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Kong: Skull Island

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Bei „Kong: Skull Island“ handelt es sich nicht nur um eine neue Adaption der klassischen Geschichte ...
 
...  um den Riesenaffen, sondern um den zweiten Baustein in einem neuen filmischen Universum. Den Anfang machte 2014 „Godzilla“, nun geht es mit Kong weiter und in zwei Jahren soll es sowohl das Sequel zum grünen Urgiganten als auch „King Kong vs. Godzilla“ geben. Es wird, so der Wunsch von Warner und Legendary Pictures, ein MonsterVerse, das nach demselben Prinzip wie das Marvel Cinematic Universe funktionieren soll.
 
Monsterinsel
 
1973: Bill Randa (John Goodman) arbeitet für die 1946 ins Leben gerufene Geheimorganisation Monarch, die nach Monstern sucht, auch wenn heutzutage kaum jemand mehr daran glaubt. Nun hat Randa jedoch ein Ziel vor Augen: die mysteriöse Insel Skull Island, die von einem ewig währenden Sturm geschützt wird und bislang unerforscht ist. Er kann einen Senator überzeugen, eine Expedition zu finanzieren.
 
Mit Hilfe eines Helikoptergeschwaders, das gerade aus Vietnam abgezogen wurde, stößt man zu der Insel vor. Doch was die Soldaten und Forscher dort erwartet, hätte niemand für möglich gehalten – außer vielleicht Randa. Sie befinden sich nun auf einer Insel der Monster, womit jeder Plan, der zuvor geschmiedet wurde, begraben wird. Denn plötzlich geht es um nichts anderes als das nackte Überleben.
 
Ein Klassiker anders
 
Der Unterschied zu den bisherigen King-Kong-Filmen ist der, dass man diesmal die Insel nicht verlässt. Es geht auch nicht darum, dass das Biest sich in die Schöne verliebt, auch wenn es einen durchaus süßen Moment gibt, den Kong mit der von Brie Larson gespielten Fotografin Mason teilt. Stattdessen hat man versucht, dem Ganzen einen Hauch von „Apocalypse Now“ zu geben, und das nicht nur, weil man die Geschichte zeitlich zum Ende des Vietnamkriegs ansiedelt, sondern mit dem von Samuel L. Jackson gespielten Soldaten Packard einen Mann hat, der den Krieg nicht hinter sich lassen kann. Er wird zu Ahab, für den Kong der weiße Wal ist – und ebenso wie der Kapitän der Pequod ist er damit die größte Gefahr für seine eigenen Männer.
 
Es ist eine Reise ins Herz der Finsternis, die er unternimmt, ganz und gar passend zur Grundstimmung des Films. Hinzu kommt, dass man Tom Hiddlestons Figur Conrad nach dem Autor von „Herz der Finsternis“ benannt hat und die Überlebenden in einer Art improvisiertem Kanonenboot einen Fluss entlangfahren lässt.
 
 
Natürlich sind das alles nur Kinkerlitzchen. Spielereien, die hübsch anzusehen sind, aber nie und nimmer die erzählerische Kraft von Francis Ford Coppolas Film auch nur minimal imitieren könnten. Aber es ist ein schöner Unterbau für einen knackigen Monsterfilm, der nicht nur Kong, sondern auch noch jede Menge andere Kreaturen zu bieten hat.
 
Bombastisch
 
Der Kampf von Kong gegen die Hubschrauber ist einer der großen Highlights des Films. Man erweist damit auch dem Original seine Reverenz, waren es dort doch Kampfflugzeuge, mit denen sich der Riesenaffe herumschlagen musste.
 
Wohingegen andere Kong-Adaptionen gerne versuchten, Ambivalenz zu entfernen und ihn als missverstandenes Tier zu zeigen, wird er in „Kong: Skull Island“ zur heldenhaften Figur, die weit sympathischer ist als manche der menschlichen Protagonisten. Mehr noch: Der Film ist ganz und gar daraus ausgelegt, Kong positiv zu gestalten, um so das Monster-Happening „King Kong vs. Godzilla“, das für 2019 erwartet wird, vorzubereiten. Das alles schadet dem Film aber nicht, der zwar inhaltlich nicht gerade besonders originell ist oder allzu viel Neues bieten könnte, aber das durch gigantische Effekte und noch größere Action-Einlagen mehr als wettmacht.
 
Dabei bekommt es Kong mit allerhand unterschiedlichen Monstern zu tun, auf die Toho-Kreaturen der japanischen Monsterschmiede wartet man jedoch vergeblich. Allerdings sollte man das Kino nicht vor dem Abspann verlassen. Es gibt danach noch eine Szene, die Fans der alten japanischen Monster-Filme in Verzückung versetzen dürfte, weil die Möglichkeiten, die damit einhergehen, so immens sind.
 
 
Fazit
 
Hätte es zwölf Jahre nach Peter Jacksons „King Kong“ einen neuen Film mit dem Riesenaffen gebraucht? Nicht unbedingt, aber „Kong: Skull Island“ ist trotz einiger Ähnlichkeiten – der Kampf mit dem Riesenmonster erinnert an den Kampf mit dem T-Rex in Jacksons Film – doch recht eigenständig. Zudem profitiert er von einer Vielzahl hervorragender Schauspieler und einer ganz aufs Spektakel ausgerichteten Inszenierung.
 
„Kong: Skull Island“ ist bestens unterhaltendes Blockbuster-Kino mit dem zusätzlichen Reiz, dass hier ein neues Filmuniversum entsteht.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Peter Osteried
  • Regisseur: Jordan Vogt-Roberts
  • Drehbuch: Derek Connolly
  • Stars: Brie Larson, Tom Hiddleston, Samuel L. Jackson
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