The Contractor - Kinostart: 14.04.2022

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Ein ehemaliger US-Elitekämpfer schlittert in Berlin in eine Verschwörung ...
 
... und kämpft um sein Leben. Auf dieser griffigen Prämisse fußt der Actionthriller „The Contractor“, der bemüht ist, der Geschichte über eine psychologische Dimension zusätzliche Substanz zu geben. Ob das gelingt?
 
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Die Einsätze in Krisenregionen dieser Welt fordern ihren Tribut. James Harper (Chris Pine), Mitglied einer US-Spezialeinheit, hat sich eine schwere Knieverletzung zugezogen und muss in der Heimat nun kürzer treten. Der Wille, in den Dienst zurückzukehren, lebt. Schon deshalb, weil Harper seine Familie, Ehefrau Brianne (Gillian Jacobs) und Sohn Jack (Sander Thomas) weiter ernähren muss. Als er sich wieder fähig fühlt, kommt allerdings der große Schock. Schmerzstillende Medikamente, die er sich heimlich besorgt hat, sind seinem neuen Vorgesetzten ein Dorn im Auge.
 
Die Entlassung aus der Armee kostet James seine Krankenversicherung und seine Pensionsansprüche. Und plötzlich drücken die auf ihm und seiner Gattin lastenden Schulden gleich noch mehr. Einen Ausweg aus der Misere scheint ihm sein Soldatenkumpel Mike (Ben Foster) weisen zu können, der den Geschassten an eine private Militärfirma vermittelt. Im Auftrag des Veteranen Rusty Jennings (Kiefer Sutherland) begibt sich Harper nur wenig später nach Berlin, um, zusammen mit Mike, einen Antiterroreinsatz durchzuführen. Erwartungsgemäß eine Mission mit bösen Überraschungen.
 
Für einen Action- und Verschwörungsthriller nicht selbstverständlich ist die Zeit, die sich das von J. P. Davis verfasste Drehbuch für die Einführung in die schwierige Lage des Protagonisten nimmt. Wir lernen James als einen zielstrebigen Menschen kennen, der sein bisheriges Leben der Armee gewidmet hat, jetzt jedoch in eine Krise gerät, die ihn zweifeln und grübeln lässt. Dass er trotz anfänglicher Vorbehalte auf Mikes Vorschlag eingeht, wird freilich etwas plakativ mit der angespannten finanziellen Situation der Familie und dem männlichen Pflichtgefühl gegenüber Frau und Sohn erklärt. Interessant wird es vor allem dann, wenn der Film einen schmerzhaft-kritischen Blick auf die düsteren Seiten des Soldatentums wirft, etwa die frustrierenden Erfahrungen nicht weniger Veteranen anspricht, die sich von Politik und Gesellschaft regelrecht verraten fühlen. Auch später, wenn James verfolgt und attackiert wird, gibt es Momente, in denen „The Contractor“ innehält, um von den Enttäuschungen zu erzählen, die der Kriegsdienst mit sich bringt.
 
Solide, aber unspektakuläre Action
 
Eine psychologische Ebene ergibt sich auch über vereinzelte Rückblenden in Harpers Kindheit. Sein strenger, fordernder, der Armee angehörender Vater nordet dort den Sohnemann ein, ebenfalls eine militärische Karriere einzuschlagen. Diese Erinnerungen bringen die Hauptfigur in der Gegenwart zum Nachdenken: Wie ist das Verhältnis zu seinem Kind. Und sieht er sich selbst als Vorbild für Jack? Die Einschübe sollen dem Elitesoldaten Tiefe verleihen. Klappen will es damit aber nicht so recht, weil die Macher letztlich doch nur oberflächliches Interesse zeigen. Zu willkürlich und aufgesetzt fühlen sich die Flashbacks an, um dem Geschehen wirklich dramatisches und emotionales Gewicht zu verpassen.
 
 
„The Contractor“ geht immer mal wieder ein paar Schritte in Richtung Charakterstudie, scheut allerdings davor zurück, sich zu weit vom nicht sehr raffiniert gebauten Hauptplot und den üblichen Action- und Thriller-Mustern zu entfernen.
 
Regisseur Tarik Saleh, der mit seinem 2017 veröffentlichten Neo-Noir-Krimi „Die Nile Hilton Affäre“ im Kino zuletzt atmosphärische, wenn auch nicht vollends überzeugende Spannungskost abgeliefert hat, gelingen einige den Puls nach oben treibende Sequenzen, zum Beispiel als Harper und seine Mitstreiter in Berlin ein Forschungsgebäude stürmen und einen terrorverdächtigen Wissenschaftler (Fares Fares) überwältigen. Kämpfe und Verfolgungsjagden sind solide in Szene gesetzt. Insgesamt fehlt dem Film hier aber das gewisse Etwas, um sich von anderen Genrevertretern abzuheben.
 
Dass „The Contractor“ trotz guter Ansätze und der Versuche, die Handlung thematisch anzureichern, im Mittelmaß hängen bleibt, hat auch zwei andere Gründe: Einige prominenter besetzte Figuren bleiben enttäuschend eindimensional. Und während im ersten Drittel nichts überstürzt wird, fällt das Finale ärgerlicherweise viel zu überhastet aus.
 
 
Fazit
 
Routiniert arrangierte Actionmomente, eine Verschwörung ohne wirklich aufregende Wendungen und halbherzige Bemühungen, den Protagonisten psychologisch auszuleuchten: Wer nicht allzu viel erwartet, bekommt passables Genrefutter serviert. Aus den spannenden Grundideen macht der Film am Ende aber zu wenig.
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor:in: Christopher Diekhaus
  • Regie: Tarik Saleh
  • Drehbuch: J.P. Davis
  • Besetzung: Chris Pine, Ben Foster