Fünf Jahre nach dem ersten Teil hätte man nicht unbedingt eine Fortsetzung erwartet,...
... und das nicht nur wegen der vergangenen Zeit, sondern weil Katastrophenfilme etwas Finales und Definitives haben. Wie setzt man einen solchen Film fort, wenn die Katastrophe schon geschehen ist. Die Antwort liefert GREENLAND 2: mit reichlich hanebüchenen Ideen.
Raus aus Grönland
Seit fünf Jahren leben John und seine Familie im Bunker in Grönland. Der Großteil der Erde ist verheert, es gibt Strahlenstürme und Beben. Aber es heißt, im Hauptkrater des Meteoriteneinschlags irgendwo in Südfrankreich könnte Leben wieder gedeihen. Die Überlegung, ob es lohnt, sich dorthin auf den Weg zu machen, nimmt der Familie das Schicksal ab. Soll heißen: Sie müssen aus Grönland fliehen.
Und so machen sich John, seine Frau, sein Sohn und ein paar andere auf den Weg nach Europa, aber dort herrscht Chaos unter den wenigen Überlebenden – und sogar Bürgerkrieg.
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So, so, der Bürgerkrieg…
Wenn sonst nichts mehr einfällt, dann muss es halt ein Krieg tun. Zwischen der Ost-Koalition und der Westlichen Allianz. GREENLAND 2 macht sich aber nie die Mühe, überhaupt zu erklären, um was für Zusammenschlüsse es sich dabei handelt. Oder woher nach fünf Jahren noch Verheerung genug Munition kommt. Oder wieso sich die Leute überhaupt die Köpfe einschlagen, wo das Krater-Paradies – so es denn eines ist – doch groß genug für die letzten kläglichen Reste der Menschheit ist.
Man sieht schon: GREENLAND 2 bewegt sich im Reich von Absurdistan. Dämliche Entscheidungen der Figuren, hanebüchene wissenschaftliche Konzepte, dümmlichste Hindernisse für die Protagonisten – der Film müht sich bemerkbar, irgendeine Form von Handlung zu bieten. Denn ja, es gibt eigentlich nichts mehr zu erzählen.
Ein leichter Trip
Klar, der Film wirft den Protagonisten Hindernisse in den Weg, aber auch nur dann, wenn es das Drehbuch fordert, weil entweder etwas Spannung oder Action kommen muss. Ebenso verfährt der Film, wenn den Helden etwas Gutes widerfährt. Das ist so unaufgeregt erzählt, dass man sich nur wundern kann. Praktisch jede Sequenz telegraphiert: Wir haben keine Ahnung, was wir mit diesem Film eigentlich machen sollen.
Auch wahr ist, dass immer der leichte Weg genommen wird. GREENLAND 2 wurde nicht in Frankreich gedreht, die Locations in Island und England sehen nun mal nicht nach Frankreich aus. Aber egal, denn durch den Kataklysmus hat sich eh alles verändert. Sieht die Welt halt jetzt anders aus, das muss man schlucken in einem Film, der ohnehin nur schwer verdaulich ist. Denn obwohl das Ganze wirklich nicht langweilt, ist es eben hummeldumm. Die Plotlöcher sind größer als der Clarke-Krater, der als neues Paradies auf Erden gehandelt wird.
Sicher sind die Effekte schön geworden (es gibt auch wieder Einschläge, wenn auch kleinere) und auch die verheerten Städte und Landschaften haben schon Atmosphäre, aber darüber hinaus hat der Film nicht viel zu bieten. Das Ende ist dann so gestaltet, dass es wohl keinen dritten Teil mehr geben wird, weil dann ein wichtiges Element fehlen würde. Tut es hier auch schon, die Schauspieler mag man aber gern – und einen wird man einfach vermissen, sollte es weitergehen.
Fazit
Hanebüchene Geschichte, die sogar denn ohnehin schon nicht besonders cleveren ersten Teil wie großes Kino aussehen lässt. Die Effekte sind schön, die Action ordentlich und die Schauspieler gefallen, aber letztlich hat GREENLAND 2 einfach nichts zu bieten, das den Gang ins Kino lohnt. Wenn man einen Film wie diesen irgendwo im Streaming sieht, ist das okay, das Kinoticket ist er in Zeiten hoher Eintrittspreise aber einfach nicht wert. Ein Film, den es nicht gebraucht und auf den auch keiner gewartet hat.
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