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Happy Deathday 2U - Kinostart: 14.02.2019

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Fortsetzungen sind ja oft nur Neuauflagen der vorangegangenen Filme. Hätten sich die Macher ...
 
... der Fortsetzung von „Happy Deathday“ an dieses Muster gehalten, hätten sie sich und dem Publikum viel erspart.
 
Ich bin elfmal gestorben
 
Vor etwas über einem Jahr lief „Happy Deathday“ in den Kinos. Darin war die Studentin Tree dazu verdammt, ihren Geburtstag immer und immer wieder zu erleben, um am Ende des Tages dann doch von einem irren Killer umgebracht zu werden. Erst nachdem sie zusammen mit der Zufallsbekanntschaft Carter ihren eigenen Mord aufklären und den Killer stellen konnte, durfte sie endlich einen neuen Morgen erleben. In Teil zwei geht nun alles wieder von vorne los. Bloß anders.
 
Der erste Teil war ein typisches Produkt des noch recht jungen Studios „Blumhouse“. Günstig mit unbekannten Darstellern an wenigen Originalschauplätzen gedreht, aber doch mit genug know-how produziert sodass der Film nie wirklich billig wirkte. Die Handlung war nicht besonders originell, aber das Drehbuch war auch nicht komplett dilettantisch verfasst. Und mit Protagonisten, die alle um die Zwanzig waren, war auch dieses Produkt wieder genau auf die Zielgruppe zugeschnitten.
 
Weil Teil Eins damals sein bescheidenes Budget von ca. fünf Millionen Dollar mehr als zwanzigfach wieder eingespielt hat und einige Kritiken mit viel Wohlwollen als positiv bewerten werden konnten, war es nur eine Frage der Zeit, bis dieser Film eine Fortsetzung erfahren würde. Und diese Fortsetzung hat es ihn sich.
 
Du Dumpfbacke!
 
Eines der Probleme, die alte Leute wie der Verfasser dieser Zeilen mit den jugendlichen Protagonisten in Blumhouse-Filmen haben, ist ihre himmelsschreiende Dummheit. Bereits bei „Wahrheit oder Pflicht“ oder „Unknown User: Dark Web“ (Kritiken zu beiden Filmen hier auf cinepreview.de nachzulesen) musste man sich fragen, wozu junge Menschen, die so lächerlich blöd agieren überhaupt einen Killer oder Dämon brauchen, um umzukommen? Im realen Leben hätten diese Menschen sich längst alle beim Butterbrotstreichen selbst erdolcht oder sich beim Zubinden ihrer Schnürsenkel erdrosselt. Kein Wunder, dass die im Film immer fast alle draufgehen. Bei „Happy Deathday 2U“ ist es aber diesmal der Drehbuchautor, der zu dumm für die Handlung des Films ist.
 
Regisseur und Drehbuchautor Christopher Landon hat zwar nicht das Drehbuch zu Teil Eins von „Happy Deathday“ geschrieben. Aber er hat die Bücher zu Klassikern wie „Paranormal Activity 2“, „Paranormal Activity 3“ und auch „Paranormal Activity 4“ verfasst. Ich habe keinen dieser Filme gesehen und habe trotzdem nicht das Gefühl etwas verpasst zu haben. Denn mit „Happy Deathday 2U“ hat Christopher Landon nicht einfach nur ein schlechtes Drehbuch zu einer schlechten Fortsetzung verfasst. Er hat eine der schlechtesten Fortsetzungen seit „Highlander II – Die Rückkehr“ geschrieben.
 
 
Du hast die Zeitschleife erschaffen!
 
„Happy Deathday” war ein passabler Thriller. Die Fortsetzung ist über weite Strecken des Films gar kein Thriller. Dieser Film dauert ungefähr 100 Minuten und mindestens 90 Minuten davon interessiert sich niemand dafür, den oder die Mörder aufzuhalten. Über eine Stunde lang wird die Thrillerhandlung kaum erwähnt. Weil Christopher Landon in den Kritiken zu Teil eins wohl immer wieder von der genialen Komödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ gelesen hat, muss er sich diesen Film mit Bill Murray abends mal nebenbei angesehen haben. Und was er gesehen hat, muss ihm so gefallen haben, dass er in Teil Zwei eine halbe Stunde damit verschwendet, uns zu zeigen, dass er auch diesen Film nie richtig verstanden hat.
 
Die Sequenzen, in denen die Heldin Tree immer und immer wieder Selbstmord begeht, sind wohl witzig gemeint. Ich kann das nur vermuten, aber nicht belegen. Denn dazu sind die entsprechenden Szenen einfach zu unlustig. Witzig an diesem Teil des Films ist nur, wie offensichtlich Landon die Handlung von Teil eins nicht verstanden hat. Dort hat Tree die Zeitschleife nämlich gerade deshalb durchbrochen, weil sie ihren Tod einmal vermeiden konnte. Wenn sie sich nun ständig selbst umbringt obwohl der Killer in diesem Zeitstrahl gar kein Interesse an ihr hat, ist das schon sehr dumm.
 
Noch dümmer ist allerdings Landons Versuch, aus seinem Thriller nicht nur eine Komödie, sondern auch noch ein Familiendrama zu machen. Weil in der neuen Zeitebene Trees verstorbene Mutter noch am Leben, ihr Freund Carter aber mit einer zickigen Kommilitonin liiert ist, hadert die Heldin mit sich, ob sie zu ihrem ursprünglichen Zeitstrahl zurück oder ihrer Mutter wegen lieber in der aktuellen Realität bleiben möchte. Dieser Teil des Films funktioniert sogar noch schlechter als der komödiantische Teil, weshalb man dann auch froh sein muss, wenn Landon sich kurz vor Ende des Films doch noch daran erinnert, dass er ja einen Thriller produzieren sollte. Die Auflösung um die Identität des Killers auf dieser Zeitebene ist zwar noch lächerlicher als im ersten Teil. Aber wenigstens versucht Landon nicht nochmal, seinen Film witzig oder dramatisch sein zu lassen. Leider stellt er uns am Ende einen dritten Teil in Aussicht.
 
Mörder und Opfer
 
Man kann nur hoffen, dass man sich bei Blumhouse für Teil Drei etwas Neues einfallen lässt. Man könnte zum Beispiel mal echte Schauspieler engagieren. Hauptdarstellerin Jessica Rothe als Tree war bereits einer der Schwachpunkte des ersten Films. Im Laufe des letzten Jahres ist ihre Darstellung nicht sympathischer geworden. Natürlich spielt man mit einem so furchtbar schlechten Drehbuch als Darsteller immer bergauf. Aber gerade in den dramatischen Szenen wird offensichtlich, wie begrenzt die darstellerische Bandbreite von Jessica Rothe ist.
 
Israel Broussard spielt wieder den netten Kerl Carter. Er und die bunte Truppe mittelmäßiger Darsteller, die seine Freunde darstellen, wirken ein bisschen wie die Zweitbesetzung für einen Ferrero-Küsschen-Werbespot.
 
 
Fazit
 
Viele Fortsetzungen fügen der ursprünglichen Geschichte nichts Neues hinzu. Hier hat Regisseur und Drehbuchautor Christopher Landon jede Menge Neues hinzugefügt. Bloß passt leider nichts davon zu der ursprünglichen Geschichte. Quantenmechanikgeschwurbel, Sitcom-Elemente, der Versuch eines Familiendramas und eine Krimihandlung, an der sogar die Protagonisten das Interesse verlieren, können diese Fortsetzung nicht aufwerten.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Walter Hummer
  • Regisseur: Christopher B. Landon
  • Drehbuch: Christopher B. Landon
  • Besetzung: Jessica Rothe, Israel Broussard
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