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Die Häschenschule - Die Jagd nach dem goldenen Ei

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Die Häschenschule kennt jeder. Immerhin hat sie schon fast 100 Jahre auf dem Buckel. Es war das Jahr 1924, als die Verse von Albert Sixtus in Kombination mit den Zeichnungen von Fritz Koch-Gotha ihren Siegeszug antraten.
 
Die Häschenschule kennt jeder. Immerhin hat sie schon fast 100 Jahre auf dem Buckel. Es war das Jahr 1924, als die Verse von Albert Sixtus in Kombination mit den Zeichnungen von Fritz Koch-Gotha ihren Siegeszug antraten. Seitdem hat die Häschenschule immer wieder ihr Haupt gereckt – und nun auch als Kinofilm, der reaktionärer kaum sein könnte.
 
Das Zeug zum Osterhasen
 
Der Hasenjunge Max hat ein kuscheliges Heim auf einer Verkehrsinsel mitten in der Stadt. Dort lebt er allein, aber nicht gar so glücklich, da er sich schon durchschlagen muss. Aber er hat einen Traum. Er möchte Mitglied bei der Gang der „Wahnsinns-Hasen“ werden. Doch um den Hasen dort zu beweisen, dass er es auch wirklich draufhat, muss er sich schon was Kühnes einfallen lassen. Also schnappt er sich ein ferngesteuertes Flugzeug, das jedoch von einer Böe erfasst wird und ihn aus der Stadt hinausträgt – mitten hinein in den Wald.
 
Max landet mit Ach und Krach in der Häschenschule, einem altmodischen Schulungscamp für Osterhasen. Das findet der coole Max natürlich reichlich uncool, weswegen er so schnell wie möglich wieder von hier wegwill. Aber das ist nicht so leicht, lauern hinter der schützenden Hecke der Häschenschule doch garstige Füchse. Also muss sich der Stadthase notgedrungen den Regeln der Schule beugen. Aber es gibt auch einen Lichtblick: die süße Hasenschülerin Emmi.
 
Als die Lehrerein Hermine schließlich das Osterorakel befragt, da das Fest in Gefahr ist, kommt für Max die Stunde, in der er sich darüber klar sein muss, wer er sein will: Wenn er ein waschechter Osterhase sein und es mit den Füchsen aufnehmen will, dann muss er auch das goldene Ei retten.
 
Verstaubt
 
Dass die originale Vorlage reichlich verstaubt ist und ein bieder-reaktionäres Bild zeichnet, das das Landleben als Idyll feiert, während die Stadt auf plump-dümmliche Art und Weise als Hort des Unwohlseins beschrieben wird, ist ja noch zu verzeihen. Immerhin ist sie aus dem Jahr 1924. Aber dass eine moderne Adaption aus dem Jahr 2017 ins selbe Horn stößt, ist dann doch nicht nachvollziehbar.
 
 
Zumal der Film hier nicht nur ein Weltbild zeichnet, das kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs noch akkurat gewesen sein mag, heutzutage aber unendlich verstaubt wirkt. Hier hätte es einer Modernisierung bedurft, die darüber hinausgeht, dass in der Häschenschule nun nicht mehr nur Jungs, sondern auch Mädchen unterrichtet werden. Da das aber die eigentlich einzige nennenswerte Neuerung ist, verpufft sie auch, weil sie im altbackenen Mief der Geschichte, die irgendwie mit verbrämter Superhelden-Rhetorik aufgeplustert wird, untergeht.
 
 
Dazu kommt, dass die Geschichte extrem simplifiziert ist. Man hat dem sehr jungen Publikum wohl gar nichts zugetraut, weswegen jeder Streit und jeder Konflikt in Nullkommanichts aufgelöst wird, gerade so, als würde die Aufmerksamkeitsspanne der anvisierten Klientel nicht über ein oder zwei Minuten hinausgehen.
 
Schrecklich animiert
 
Was den Film vollends den Todesstoß verpasst, ist die plumpe, unglaublich hässliche und alles andere als zeitgemäß anmutende Animation, die tatsächlich nur den jüngsten Zuschauern noch so etwas wie Spaß bereiten dürfte. Alle anderen sind ob der Unzulänglichkeiten der Animation schlichtweg nur erschüttert.
 
 
Fazit
 
„Die Häschenschule: Jagd nach dem goldenen Ei“ ist ein sehr simpler, allenfalls jüngste Kinder ansprechender Film, der nicht nur am reaktionären Bild leidet, das hier gezeichnet wird, sondern auch mit unglaublich enttäuschender Animation daherkommt. Wer seine Kinder ins Kino bringen will, findet sicherlich bessere Filme als den hier.
 
 
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Weitere Informationen

  • Kritik-Autor/in: Peter Osteried
  • Regisseur: Ute Von Münchow-Pohl
  • Drehbuch: Katja Grübel, Dagmar Rehbinder
  • Stars: Senta Berger, Friedrich von Thun, Noah Levi
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