Es ist ein kleiner Trend: Filme, die sich darüber erzählen, was auf Bildschirmen passiert, ...
... seien es Webcams, die User zeigen, Social-Media-Beiträge, Nachrichten und ähnliches. Das kann als Format durchaus spannend sein, wenn die Geschichte packend genug ist, die Limitierungen zeigt dann jedoch ein Film wie LIFEHACK, der ausgesprochen stark die Geduld strapaziert.
Digital Natives
Vier Freunde sind exzellent im Umgang mit Computern, mit Coden, mit dem Internet, und sie nutzen das, um Betrügern auf die Pelle zu rücken. So legen sie sich schon mal mit einem vermeintlichen FBI-Agenten an, der eigentlich irgendwo in Indien sitzt und nur versucht, Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen.
Schon bald reicht das dem Quartett aber nicht mehr. Sie richten ihr Augenmerk auf einen Mann, der durch Kryptowährungen zum Milliardär geworden ist. Ihn wollen sie digital ausrauben. Es soll der ganz große Coup werden, aber sie haben nicht geahnt, welche Schwierigkeiten das mit sich bringt …
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Steckenpferd des Produzenten
Timur Bekmambetov hat als Produzent offensichtlich einen Narren an dieser Form der Erzählweise gefunden. Mit SEARCHING produzierte er den ersten Film dieser Art, der damals ausgesprochen spannend war – die Story gab es her. Später kamen MISSING und KRIEG DER WELTEN und – in Maßen – auch MERCY dazu. Sie alle spielen damit, dass man als Zuschauer nur sieht, was auch die Protagonisten auf ihren Monitoren sehen. Es ist ein Mosaik, das sich entfaltet, so, als würde man selbst im Netz herumsurfen und vom einen zum anderen kommen.
Wie gesagt: Wenn die Story was hergibt, ist das effektiv. Taugt sie allerdings nichts, ist der Film kaum ertragbar. Letzteres gilt für LIFEHACK, dessen Geschichte einfach völlig uninteressant ist. Die selbst im Rahmen dessen, was dieses Format erlaubt, vollkommen unspektakulär ist. Man merkt das früh, aber da läuft der Film noch eine ganze Weile und beweist, wie lange sich gut anderthalb Stunden eigentlich anfühlen können.
Repetitiv
Die Schauspieler sind unbekannt und passabel, haben aber auch nicht viele Herausforderungen zu meistern. Inszenatorisch ist hier ohnehin auch Schmalhans Küchenmeister. Videos, die auf einem Monitor laufen, sind selten die große Kunst, die Art der Inszenierung, verschiedene Bildelemente auf einem Monitor zu zeigen und zu priorisieren, ist auch alles andere als aufregend.
Dazu kommt, dass der Film mit seiner Heist-Geschichte auch sehr repetitiv ist. Gerade im Mittelteil hat man das Gefühl, dass hier einfach nur Wasser getreten wird. Es passiert im Grunde nichts. Zumindest nichts, was aus dem Dämmerschlaf herausreißen würde, in den einen dieser Film versetzt.
Für ein Studio ist das Format von LIFEHACK sicherlich interessant, weil man mit relativ überschaubarem Budget einen Film produzieren kann. Aber das Ergebnis ist halt nichts, das man auf einer großen Leinwand im Kino sehen müsste. Schon von der Art des Films her bietet sich der heimische Fernseher an – wenn nicht gar der Laptop. Fürs Feeling, versteht sich. Es ist gut möglich, dass die Geschichte besser funktioniert hätte, wenn sie in klassischer Form dargeboten worden wäre. Das hätte auch erlaubt, die Figuren etwas stärker zu charakterisieren und sie für den Zuschauer interessanter zu gestalten. Hier jedoch bleiben sie farblos und laden nicht zur Identifikation ein.
Fazit
Bemüht, aber letztlich auf ganzer Linie versagt. Das ist das einfache Fazit zu LIFEHACK, einem Film, der in die Fußstapfen von SEARCHING treten will, aber einfach nicht die gleiche Art von packender Geschichte zu erzählen hat. Den Kinobesuch kann man sich hier getrost sparen, dies ist ein Film, der irgendwann im Streaming aufschlägt und dort auch hingehört. Den Ansprüchen eines Publikums, das viel Geld für ein Kinoticket löhnt, kann dieser Möchtegern-Thriller auf jeden Fall nicht gerecht werden.
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