Fünf Jahre nach dem zweiten Teil gibt es nun den Abschluss der Trilogie.
Einer Trilogie aus Filmen, bei der man jeden für sich sehen kann. Kenntnisse anderer Teile sind nicht vonnöten. Das ist in Zeiten von aufeinander aufbauenden Reihen und „shared universes“ wirklich erfrischend. Ein letztes Mal also macht sich Robert McCall daran, Ungerechtigkeiten auszugleichen. Diesmal in Italien.
Bella Italia
Robert McCall hat die Leute eines Mafiosos auf Sizilien umgelegt, als er in dessen Haus eindrang, um etwas zurückzuholen, das dem Mann nicht gehört. Wie immer ist er extrem gut in dem, was er tut. Keiner kann ihn verletzen, aber dann wird er unachtsam und erhält einen Schuss in den Rücken. Er kann noch seinen Wagen besteigen, die Fähre zum Festland nehmen und losfahren. Aber nachts bleibt sein Wagen liegen.
Man bringt ihn zu einem Arzt, der sich um ihn kümmert und nicht die Polizei verständigt. McCall kommt hier zur Ruhe, an diesem Ort, an dem er es nicht erwartet hätte. Er findet seinen Frieden, der erst gestört wird, als die Mafia ihren Würgegriff um den Hals der Einwohner dieses Dorfs verstärkt. Das kann und will der Equalizer nicht zulassen.
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Ein bisschen anders
In den ersten beiden Teilen war Robert McCall eine wahre Kampfmaschine. Das ist er jetzt auch noch, damals war er aber praktisch unverwundbar. Das nahm dem Ganzen auch etwas Spannung. Sicher, auch im dritten Teil geschieht ihm bei keinem Kampf wirklich etwas, aber es ist eine Unachtsamkeit, die seine verletzliche Seite zeigt. McCall ist auch nur ein Mensch, der blutet, wenn man ihm eine Kugel verpasst.
Das wiederum erlaubt dem Film, sich Zeit zu nehmen. Er zeigt McCall in dem kleinen Örtchen in Italien. Wie er sich erholt, wie er neue Gewohnheiten annimmt, wie er ankommt und wie die Leute ihn als einen der ihren akzeptieren. McCall hat den Frieden gefunden, der ihm immer verwehrt geblieben ist. Aber ein solches Idyll hält bei einem Actionfilm nur bedingt lange.
Dann wird McCall wieder zu dem eiskalten Killer, der er ist. Das Besondere an diesem Film: Wie er manche seiner Opfer zur Strecke bringt, hat schon ein klein wenig sadistisches Flair. Niemals zuvor wirkte McCall wie ein Psychopath. Aber auch das ist eine interessante charakterliche Entwicklung.
Mann unter Feuer
Es ist schön, nach fast 20 Jahren Denzel Washington und Dakota Fanning wieder vereint zu sehen. Im Jahr 2004 spielte er in „Man on Fire“ den Bodyguard der kleinen Dakota Fanning. Jetzt ist sie groß geworden, die schauspielerische Chemie ist aber vorhanden. Sie haben nur drei gemeinsame Szenen (und ein paar Telefonate), die sind aber allesamt Highlights des Films.
Der in Italien gedrehte Film nutzt die Kulisse sehr gut, auch wenn er eine etwas idealisierte Form eines italienischen Dorfes zeigt. Ein Ort wie dieser wäre von Touristen überlaufen, McCall ist aber der einzige Ausländer. Vielleicht ist das aber auch ein gewollter Schachzug, da diese Art der Darstellung des Ortes ihn für McCall noch mehr zu einem märchenhaften Ort macht, an dem er endlich die Schatten der Vergangenheit abstreifen kann.
Fazit
„The Equalizer 3“ ist ein starker Actionfilm. Cool gespielt, in den Fights schön choreographiert, mit einem umwerfend guten Hauptdarsteller. Der sieht den Film auch als Abschiedsvorstellung an. Der 68 Jahre alte Denzel Washington will keine Actionrollen mehr spielen.
Ob es dabei bleibt? Das wird man sehen müssen, denn Regisseur Antoine Fuqua hat jüngst laut darüber nachgedacht, gerne noch ein Prequel machen zu wollen. Aber eines, in dem Washington erneut Robert McCall spielen soll, dann halt nur mit ausgiebigem De-Aging. Dass das mittlerweile hervorragend aussieht, konnte man jüngst auch bei „Indiana Jones und das Rad des Schicksals“ sehen.
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