Hier ist nichts mehr super! Fünf Jahre nach den Ereignissen des ersten LEGO-Films ...
... sieht die Welt des stets gut gelaunten Emmet dank einer DUPLO-Monster-Invasion alles andere als rosig aus. In einem neuen rasanten Abenteuer verschlägt es den kleinen Bauklotzmann schließlich in weit entfernte Galaxien.
Auf der Suche nach den Freunden
Im Jahr 2014 legten Phil Lord und Christopher Miller mit „The LEGO Movie“ einen irrwitzigen, vor Anspielungen und Pointen nur so sprühenden Animationsfilm vor, der manchmal sicher etwas hektisch ausfiel, gleichzeitig aber auch die Kraft von Kreativität und Individualität beschwor. Nach Veröffentlichung der beiden Spin-Offs „The LEGO Batman Movie“ und „The LEGO Ninjago Movie“ kommt nun die Fortsetzung zum ersten großen Kino-Bauklotz-Beitrag auf die Leinwände. Regie führte dabei der animationserprobte Mike Mitchell, der zuletzt federführend an „Trolls“ beteiligt war, während Lord und Miller dieses Mal „lediglich“ als Drehbuchautoren und Produzenten in Erscheinung traten.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen allerdings erneut der im Ursprungsabenteuer vom einfachen Bauarbeiter zum großen Helden mutierte Emmet (Originalstimme: Chris Pratt) und seine furchtlose Freundin Lucy alias Wyldstyle (Elizabeth Banks), die sich ebenso wie alle anderen Bewohner der LEGO-Stadt plötzlich niedlichen, aber zerstörungswütigen DUPLO-Invasoren aus dem All gegenübersehen. Fünf Jahre später hat sich ihre geliebte, farbenfrohe Umgebung in ein postapokalyptisches Ödland im Mad-Max-Stil verwandelt. Abgesehen vom ständig positiv gestimmten Emmet schauen die LEGO-Figuren einer trostlosen Zukunft entgegen und rüsten sich für weitere Angriffe der Aliens. Als eines Tages der geheimnisvolle General Mischmasch (Stephanie Beatriz) erscheint und Lucy, Batman (Will Arnett) und einige andere enge Freunde Emmets entführt, begibt sich der unverbesserliche Optimist auf eine gefährliche Rettungsmission in das weit entfernte, von der Königin Wasimma Si-Willi (Tiffany Haddish) regierte Sistar-System und findet unterwegs einen zupackenden Helfer.
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Ideen-Overkill
Die liebevolle, akkurate Gestaltung der Bauklotz-Optik ist, wie schon in den anderen Filmen des LEGO-Universums, ein Augenschmaus und stellt in der Welt der animierten Bilder noch immer eine Bereicherung dar. Beeindruckend, mit welcher Sorgfalt die Crew um Mitchell Verschleißspuren und kleine Fingerabdrücke an den Figuren sichtbar macht und auf diese Weise auch große Zuschauer dazu ermuntern, alte LEGO-Kisten hervorzukramen, sie auszuschütten und in Kindheitserinnerungen zu schwelgen.
Erwarten darf das Publikum erneut unzählige optische Kabinettstückchen, verrückte Inszenierungseinfälle, Gags und Filmzitate, eingebettet in einen temporeichen Plot. Was sich in „The LEGO Movie“ bereits ein wenig abzeichnete, ist hier jedoch noch deutlicher zu spüren: Zuweilen kann der permanente Input an bunten Impressionen, Actionszenen, Gesangseinlagen (der quirlige Ohrwurm „Hier ist alles super!“ ist im Sequel Ziel einiger Meta-Scherze) und Humorattacken auch ermüden. Ab und an wäre es sicherlich angebracht gewesen, zumindest für kurze Zeit einen Gang zurückzuschalten.
Über eine Stunde lang praktizieren die Macher ein anarchisches Alles-ist-möglich-Bombardement, bei dem thematische Ansätze und die emotionale Ausdruckskraft klar ins Hintertreffen geraten. Im letzten Drittel kommen dann allerdings einige sympathische Botschaften und spannende Wendungen zum Vorschein, die unterstreichen, dass es den kreativ Verantwortlichen nicht nur um das Spektakel geht. „The LEGO Movie 2“ will auch etwas zum Miteinander sagen, setzt sich für gegenseitigen Respekt ein, hätte diese löblichen Gedanken aber sicher noch etwas stärker in den ersten beiden Akten verankern können. Wahrscheinlich wären in diesem Zusammenhang schon gelegentliche Ruhepausen, die Zeit zum Reflektieren lassen, ausreichend gewesen.
Fazit
Die Fortsetzung zum LEGO-Spaß präsentiert sich rasant, bunt, anarchisch, prall gefüllt mit Ideen, unter dem Strich aber auch ein wenig überladen und nicht ganz so charmant wie der Ursprungsfilm.
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