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Greatest Showman - Kinostart: 04.01.2018

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Die Geschichte von P.T. Barnum, einem der Pioniere des modernen Zirkus,
 
... wurde schon mehrmals verfilmt. In „The Greatest Showman“ wird sie als bunte Musical-Fantasie erzählt.
 
„The noblest art is that of making others happy“
 
Phineas Taylor Barnum war ein Visionär und Schwindler, in seinen Marketingmethoden war er seiner Zeit um Jahrzehnte voraus. Er war Wohltäter, Betrüger und Namensgeber des Barnum-Effekts und ging mehrmals Pleite. Das ist aber alles nebensächlich, weil sich Regisseur Michael Gracey in seinem ersten Spielfilm von Barnums Geschichte bestenfalls inspirieren lässt. Auf der Leinwand bekommen wir eine Fantasie von einer Welt zu sehen, die es nie gegeben hat.
 
Der visuelle Stil erinnert an die besten Musikvideos der frühen 90er-Jahre. Das ist nicht abwertend gemeint, sondern als Kompliment. Damals haben große Regisseure vier- oder fünfminütige Meisterwerke rund um die Musik geschaffen. Und auch in „The Greatest Showman“ dient das bisschen Handlung nur, uns von einer grandiosen Musiknummer zur nächsten zu bringen. Der kleine P.T. Barnum, Sohn eines Schneiders, verliebt sich unglücklich in Charity, eine Tochter aus gutem Hause und schon singen die beiden ein wunderschönes Duett, während wir sie getrennt voneinander aufwachsen sehen.
 
Barnum sucht alle möglichen Außenseiter als Künstler zusammen und Hugh Jackman und der Rest seiner Truppe füllen singend und tanzend die Leinwand. Barnum will den von Zac Efron gespielten Millionärssohn Phillip überreden das feine Leben aufzugeben, um ins Showbusiness zu wechseln und die beiden tanzen und singen sich betrinkend quer durch die Bar, wie die Enkel oder Urenkel von Gene Kelly und Fred Astaire. Phillip verliebt sich in die afroamerikanische Artistin Anne (Zendaya) und die beiden singen ein bezauberndes Duett, während sie durch die Manege tanzen, klettern und schweben. Jede Entwicklung dient nur als Anlass für eine weitere Musiknummer. Entsprechend vorhersehbar ist die Handlung. Aber Filme wie diese beurteilt man nicht nach der Handlung.
 
Die Ausstattung ist im doppelten Sinne des Wortes fantastisch. Niemand hat sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts tatsächlich so gekleidet wie die Charaktere in dem Film. Die Hintergründe sind bezaubernd und ebenso unrealistisch. Die Welt des Zirkus war damals nirgendwo so sauber und bunt.
 
In einer Szene sehen wir im Hintergrund das im Bau befindliche Flatiron Building in Manhattan, obwohl dieses erst Jahrzehnte später errichtet wurde. Die computeranimierten Elefanten sind größer als Mammuts. Was soll’s, wenn es doch so schön aussieht? Wie P.T. Barnum selbst den dicksten Mann der Welt noch die Kleider ausstopfen und einen Riesen noch auf Stelzen gehen ließ, so tragen auch die Macher dieses Films immer noch ein bisschen dicker auf.
 
 
Alle Songs wurden extra für den Film geschrieben. Sie sind mitreißend und bewegend und gehen ins Ohr, wie sich das für gute Showtunes gehört. Nach dem Film kann man sich schon mal überlegen, welches der Lieder Hugh Jackman wohl bei der nächsten Oscarverleihung singen wird. Ich tippe auf „Come Alive“.
 
„Everyone is special and nobody is like anyone else“
 
Hugh Jackman war ein Musical-Star lange bevor er das erste Mal Wolverines Krallen ausgefahren hat. Wohl kaum ein anderer Schauspieler hätte den Part des P. T. Barnum in diesem Film übernehmen können. Mit fast 50 Jahren vermittelt Jackman die Begeisterung eines jungen Burschen. Der ganze Film dreht sich um ihn. Und wir drehen uns gerne mit.
 
Zac Efron zeigt wieder mal deutlich, dass er längst kein Disney-Star mehr ist. Der Mann tanzt und singt fantastisch und zeigt die subtilste Darstellung des Films.
 
Für die weiblichen Darsteller haben die Drehbuchautoren leider keine echten Charaktere, sondern nur Rollen geschrieben. Genau genommen sind es sogar nur „Rollenfächer“, die zu besetzen waren. Michelle Williams („My Week with Marylin“) ist die liebende Ehefrau. Rebecca Ferguson („Life“) gibt den verwöhnten Star. Und Zendaya („Spider-Man: Homecoming“) ist das naive Mädchen mit den romantischen Träumen. Aber die Damen sind alle wunderschön und singen sogar noch schöner. Und in einem Film wie diesem kommt es vor allem darauf an.
 
Die Truppe von Freaks und Außenseitern ist ebenfalls gut besetzt, und noch besser in Szene gesetzt worden. Keala Settle als bärtige Dame führt zu Recht immer wieder den Chor an.
 
 
Fazit
 
Natürlich ist „The Greatest Showman“ purer Kitsch. Aber es ist gut gemachter Kitsch, unterhaltsamer Kitsch, berührender Kitsch. Und vielleicht bringt der Film uns ein bisschen zum Nachdenken, wie wir Menschen wahrnehmen, die anders sind als wir selbst.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Walter Hummer
  • Regisseur: Michael Gracey
  • Drehbuch: Bill Condon
  • Stars: Hugh Jackman, Zac Efron
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