Im Grunde kann man nicht gewinnen, wenn man eine Komödie fortsetzt.
Entfernt man sich zu weit vom Grundkonzept des Originals, sind die Fans enttäuscht, die mehr vom selben wollen. Bleibt man zu nahe dran und wiederholt die Geschichte im Grunde nur, sind wiederum die enttäuscht, die etwas Neues sehen wollen. Bora Dagtekin hat sich dafür entschieden, einfach auf Nummer Sicher zu gehen. Mit „Fack Ju Göhte 3“ variiert er lediglich die altbekannten Gags der Vorgänger.
Endlich der letzte Fack
Das Fortbestehen der Goethe-Gesamtschule steht auf dem Spiel. Wenn nicht innerhalb von vier Wochen entschieden werden soll, dass die Schule dichtgemacht wird, dann müssen sich die Schüler der elften Klasse ganz schön ins Zeug legen. Sie müssen bei verschiedenen Wettbewerben brillieren und in einem Test auch beweisen, dass sie überhaupt das Zeug haben, im nächsten Jahr das Abitur zu machen.
Zeki Müller ist das eigentlich egal, da er eh keinen Bock hat, Lehrer zu sein, aber die Direktorin droht ihm, ihn wieder in den Knast zu bringen, wenn er nichts macht. Also stürzt sich Herr Müller mehr oder minder mit Feuereifer darauf, die Schüler auf den großen Tag vorzubereiten, während sich allerhand andere Probleme und chaotische Zustände ergeben.
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Alles schon mal dagewesen
Frisch ist an diesem dritten Film tatsächlich gar nichts. Die Figuren sind allesamt bekannt, die Art, wie sie handeln und reden, ist ebenfalls nichts Neues. Und die Geschichte ist ein alter Standard: Man muss die Schule retten. Darüber hinaus versucht der Streifen Humor aus Elementen zu ziehen, die vorher nicht da waren. Wieso Danger mittlerweile aufs Übelste stinkt, bleibt Dagtekins Geheimnis. In den vorherigen beiden Filmen war das noch nicht der Fall. Auch Zeki Müllers Bekenntnis, dass er keinen Bock hat, Lehrer zu sein und das überhaupt nur bleibt, weil er versprochen hat, seine Klasse zum Abitur zu führen, kommt aus dem Nichts. Dagtekin richtet sich’s, wie es ihm gefällt. Oder besser gesagt: Wie es die Gags, die er sich ausgedacht haben, einfach notwendig machen.
Das Ergebnis ist eine recht zusammenhanglose Nummernrevue, bei der es zwar durchaus mal was zu schmunzeln oder auch zu lachen gibt, die großen humoristischen Offenbarungen aber einfach fehlen. Das einzige, wovon dieser dritte Teil wirklich zehren kann, ist der Sympathiebonus, den Elyas M’Barek und die übrigen Schauspieler einfach haben. Allen voran übrigens Jella Haase, die als debile Chantal auch ein paar der besten Szenen hat (und eine der schlechtesten, Stichwort: Virtuelle Realität).
Ein bisschen ernst
Fast könnte man meinen, Dagtekin wollte seinem Film auch einen etwas ernsteren Unterbau verschaffen. Dafür hat er sich zwei Dinge einfallen lassen: Teenager, die sich selbst umbringen wollen, und eine Chantal, die unter den Eskapaden ihrer Crack-Mutter leidet. Beides wirkt in diesem Film aufgesetzt. Mehr noch, es wirkt verlogen, weil eine Ernsthaftigkeit vorgegaukelt werden soll, die einfach nicht vorhanden ist.
Die Szenen werden gestört von unglaublich hölzernen Dialogen beim Selbstmordversuch und behindert von dem Versuch, den ersten Moment mit Chantals Mutter dann doch irgendwie cool und lustig zu machen. Das beißt sich, und der Film verschluckt sich daran.
Letztlich funktioniert das Ganze besser, wenn man sich ganz und gar auf die Komik konzentriert. Da zündet zwar auch nicht jeder Gag, man sieht den Figuren aber zumindest gerne zu. Und das zum letzten Mal, denn das Finale ist so gestaltet, dass es einen weiteren Schulfilm mit dieser Besetzung nicht mehr geben kann. Aber wenn der Streifen genug Geld in die Kasse spült, kann man Herrn Müller ja eine neue Chaos-Truppe an die Seite stellen …
Fazit
Die Gags sind altbekannt, die Geschichte ist episodisch und holprig erzählt. Einige Gags funktionieren, viele jedoch nicht. Dazu kommt, dass die Geschichte mit ein paar ernsten Elementen aufgeladen werden soll, was aber nicht so recht funktionieren will. Letzten Endes gilt: An diesem Film haben wohl nur diejenigen Spaß, die auch beide Vorgänger mochten.
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