deensvtr

The Strangers: Opfernacht - Kinostart: 21.06.2018

Artikel bewerten
(1 Stimme)
Zehn Jahre nachdem Bryan Bertino („The Monster“) mit dem minimalistischen ...
 
... Home-Invasion-Thriller „The Strangers“ einen Überraschungserfolg landen konnte, findet eine Fortsetzung den Weg ins Kino. Inszeniert wurde das Sequel von Johannes Roberts („47 Meters Down“) nach einem Drehbuch, das Bertino und Ben Ketai („The Forest“) zu Papier brachten.
 
Killer auf der Jagd
 
Dass im amerikanischen Hinterland nicht selten das Grauen auf ahnungslose Reisende lauert, wissen Horrorfreunde spätestens seit Tobe Hoopers genreprägendem Backwoods-Schocker „The Texas Chainsaw Massacre“ von 1974. Auch in „The Strangers: Opfernacht“ erweist sich ein Ausflug zu einem wie ausgestorben wirkenden Trailer-Park als fatale Entscheidung. Bevor sie ihre rebellische Tochter Kinsey (Bailee Madison) in ein Internat verfrachten, quartieren sich Cindy (Christina Hendricks) und Mike (Martin Henderson) mit der widerspenstigen Teenagerin und ihrem Bruder Luke (Lewis Pullman) in einer von Verwandten betriebenen Wohnwagenanlage ein. Dummerweise haben es sich die maskierten Killer aus Teil eins schon vor der Ankunft der Familie auf dem Areal gemütlich gemacht und entfesseln schon bald ein grausames Katz-und-Maus-Spiel.
 
Wer Bertinos sicher nicht komplexen, dafür aber hochintensiven Terrorstreifen noch bestens vor Augen hat, dürfte vor allem in der ersten Hälfte viele vertraute Elemente finden. Ähnlich wie im Vorgänger, wo ein missglückter Heiratsantrag das Verhältnis der beiden Protagonisten belastete, liegt auch im Sequel vom Start weg Anspannung in der Luft. Kinsey fühlt sich abgeschoben und trägt den Ärger über die Entscheidung ihrer Eltern demonstrativ zur Schau. Abermals lässt sich der Film Zeit, bis die Hölle losbricht. Und erneut kündigt ein wiederholtes Klopfen an der Tür, gepaart mit der Frage nach einer gewissen Tamara, die Menschenjagd an. Vergleicht man „The Strangers“ und die Fortsetzung, sticht ebenfalls ins Auge, dass Bertinos Reißer mit seiner starken räumlichen Begrenzung ein Stück weit klaustrophobischer wirkte. Im Sequel erhalten die Figuren etwas mehr Aktionsfläche und stolpern des Öfteren durch den gespenstisch leeren Wohnwagenpark.
 
Packende Passagen, aber schwaches Ende
 
Auch wenn „The Strangers: Opfernacht“ den Familienmitgliedern nur das Nötigste an Eigenschaften mitgibt und ihr Verhalten in manchen Momente fragwürdig bis unsinnig ausfällt, ist einem ihr Schicksal nicht egal. Dank solider Schauspielleistungen – keine Selbstverständlichkeit im Genre! – und einer effektiven, den Puls nach oben treibenden Inszenierung fiebert man bereitwillig mit und lässt sich zuweilen ordentlich erschrecken.
 
 
Gelegentlich setzt Roberts einen markanten Schockakzent und schafft es die meiste Zeit, eine unheimliche Bedrohungsatmosphäre zu kreieren. Gelungen ist nicht zuletzt das Spiel mit der Unschärfe des Bildes, aus der sich immer mal wieder einer der vermummten Angreifer herausschält. Einen besonders prägenden Eindruck hinterlässt der Kampf in einem Swimmingpool, der vor dem Hintergrund einer bizarren Lichtershow und zu den Klängen von Bonnie Tylers Schmachtfetzen „Total Eclipse of the Heart“ über die Bühne geht. Nervenkitzel und ironische Brechung stehen hier nebeneinander und erzeugen ein merkwürdig unbehagliches Gefühl.
 
Lange Zeit kann „The Strangers: Opfernacht“ als kleiner, fieser, dem Slasher-Film der achtziger Jahre huldigender Terrorstreifen überzeugen. Im letzten Drittel scheinen die Macher dann jedoch von allen guten Geistern verlassen worden zu sein. Im Minutentakt klatscht das Drehbuch nun ein dummes Genreklischee ans nächste und unterläuft gleichzeitig die Glaubwürdigkeit des Gezeigten. Statt wie im Vorgänger halbwegs bodenständig zu erzählen, entbrennt – im wahrsten Sinne des Wortes – eine Konfrontation, die mit jeder neuen Wendung alberner wird und den Gesamteindruck ein Stück nach unten zieht.
 
 
Fazit
 
Wer „The Strangers“ mochte, wird auch Gefallen an der Fortsetzung finden, dürfte sich aber über das ausufernde, mitunter lächerliche Finale ärgern.
 
 
Unterstütze CinePreview.DE:
                                                                                                                                        
 
 

Ähnliche Kritiken

Alien: Covenant Android David (Michael Fassbender) sitzt an einem Steinway-Flügel und ...   ... spielt Richard Wagners “Einzug der Götter in Walhall”, während er sich mit seinem Schöpfer Peter Weyland (Guy Pearce) unterhält. Die Schlüsselfrage dieser Eröf...
Doctor Sleeps Erwachen - Kinostart: 21.11.2019 Stanley Kubricks „Shining“ war ein verstörendes Meisterwerk und gleichzeitig ...   ... eine misslungene Romanadaption, weil der Meister die Kernaussage der Vorlage von Stephen King entweder nie verstanden oder einfach absichtlich ignoriert hat. Mike Flanagans „Docto...
Escape Room - Kinostart: 28.02.2019 Wo, bitteschön, geht’s hier nach draußen? Filmemacher Adam Robitel („Insidious: The Last Key“) ...   ... schickt in seinem mit Horrorelementen garnierten Thriller „Escape Room“ sechs Fremde in einen verriegelten Gebäudekomplex, in dem es allerha...
The Lodge - Kinostart: 06.02.2020 Eine dysfunktionale Familie in einem eingeschneiten Haus fernab jeder ...   ... Zivilisation und einer der Bewohner verliert den Verstand. Kommt uns das nicht bekannt vor? Anders als bei „The Shining“ ist aber diesmal der Vater abwesend …   The Shining light...

Weitere Informationen

  • Autor/in: Christopher Diekhaus
  • Regisseur: Johannes Roberts
  • Drehbuch: Bryan Bertino
  • Besetzung: Christina Hendricks, Martin Henderson
ij5 hnews
Das fünfte Abenteuer des berühmten Archäologen, genannt Indiana Jones, ist laut den Branchenblättern Variety und Hollywood Reporter erneut verschoben…
hnews corona
Geschlossene Kinosäle, abgebrochene Drehs und Stars in Quarantäne. In Hollywood sorgt das Coronavirus für Chaos und könnte weitreichende…
hnews be bond25
Die fünffache GRAMMY®-Gewinnerin Billie Eilish hat heute ihren neuesten Song „No Time To Die“, den offiziellen Titelsong des kommenden…
hnews oscars020
In der Nacht vom 09. auf den 10. Februar fand 2020 etwas früher als sonst die Verleihung der Oscars in Los Angeles statt. Der südkoreanischen Film…
hnews gg2020
Am 06. Januar 2020 fand in Los Angeles die 77. Verleihung der Golden Globes statt. Moderiert wurde die Veranstaltung bereits zum fünften Mal von…
hnews dpstart
Disney+, der mit Spannung erwartete Streaming-Service der Walt Disney Company, ist am 12. Novenber 2019 in den USA, in Kanada und den Niederlanden…
hnews gman wsmith
Am 25. September 2019 feierte Superstar Will Smith vor der grandiosen Kulisse des Budapester Burgpalasts nicht nur seinen 51. Geburtstag. Anlass für…
d23019 mag header
Am 24. und 25. August 2019 präsentierten die Walt Disney Studios bei der D23 Expo 2019 im kalifornischen Anaheim den nahezu 7000 Fans Star-gespickte…
hnews 007ds
Die James Bond Produzenten, Michael G. Wilson und Barbara Broccoli, haben heute den offiziellen Titel des 25. James Bond Abenteuers NO TIME TO DIE…
hnews marvel
Neuigkeiten aus dem Marvel Cinematic Universe: Der Siegeszug von AVENGERS: ENDGAME an den weltweiten Kinokassen ist bis heute nicht aufzuhalten. Am…
hbss hnews
Mit „Rocky“ und „Rambo“ avancierte er zur Actionlegende und auch vier Jahrzehnte nach seinem Durchbruch gehört er noch lange nicht zum alten Eisen:…
wss hnews
Das erste Filmfoto von Oscar®-Gewinner Steven Spielbergs WEST SIDE STORY wurde veröffentlicht. Die Adaption des Original Broadway Musicals WEST SIDE…
traffikant hnews
"Der Trafikant": Bruno Ganz' letzter Film feiert seine Los Angeles Premiere auf dem Jüdischen Filmfestival Es sollte seine letzte Rolle werden: Bruno…
hnews pa bond25
Die James-Bond-Produzenten, Michael G. Wilson und Barbara Broccoli, haben am 25. April 2019 angekündigt, dass die Dreharbeiten zum 25. offiziellen…
swc hnews
Greg Pak und Phil Noto werden ab Juli die monatliche Comic-Kernserie übernehmen. Auf der diesjährigen Star Wars Celebration wurden Details zu der…