Der Nachname - Kinostart: 20.10.2022

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Der erste Teil ist kein originärer Film. DER VORNAME basierte auf ...
 
... einer französischen Vorlage. Vor dem deutschen Remake gab es auch schon ein italienisches. Aber man musste schon sagen: So gut wie mit deutschen Figuren funktioniert die Geschichte nirgendwo. Der Film war im Kino ein außerordentlicher Erfolg. Das führte zu Begehrlichkeiten nach einem Sequel. Aber kann das funktionieren? Denn um den Vornamen geht es nicht mehr, aber auch ein Nachname kann Stein des Anstoßes sein.
 
Streit auf Lanzarote
 
Es war für Thomas (Florian David Fitz) und Elisabeth (Caroline Peters) schon ein Schock, als sie erfuhren, dass ihre Mutter ein Verhältnis mit Rene (Justus von Dohnanyi) hat, mit dem sie gemeinsam aufgewachsen sind. Aber jetzt kommt es noch dicker: Sie werden ins Ferienhaus der Familie auf Lanzarote eingeladen. Dort eröffnen ihre Mutter und Rene, dass sie geheiratet haben. Damit nicht genug: Die Mutter hat auch ihren alten Nachnamen abgelegt.
 
Das ist der Anlass für allerhand Diskussionen. Animositäten treten zu Tage, Halbwahrheiten werden schonungslos aufgedeckt, überhaupt geht es mal wieder drunter und drüber in dieser Familie.
 
Ein gutes Sequel
 
Komödien fortzusetzen, ist immer gefährlich. Wie bei kaum einem anderen Genre läuft man Gefahr, einfach zu wiederholen, was beim ersten Mal funktioniert hat, und damit jedwede originelle Idee zu ersticken. Im Grunde wiederholt auch DER NACHNAME nur, aber das macht er mit reichlich Esprit. Denn um den Nachnamen geht es nur anfangs, danach geht es um all das, was sich in dieser Familie über Jahrzehnte aufgestaut hat. Es ist ein reinigendes Gewitter, nach dem die Figuren deutlich entspannter in die Zukunft blicken können.
 
 
Das A und O eines Films wie diesem sind natürlich die Dialoge. Die müssen pointiert sein, die müssen spritzig sein, die müssen es schaffen, einen Hauch von Tragik mit immensem Humor zu transportieren. All das gelingt bei diesem Film. Es macht Laune, den erwachsenen Kindern, ihrem neuen „Stiefpapa“ und der Mutter zu lauschen, wie sie sich gegenseitig die verbalen Bonmots um die Ohren hauen.
 
 
Die Familie
 
Trotz aller Differenzen spürt man aber auch die immense Liebe zwischen allen Figuren. Auch das zeichnet den Film aus. Dass man über jedes Thema vortrefflich streiten und sich verbal abwatschen kann, aber am Ende dann doch die Familie überwiegt. Der Film gibt sich dabei recht realistisch. So läuft es bei Familien. Mal gibt es Knatsch, mal kann man sich nicht ausstehen, aber Blut ist eben doch dicker als Wasser – und am Ende verabschiedet man sich so, dass man sich beim nächsten Mal auch noch in die Augen sehen kann.
 
Das Ensemble des ersten Teils ist wieder komplett vorhanden, auch hinter den Kulissen gab es kaum Veränderungen. Der Film greift damit direkt auf, was der Vorgänger erschaffen hat. Im Original wurden alle Schauspieler am Anfang nur mit Vornamen genannt, nun ist es eben der Nachname.
 
 
Fazit
 
DER NACHNAME ist das seltene Beispiel einer wirklich gelungenen Fortsetzung. Weil sie zwar von der Form her wiederholt, was das Original so prickelnd gemacht hat, aber thematisch und inhaltlich Neuland betritt. Man erfährt so auch mehr über diese doch eigentlich ganz gewöhnliche Familie.
 
Im Gegensatz zum Original ist dieses Kammerspiel zudem etwas freier gestaltet, da der Schauplatz auf Lanzarote den Figuren auch die Möglichkeit gibt, aus dem Haus herauszukommen. Das macht den Film visuell deutlich ansprechender, als das noch beim Original gewesen ist. Im Fazit heißt das: Eine vergnügliche Fortsetzung, die mit ihrem akrobatischen Wortwitz zu unterhalten versteht. Nur eins fragt man sich: Was macht man wohl, wenn dieser Film auch so gut wie der Vorgänger läuft? Mit den Namen ist man jetzt ja durch …
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor:in: Peter Osteried
  • Regie: Sönke Wortmann
  • Drehbuch: Claudius Pläging
  • Besetzung: Iris Berben, Florian David Fitz