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bayala: Das magische Elfenabenteuer - Kinostart: 24.10.2019

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Spielfiguren aus Hartgummi verkaufen sich gut. Kinderfilme über magische ...
 
... Fabelwesen verkaufen sich gut. Wie gut müssen sich erst Kinderfilme über Spielfiguren magischer Fabelwesen aus Hartgummi verkaufen? Das hat man sich wohl auch bei der Schleich GmbH gedacht …
 
Schattenelfen, Sonnenelfen, … wer kann mir helfen?
 
Es gibt keine Drachen mehr in bayala. Leider bekommen die Elfen ihre Magie von den Drachen. Ohne sie können die Elfen zwar immer noch fliegen und zaubern, aber trotzdem fehlt die Magie. Die Königin der Schattenelfen ist böse und hält eine Sonnenelfenprinzessin in einem hohen Turm gefangen. Die Prinzessin kann aber fliehen. Dann findet eine Nachwuchselfe ein Drachenei und alle guten Elfen zusammen müssen dieses Ei quer durch eine ganz furchtbar schlecht animierte Zeichentricklandschaft zu seinen Eltern bringen …
 
Die Schleich GmbH hat bereits vor mehr als vierzig Jahren ein Vermögen mit den damals angesagten Schlümpfen aus Hartgummi verdient. Später hat man recht hochwertige Tierfiguren verkauft. Angeboten werden Haustiere, Wildtiere und Dinosaurier. Mittlerweile macht das Unternehmen einen Umsatz von 185 Millionen Euro pro Jahr unter anderem auch mit Fantasy-Figuren. Eine der Produktlinien zeigt uns die Welt von bayala.
 
Von „Surahs Federfohlen“ für EUR 4,99 über die verschiedenen Hauptfiguren zum Stückpreis von EUR 9,99 und das „Gästehaus für Elfenbesuch“, das zur Zeit zum reduzierten Aktionspreis von EUR 11,99 zu haben ist, bis zum „glitzernden Blütenhaus mit Einhörnern, See und Stall“ für EUR 69,99 („Achtung! Verschluckbare Kleinteile. Erstickungsgefahr.“) werden Figuren und Zubehör aus dieser „fantastischen Welt aus Freundschaft, Zauber und Abenteuer“ angeboten. Mir persönlich hat es ja das Blütenhaus angetan. Die Erstickungsgefahr nehme ich gerne in Kauf und 70 Euro sind ein Schnäppchen, wenn ich dafür „vom oberen Stockwerk aus bei Nacht wunderbar den Sternenhimmel bayalas betrachten“ kann.
 
Der Film „bayala – Das magische Elfenabenteuer“ bietet nämlich keine vergleichbaren Attraktionen. Diese luxemburgisch-deutsche Koproduktion ist nicht bloß visuell furchtbar gestaltet. Sie ist auch noch visuell furchtbar langweilig gestaltet. Es tut sich einfach nichts auf der Leinwand. Ja, Elfen fliegen herum. Aber sie bewegen sich wenig dynamisch über statische, fast leere Hintergründe. Wenn die böse Schattenelfe dann in einer der wenigen Actionsequenzen des Films Wolken an den Himmel zaubert, sehen diese Wolken aus als hätte man Teile einer schlechten Zeichnung auf eine andere schlechte Zeichnung gelegt.
 
 
Verflügelt und zugenäht …
 
Um das klar zu stellen: Ich weiß selbst, dass ich nicht zur Zielgruppe dieses Films gehöre. Die Zielgruppe dieses Films sind kleine Mädchen, deren Eltern bereit sind zwischen 5,- und 70,- Euro für bunt bemalte Hartgummiteile auszugeben. Aber auch ein Film, der nur dazu dient noch mehr Spielzeug zu verkaufen an dem Kleinkinder ersticken können, könnte doch trotzdem visuell ansprechend gestaltet sein. Die Figuren dieses Films zeigen alle kein echtes Minenspiel, ihre Gesichter verändern sich kaum jemals. Und sie sehen auch alle gleich aus. An einer Stelle erklärt eine der Figuren einer anderen, sie seien Zwillingsschwestern. Gut, aber warum nur diese beiden? Die anderen Figuren sehen doch alle genauso aus.
 
So wie die Schleichfiguren sicher nicht in irgendwelchen Sweatshops gegossen und bemalt werden (will ich zumindest hoffen), so wurde auch dieser Film sicher nicht im dunklen Keller einer Fabrik in Bangladesch von kleinen Kindern gezeichnet. Leider sieht das fertige Produkt ungefähr so aus. Die Figuren die es in Spielzeugläden zu kaufen gibt wirken sehr viel hochwertiger und vor allem lebendiger als alles was man auf der Leinwand zu sehen bekommt.
 
 
Bei meinen Flügeln …
 
Aber nicht bloß die visuelle Gestaltung des Films ist enttäuschend. Auch sonst vermag einen nichts zu begeistern. Das Beste was man über die Synchronisation sagen kann ist, dass die von Ross Antony gesprochene Figur zum Glück nicht viel zu sagen hat. Der Wolf klingt kein bisschen wie ein Wolf. Und das gruselige Lachen der bösen Königin klingt kein bisschen gruselig. Andererseits klingt es auch nicht wirklich wie ein Lachen.
 
Die Handlung ist lächerlich. Drachen, Elfen und irgendwann auch Einhörner sind dabei. Eine kleine Elfe soll den Mädchen als Identifikationsfigur dienen und nimmt deutliche Anleihen bei Bibi Blocksberg und Pippi Langstrumpf. Irgendwann findet das Ganze ein Ende und dann kommt der Abspann. An der Stelle wird dieser bis dahin belanglose Film zu einem echten Ärgernis.
 
Im Abspann werden nämlich Entwürfe zu den einzelnen Figuren gezeigt. Und diese Grafiken sehen hinreißend aus. Hätte man diesen Film im Stil dieser Zeichnungen gestaltet, wären die lächerliche Handlung und die mittelmäßige Synchronisation verzeihliche Schwächen gewesen. Aber irgendein Controller hat hier wohl entschieden, dass auch die allerbilligste Animation mit ausdruckslosen, nicht zu unterscheidenden Gesichtern ausreicht um noch mehr Spielfiguren aus Hartgummi zu verkaufen. Mit der Einstellung kann man billige Werbefilme produzieren. Fürs Kino sollte man dann doch höhere Ansprüche haben.
 
 
Fazit
 
Ein überlanger Werbefilm für eine Spielzeugserie. Hätte man nicht so überdeutlich an der Animation gespart, hätte das Ganze halbwegs sehenswert werden können.
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor/in: Walter Hummer
  • Regisseur: Aina Järvine
  • Drehbuch: Vanessa Walder
  • Besetzung: Josefine Preuß, Ross Antony
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