„Bob der Streuner“ ist eine gelungene Adaption des gleichnamigen biografischen Romans von James Bowen.
Der sich auch in Deutschland wochenlang auf den Bestsellerlisten hielt.
In der Hauptrolle spielt Luke Treadaway als James. Bob der Streuner hingegen darf sich selbst spielen. Mit seinem Film inszeniert Regisseur Roger Spottiswoode vor allem eines: Ein wundervolles Hoch auf die Freundschaft.
Ein Mann am Tiefpunkt
James Bowen ist ganz unten angekommen. Heroinabhängig und obdachlos, verdient er sich mit seiner Gitarre als Straßenmusiker in London ein paar Pennys. Seine Ärztin Val will ihm aus diesem Teufelskreis heraushelfen und verschafft ihm eine Sozialwohnung. Dort taucht eines Nachts ein streunender Kater auf. James kann keinen Besitzer ausfindig machen und nachdem er den Kater mit einer Verletzung zum Tierarzt gebracht hat, weicht dieser ihm nicht mehr von der Seite. James tauft den Kater auf den Namen Bob und beschließt, ihn zu behalten. Zusammen erleben sie das ein oder andere kleine Abenteuer, bis James erkennt, dass Bob seine letzte Chance sein könnte, endlich wieder in ein normales Leben zurückzufinden.
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Geschichten die das Leben schreibt
Es ist immer spannend zu wissen, dass ein Film auf einer wahren Begebenheit beruht. Man weiß, egal was passieren wird, es war nun einmal so, man kann es nicht ändern oder einen schlechten Drehbuchautor dafür verantwortlich machen. Also tut man das Einzige, was einem übrig bleibt: Man fiebert mit! Man fragt sich, ob James es aus seiner Drogenhölle heraus schafft. Man hofft, dass seine bezaubernde Freundin Betty, gespielt von Ruta Gedmintas, ihm nicht übel nimmt, dass er ihr die Sucht verschwiegen hat. Man wünscht, dass James Vater endlich lernt, zu seinem Sohn zu stehen. Und man fiebert mit Bob mit, dem schnurrenden Helden dieser Story, der immer wieder für einigen Wirbel sorgt.
Der Titel „Bob der Streuner“ legt den Fokus auf den Kater. Und es ist auch wirklich niedlich anzusehen, wie der kleine, rotgetigerte Protagonist seine großen, unschuldigen Augen in die Kamera hält, nachdem er beispielsweise gerade das komplette Wohnzimmer von James Vater verwüstet hat. Doch es ist vor allem das Spiel von Luke Treadaway, das so tief berührt, dass einem an der einen oder anderen Stelle schon mal die Tränen kommen können. Mit sanften Schritten zeigt der Film, welche Veränderungen Bob in James auslöst und Treadaway geht diese Schritte mit, als sei er sie zuvor schon einmal gegangen, spielt den kalten Entzug, als habe er seinen eigenen erst kürzlich hinter sich gebracht.
Neben ihm sitzt Bob und wacht über ihn. Er hat das alles tatsächlich schon einmal mitgemacht, wird dem Zuschauer da bewusst, und man schaudert. Bob ist und bleibt das Mysterium dieser Geschichte. Woher er kommt, warum er bleibt, das alles erfährt man nicht aber das ist auch nicht wichtig. Wichtig ist, ob er zu James hält. Und das tut er bis zum Ende.
Besonders getragen wird der Film auch von seiner Musik, die durch die Tatsache, dass James Straßenmusiker ist, eine erhebliche Bedeutung bekommt. Vor allem die Original-Songs, die Charlie Fink extra für den Film geschrieben hat, lassen den Zuschauer in die Gefühlswelt der Geschichte tiefer eintauchen und bereiten eine wohlige Gänsehaut. Auch die Kameraführung ist genial. Immer wieder werden die Situationen aus der Sicht des Katers gezeigt und Dank einiger großzügiger Außenaufnahmen bekommt man auch einen wunderbaren Blick auf das winterliche London geboten.
Fazit
„Bob der Streuner“ ist ein herzergreifender Film über Freundschaft, Mut und Willensstärke, der jedes Herz zum Erweichen bringt. Dafür sorgt vor allem die intensive Darstellung von Luke Treadaway in Zusammenspiel mit den treuen Katzenaugen Bobs.
Für jüngere Kinder könnten die Szenen, in denen James mit seiner Sucht zu kämpfen hat, etwas zu hart sein. Für alle anderen, egal ob Katzenliebhaber oder nicht, lohnt es sich allerdings auf jeden Fall, den Film anzuschauen, denn er erinnert uns daran, was Freundschaft bedeutet und vor allem, zu was sie uns fähig macht.
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