krieg beendet. In der Danforth-Residenz müssen Grace und Faith schließlich, verfolgt von den eilig angereisten High-Society-Vertretern, um ihr Leben rennen.
 
Dass wir es im zweiten Film mit lauter durchgeknallten Oberschichtsfamilien zu tun haben, macht die Sache lustiger – könnte man meinen. Tatsächlich strengt es aber eher an, wenn nun noch mehr Knallchargen (darunter Sarah Michelle Gellar als Danforth-Tochter) durch die Gegend laufen. Ähnlich wie in „Ready or Not - Auf die Plätze, fertig, tot“ sind die Gegner durch die Bank als Karikaturen angelegt. Kanonenfutter, an dem sich Grace und in diesem Fall auch Faith abarbeiten können.
 
Während das Sequel die Splatter-Schlagzahl erhöht, geht in dem etwas größeren Rahmen der klaustrophobische Reiz des Vorgängers verloren, den nicht zuletzt eine matschige, grünstichige Optik hervorrief. Die Regisseure inszenieren den Überlebenskampf handwerklich sauber. Nur selten gelingen ihnen jedoch echte Höhepunkte wie jener Moment, in dem Grace und eine Kontrahentin ohne Rücksicht auf Verluste einen Festsaal zerlegen. Besonders negativ sticht ins Auge, dass der Film die gezeigten Brutalitäten stellenweise lustvoll auszukosten scheint. Ermüdend sind auch einige „Dialogpassagen“, die bloß obszöne Schimpfworte aneinanderreihen.
 
Samara Weaving wirft sich, wie schon in Teil 1, mit allem, was sie hat, in die Rolle der Survival-Spezialistin und harmoniert noch dazu überzeugend mit Neuzugang Kathryn Newton. Die Rechnung hinter der um Vertrauen und Enttäuschungen kreisenden Schwesterngeschichte geht allerdings nur bedingt auf. Trotz der gut aufgelegten Hauptdarstellerinnen fühlt sich die emotionale Grundierung des wilden Treibens ganz schön aufgesetzt an.
 
 
Fazit
 
Kein Reinfall, aber auch kein echter Gewinn, stattdessen eine mittelprächtige Fortsetzung, durch und durch!
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor:in: Christopher Diekhaus
  • Regie: Matt Bettinelli-Olpin
  • Drehbuch: R. Christopher Murphy
  • Besetzung: Samara Weaving, Kathryn Newton