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Baywatch

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Besonders witzig war die Fernsehserie mit David Hasselhoff eigentlich nie. Zumindest nicht freiwillig.
 
Insofern ist es ein durchaus kurioser Ansatz, aus der Filmversion eine Actionkomödie zu machen, die auch mit Elementen der Buddy-Komödie spielt, aber sich nie so recht entscheiden kann, was sie nun eigentlich sein will. Das ist die Crux von „Baywatch“, der mit dieser Unentschlossenheit vor allem eines verbreitet: Humor, der nicht funktioniert, und reichlich Langeweile.
 
Wasserspiele
 
Mitch Bucannon (Dwayne Johnson) leitet Baywatch. Es wird wieder mal Zeit, für Nachwuchs zu sorgen. Die Bewerber müssen sich qualifizieren, der Olympiamedaillengewinner Matt Brody (Zac Efron) glaubt aber, das nicht nötig zu haben. Mitch belehrt ihn eines Besseren. Letzten Endes werden Brody und zwei weitere Anwärter aufgenommen, um das Baywatch-Team zu verstärken.
 
Dabei lernt Brody nicht nur, wie man Menschen aus Seenot und vor dem Ertrinken rettet, sondern auch, dass der Job am Strand noch sehr viel mehr beinhaltet. Denn Mitch sieht das Ganze gesamtheitlich. Er rettet Leben – auch über den Strand hinaus. So kommt es dann auch, dass er mit seinem Team loszieht, um eine Drogenschmugglerin, die für ihre Zwecke auch gemordet hat, zu überführen. Die Polizei wiederum findet es gar nicht toll, wenn Rettungsschwimmer ohne jede Befugnis als Pseudo-Polizisten unterwegs sind …
 
Der alte Mann und das Meer
 
Natürlich kommt die Filmversion nicht ohne einen Auftritt von The Hoff aus. Auf den muss man lange warten, letzten Endes ist er dann enttäuschend, weil damit auch die Frage aufgeworfen wird, was dieser Film nun sein will. Fortsetzung, Reboot oder Remake? Oder irgendetwas dazwischen? Denn Hasselhoff ist Mitch, der dem neuen Mitch, welcher denselben Nachnamen trägt, aufmunternde Worte kredenzt. Während des Nachspanns gibt es dann noch eine weitere Szene, in der sind Johnson und Hasselhoff aber sie selbst und sinnieren darüber, was letzterer im Sequel spielen könnte.
 
Noch schlechter hat es aber Pamela Anderson erwischt, die am Ende kurz auftaucht, nur damit ein Witz auf ihre Kosten gemacht werden kann. Und das ohne eine einzige Zeile Dialog.
 
Ruppige See
 
„Baywatch“ schippert wie ein führerloser Kahn über das tosende Meer. Der Film mäandert. Er braucht verflucht lange, bis der minimale Krimi-Plot mal ins Laufen gerät. Und dann säuft er auch schnell wieder ab. Denn die für die Actionmomente notwendige Handlung ist ein Nichts. Als wäre das noch nicht problematisch genug, ist die Action auch halbgar. Weil die Macher sich offenbar nie sicher waren, was sie jetzt eigentlich erreichen wollten.
 
 
Der Humor wiederum punktet auch nicht. Es gibt ein paar amüsante Szenen – etwa die im Leichenschauhaus –, aber im Großen und Ganzen bleiben sehr viele Gags auf der Strecke, zünden einfach gar nicht oder werden totgeritten. Bei den ersten drei, vier Mal, da Mitch den jungen Brody mit Boyband-Namen und dergleichen anspricht, ist das noch witzig. Danach ist es ein Running Gag, der überstrapaziert wurde.
 
Hinzu kommt, dass der Humor sehr tief ist. Infantil trifft es nicht ganz. Pubertär ist wohl eher angebracht. Es gibt bei „Baywatch“ reichlich Schwanzhumor. Das kann man mögen, man kann aber auch entsetzt sein angesichts des Offenbarungseids in Sachen Originalität, den die Autoren hier abgeliefert haben.
 
 
Fazit
 
Dwayne Johnson und Zac Efron sind ja sympathisch, sie können dieses Wrack aber auch nicht retten. Die Frauen sind ohnehin nur Staffage. Allen Figuren ist aber gemein, dass sie keinerlei Entwicklung durchmachen, sondern Funktionsträger sind – oder hübsch aussehen sollen.
 
Der Humor ist nicht durchwachsen, er ist zotig und derart, dass nur alle heiligen Zeiten ein Gag wirklich punktet. Da die Action wiederum auch schwachbrüstig ist, gibt es nicht viel, mit dem „Baywatch“ punkten könnte. Letzten Endes reiht sich der Film in die Riege misslungener Serien-Adaptionen wie „Starsky und Hutch“ oder „The A-Team“ ein.
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor/in: Peter Osteried
  • Regisseur: Seth Gordon
  • Drehbuch: Damian Shannon
  • Besetzung: Dwayne Johnson, Zac Efron